Schlagwort-Archive: Spendengelder

Aus Rockern werden humanitäre Helfer

United Tribuns helfen Balkan-Flutopfern. Hells Angels-Boss „Neco“ expandiert nach Bielefeld

(2010sdafrika-Redaktion)

### UPDATE vom 17.05.2014: Mehrere Hells Angels aus Deutschland und Serbien helfen in den Flutgebieten beim Aufbau von Notunterkünften des Roten Kreuzes. Entsprechendes Bildmaterial liegt der Redaktion vor. ###

Was sich zurzeit in der Rockerszene abspielt, ist mit Sicherheit ein außergewöhnlicher Vorgang. Der Öffentlichkeit und den Medien ist die Balkan-Streetgang United Tribuns vor allem als aggressive und kriminelle Türsteher-Vereinigung bekannt. Immer wieder traten mehrere Mitglieder mit Gewaltdelikten in Erscheinung. Ihr martialisches Auftreten soll bewusst einschüchtern. Doch nun rufen die „harten Jungs“ zum Helfen auf. Die Aktion kommt innerhalb der Szene gut an. Viele wollen eine gute Tat leisten.

United Tribuns

© Die Anhänger der Streetgang United Tribuns [im Bild] bereiten gegenwärtig Hilfsmaßnahmen für die Flutopfer in Bosnien-Herzegowina und Serbien vor. Das Geld soll zuerst nach Österreich gespendet werden, um es von dort aus dann weiter in den Balkan zu bringen. (Quelle: Facebook)

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Kap-Kolumne: FNB und kein Ende?

Geldinstitut friert auf Druck der USA NGO-Konten ein. Sozialministerium Südafrikas sieht keinen Anlass

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Die südafrikanische First National Bank hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) eingefroren. FNB handele auf Druck des US-amerikanischen Finanzministeriums, heißt es in einer Erklärung der Al-Aqsa Stiftung. Danach begründe FNB seine „geschäftliche Entscheidung“ mit der Drohung, von ausländischen Finanznetzwerken ausgeschlossen zu werden, die den außenpolitischen Richtlinien der US-Regierung unterworfen sind. Es habe „keine Wahl“, argumentiere das Geldinstitut, weil AFSA auf einer schwarzen Liste des „Office of Foreign Assets Control (OFAC)“ erscheine – einer Exportkontrollbehörde des US-Finanzministeriums.

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

© Die südafrikanische First National Bank (FNB) hat die Konten der Al-Aqsa Foundation of South Africa (AFSA) auf Druck der USA eingefroren. AFSA ist eine rechtmäßige NGO, die vom Sozialministerium Südafrikas als solche voll akzeptiert wird. Die FNB steht erneut in der Kritik. (Quelle: flickr/ modenadude)

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Musik-Elite sagt Kriminalität den Kampf an

Anti-Kriminalitätsprojekt „SHOUT South Africa“ mobilisiert Volk

(Autorin: Anne Schroeter)

© Logo SHOUT South Africa

Lucky Dube – südafrikanischer Reggae-Star, ermordet auf offener Straße. So, oder ähnlich muss die Schlagzeile in den südafrikanischen Zeitungen geheißen haben, nachdem im Oktober 2007 einer der berühmtesten Musiker des Landes der hohen Kriminalität zum Opfer gefallen war.

Weniger als 3 Jahre später, im März 2010, gründeten die Musiker Danny K (R&B-Sänger) und Kabelo (Kwaito-Musiker) die Initiative SHOUT FOR A SAFER SOUTH AFRICA, um die Kriminalität im Lande zu bekämpfen. Die Initiative sammelt Spendengelder, die von einem Treuhänderausschuss verwaltet und verteilt werden. Gelder gehen insbesondere an Organisationen, die Opfer von Kriminalität in Südafrika unterstützen, an Präventionsprojekte sowie an Projekte, die ehemalige Straftäter auf dem Weg in ein Leben ohne Kriminalität unterstützen.

Die beiden Gründer fanden Unterstützung für ihr Projekt bei vielen anderen südafrikanischen Musikern aller Genres (Freshlyground, The Parlotones, The Soweto Gospel Choir, Hugh Masekela u.a.) und coverten mit ihnen den Titel „Shout“ von Tears for Fears. Das Lied wird als Handy-Download angeboten und in Supermärkten als Single verkauft. Der erwerb kostet R20 (ca. 2€), die an SHOUT gespendet werden. Mit der Verteilung der Spendengelder soll die Alltags-Kriminalität in Südafrika bekämpft werden. Dazu arbeitet SHOUT eng mit Crime Line zusammen. Crime Line ist ein Portal, bei dem anonyme Tipps zur Aufklärung von Verbrechen abgegeben werden können.

Bis Juni 2010 wurden bereits 48.000 Downloads verzeichnet. SHOUT erfreut sich eines ständig wachsenden Unterstützerkreises auf Facebook und der Titel-Song war auf Platz 1 verschiedener Radio-Charts. Auch Präsident Jacob Zuma ließ den Initiatoren seinen Zuspruch übermitteln. Die südafrikanische Bevölkerung steht also hinter der Initiative, auch wenn konkrete Erfolge aufgrund des kurzen Zeitraums noch nicht verzeichnet werden konnten. Es bleibt abzuwarten, was SHOUT tatsächlich bewirken kann.

2010sdafrika-Artikel mit Kriminalitätsvergleich zu Deutschland-Südafrika:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/01/31/gewalt/

SHOUT FOR A SAFER SOUTH AFRICA on Facebook:

http://www.facebook.com/shoutsa