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Filmfestival in Potsdam

Ein Bericht zum „Johannesburg Spezial“ des Filmmuseums Potsdam

(Autor: Ghassan Abid)

Am 27. Mai 2010 startete das Filmmuseum Potsdam in Beisein der südafrikanischen Botschaft und des Dokumentarfilmers Darryl Els erstmalig anlässlich der anstehenden Fußball-WM die Filmreihe und Podiumsdiskussion „Johannesburg Spezial – Filme aus Südafrika“. Eine Woche lang hat das Museum zehn mit der „La Cinémathèque de Toulouse“ ausgewählte Filme aus dem Kapland der deutschen Öffentlichkeit präsentiert, die zueinander von Story, historischen Kontext und Fragestellungen nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Auswahl konzentrierte sich, wie aus dem Titel der Filmreihe zu entnehmen, auf die größte Stadt des Landes Johannesburg, die von den Südafrikanern selbst auch als die „Stadt des Goldes“ bezeichnet wird. Hierbei wurden dem Publikum Filme von 1916 bis 2009 vorgeführt.

© Filmmuseum Potsdam (Quelle: 2010sdafrika.wordpress.com)

Dem „eindimensionalen Bild“ der von Negativschlagzeilen und Klischees dominierten Berichterstattung über den afrikanischen Kontinent soll mit dieser Filmreihe begegnet werden, so die Direktorin des Filmmuseum Potsdams, Dr. Bärbel Dalichow. Allerdings deutete sie an, dass die Kino-Abteilung ihres Hauses bis zu dieser Veranstaltung keine Erfahrung mit Filmen des südlichen Afrikas machen konnte.

© Vertreter der Botschaft Südafrikas (Quelle: Filmmuseum Potsdam)

Vertreter der südafrikanischen Botschaft lobten diesen Perspektivenwechsel des Filmmuseums. Venita Smit, 1st Secretary for Communication and Marketing der südafrikanischen Botschaft in Deutschland, überbrachte im Namen des Botschafters S.E. Sonwabo Eddie Funde und der Kulturministerin Lulu Xingwana die Freude Ihres Landes, dass „südafrikanische Filme aus der Vergangenheit hierbei eine europäische Plattform der Vorführung finden konnten“. Venita Smit ergänzte die Direktorin des Filmmuseums dahingehend, dass die ausgewählten Filme einen tiefen Einblick in den Wandel, in die Herausforderungen und die Entwicklungen Johannesburgs als Repräsentation für ganz Südafrika ermöglichen. Der Ruf nach Freiheit verbindet Deutschland und Südafrika, wie von Bundesaußenminister Guido Westerwelle im Rahmen der politischen Konsultationen zwischen beiden Staaten in Pretoria vom April 2010 festgehalten, stärker als angenommen. Während das Volk in Südafrika ihren Ruf nach Freiheit und die Abschaffung der Rassentrennungspolitik à la Apartheid aufrechterhielt, forderte das Volk in Deutschland ein Ende der Teilung in Ost und West.

Der südafrikanische Dokumentarfilmer und Kurator Darryl Els zeigte sich ebenfalls erfreut und hob hervor, dass das „Johannesburg Spezial“ eine „wichtige Möglichkeit für das südafrikanische Kino“ in Deutschland darstelle, vor allem bei der Thematisierung historischer Entwicklungen.

Deutschland und Südafrika haben den Ausbau ihrer kulturellen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kinematografie beschlossen. Insbesondere besteht auf südafrikanischer Seite großes Interesse, diese mit dem Filmstudio Babelsberg zu intensivieren. Doch bevor es hierzu kommen wird, eröffneten sich dem Zuschauer im Vorfeld mit den zehn im Filmmuseum Potsdam angebotenen Filmen ein vertieftes kulturelles Verständnis und die Erweiterung des eigenen Horizonten.

Das Südafrika-Portal hat mit freundlicher Unterstützung des Filmmuseums drei Filme rezensiert, eine Podiumsdiskussion begleitet und mit Gästen gesprochen.

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Film: Tsotsi

© Filmszene aus „Tsotsi“ (Quelle: Filmmuseum Potsdam)

Regie: Gavin Hood

Darsteller: Presley Chweneyagae, Mothusi Magano, Kenneth Nkosi

Erscheinungsjahr: 2005

Vorstellung im Filmmuseum Potsdam am 28. Mai 2010

Der Film „Tsotsi“, dessen Regie Gavin Hood übernahm, thematisiert die Schattenseiten Südafrikas, die durch Brutalität, pure Gewalt, Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit dominiert werden. Ein 19-jähriger Bandenführer namens Tsotsi (in Deutsch mit Gangster übersetzbar), gespielt durch Presley Chweneyagae, stammt aus einem Township in Johannesburg und sichert sein Überleben mit Raubüberfallen und kriminellen Dingen ab. Eines Tages jedoch entdeckt er auf der Rückbank eines bei einem bewaffneten Überfall erbeuteten Autos einen Säugling, für dessen Leib und Wohl er plötzlich verantwortlich geworden ist. Tsotsi reflektiert seine eigene traumatische Kindheit und beginnt sich somit selber neu zu entdecken. Brutale Verhaltensweisen ersetzt er allmählich durch moralische Werte und warme Gefühle. Er holt das auf, was er nie genießen konnte – das Gefühl einer Familie.

Der Film spiegelt die gesellschaftlichen und familiären Probleme Südafrikas wieder; untermauert mit ‚farblosen‘ Bildern aus den Slums der Metropole Johannesburgs. Ausgezeichnet mit einem Academy Award, konnte dieser als Vorzeigefilm Südafrikas weltweit einen Erfolg erzielen. Wer für die sozialen Probleme des Landes eine Sensibilität entwickeln möchte, dem empfiehlt sich „Tsotsi“!

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Film: Hillbrow Kids

Regie: Michael Hammon, Jacqueline Görgen

Darsteller: Straßenkinder

Erscheinungsjahr: 1997/98

Vorstellung im Filmmuseum Potsdam am 29. Mai 2010

Hillbrow Kids“, ein deutscher Dokumentarfilm von Michael Hammon und Jacqueline Görgen, liefert ein erschreckendes und zugleich trauriges Bild über die Realität von Straßenkindern in Johannesburg ab. Regisseur Hammon, welcher ebenfalls im Kinosaal anwesend war, erläuterte die dramatische Situation der Verlierer Südafrikas; oder wie er es ausgedrückt: „der ersten Generation nach der Apartheid“. Ohne Ausbildung und ausreichender Lebensmittelversorgung sowie Unterkunft, greifen viele Kinder nach Glue/Klebstoff, um Hunger und Ängste für einen Moment weg schnüffeln zu lassen. Aus desaströsen Familienverhältnissen flüchteten die Protagonisten des Films – Vusi, Jane, Silas, Bheki und Shadrack – nach Johannesburg und müssen allmählich begreifen, dass es ihnen in der Metropole genauso schlecht geht wie in den Townships. Vergewaltigungen, Infektionen, Gewalt und Hunger erscheinen als unsichtbare Begleiter der Kinder, welche manchmal mit vollem Schmerz in Erscheinung treten.

Hammon und Görgen drehten zuerst ohne Sicherheitsvorkehrungen in Johannesburg, mussten allerdings nach zwei negativen Vorfällen eine Security zur Absicherung der Dreharbeiten engagieren. „Hillbrow Kids“ ist nicht nur ein trauriger Spielfilm, sondern ein schockierendes Abbild der Wirklichkeit, der den Zuschauer zum Nachdenken über das Ich und die Welt anregt. Einige der in der Dokumentation vorgestellten Kinder leben heute nicht mehr. Ein Film, ungeeignet für Menschen mit schwachen Nerven.

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Film: Mapantsula

Regie: Oliver Schmitz

Darsteller: Thomas Mogotlane, Marcel van Heerden, Dolly Rathebe

Erscheinungsjahr: 1988

Vorstellung im Filmmuseum Potsdam am 30. Mai 2010

Südafrika in den 1980er Jahren: Die schwarze Mehrheitsgesellschaft will und kann die Apartheid nicht länger dulden. Ihren Protest sucht diese verstärkt auf den Straßen. Zufällig gerät ein Taschendieb aus Soweto, namens Panic (gespielt von Thomas Mogotlane), in eine Demonstration von Regierungsgegnern und wird daraufhin verhaftet. Ein weißer Polizist, als Repräsentation für die Apartheid (gespielt von Marcel van Heerden), versucht mit Zuckerbrot und Peitsche den Taschendieb für eine Infiltrierung von schwarzen Bürgerrechtlern und Gewerkschaftern zu gewinnen. Anfänglich gelingt dem Polizisten eine Kollaboration des Taschendiebs mit dem Repressionsregime, muss jedoch über die Zeit harte Verhörmethoden und Folter anwenden. Denn Panic sympathisiert allmählich mit der Idee, dass Südafrika eine Nation aller Südafrikaner wird und jeder, unabhängig von der Hautfarbe, frei leben kann.

Dieser Film aus der Klassikreihe des südafrikanischen Kinos, auch wenn dieser 1988 produziert wurde, ist zu Apartheidzeiten versteckt und mit hohem Risiko gedreht wurden. Die Kritik an dem Regime der weißen Minderheitsherrschaft wurde für den Regisseur wie erwartet schnell zum Verhängnis – der Film ist verboten worden. „Mapantsula“ ist ein politischer Film mit einer klaren Message: Nein zur Apartheid, ja zur Freiheit und Demokratie. Jedoch verliert sich der Zuschauer relativ schnell in lange Konversationen und „leblosen“ Bildern.

Podiumsdiskussion zur Apartheid und Filmindustrie Südafrikas:

Am 1. Juni 2010 veranstaltete das Filmmuseum Potsdam ebenfalls eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Johannesburg – 20 Jahre nach der Apartheid, im Jahr der Fußball-WM”.

© Filmemacher Darryl Els (Quelle: 2010sdafrika.wordpress.com)

Darryl Els, Johannesburger Filmemacher und Kurator, hielt die „Stunde Null“ fest, wonach mit der ersten demokratischen Wahl in Südafrika im Jahre 1994 ein Wendepunkt eingetreten ist. Denn mit der Abschaffung der Apartheid ist Schwarzen eine Tätigkeit im Bereich der Filmproduktion eröffnet worden. Problematisch sei jedoch der Umstand, dass mit dem Umbruch viel vom Erbe südafrikanischen Kinos verloren gegangen ist. Es bestünde beim südafrikanischen Film keine Kontinuität. Enttäuscht zeigte er sich über die Versuche, nach 1994 die Vergangenheit Südafrikas kinematografisch aufzuarbeiten.

Einstimmigkeit mit den anderen Gästen herrschte auch beim Aspekt Filmqualität. Das heutige Südafrika produziert vor allem Filme des Genre Comedy, wie z.B. „Mr. Bones“ vom Regisseur Leon Schuster, welche in punkto Umsatz erfolgreich waren, bei Qualität und Niveau jedoch durchgefallen seien. Die Filmindustrie in Südafrika fällt unter dem Zuständigkeitsbereich vom Department of Arts and Culture (Kulturministerium) und Department of Trade and Industry (Industrieministerium), doch bestünde auch bei der Förderung dieses kostspieligen und beschäftigungsintensiven Industriezweiges weiterhin Handlungsbedarf. Darryl Els betonte als eigene Zielvorstellung „to create a film culture“, sodass diese Entstehung einer Filmkultur mit Berlin als Ausbildungsort begegnet werden könnte.

Renate Tenbusch, Referentin für Südafrika im Referat Afrika der Friedrich-Ebert-Stiftung, untermauerte die einstige Dominanz von weißen Südafrikanern beim staatlichen Rundfunk, der South African Broadcasting Corporation (SABC), welche mit der Demokratisierung des Landes aufgebrochen wurde. Insbesondere lobte sie das nationale Mediengesetz, welches ihrer Einschätzung nach zu den progressivsten weltweit hinzugewählt werden kann. Die Umsetzung sei jedoch eine andere Thematik. Ihren Aussagen nach befinden sich in Südafrika lediglich 100 Kinos, vor allem in den Großstädten, die durch Filmproduktionen aus Hollywood und Bollywood dominiert werden, jedoch zu selten durch südafrikanische Filme hervorstechen.

Dr. Ben Khumalo-Seegelken, Theologe und Anti-Apartheid Aktivist, fasste das südafrikanische Kino als ein Ort der Weißen auf – zu Apartheidzeiten und bis zum heutigen Tage. Der Theologe deutete an, dass die schwarze Mehrheitsgesellschaft mit sozialen Problemen zu kämpfen hat und soziopolitische Missstände im Lande bisweilen nicht ausreichend angegangen worden sind. Demnach kann hierbei interpretiert werden, dass das Kino für schwarze Bürgerinnen und Bürger damals aufgrund des Verbotes und heute bedingt durch die Armut eine untergeordnete Rolle einnimmt.

Teboho Edkins, ebenfalls Filmemacher, kritisierte die WM als kommerzielles Event dahingehend, da sich dem deutschen Publikum eine mediale Flut an Südafrika-Beiträgen auftut, jedoch diese nach dem Ende der Weltmeisterschaft schlagartig verschwinden wird. Auch stimmte er der Forderung von Darryl Els und Renate Tenbusch zu, wonach südafrikanische Filme mehr Qualitätsstandards und „Ästhetik“ verfolgen sollten.

© Podiumsdiskutanten (Quelle: Filmmuseum Potsdam)

Dorothee Wenner, Moderatorin des Podiums und Afrika-Delegierte der Berlinale, befürwortete hingegen deutsche Filmproduktionen in Südafrika, da hierbei die technische Ausbildung von Südafrikanern wahrgenommen wird, ganz dem entwicklungspolitischen Ziel von ´Skills Development´. Diese Aussage löste allerdings gegensätzliche Reaktionen aus. Klar wurde, dass ein Spannungsverhältnis zwischen der Ausbildung von Südafrikanern und dem Klischee behafteten Afrika-Bild von deutschen TV-Produktionen herrsche.

Letztendlich waren sich die Diskutanten darüber einig, dass der soziopolitische Wandel in Südafrika auch in der Filmindustrie zu  spüren ist. Ferner kommt hinzu, dass Afrika-Filme in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor „Problem behaftet“ seien. Ein negativer Touch hafte an diesen Produktionen. Umso erschreckender ist die Tatsache, dass in ganz Afrika weniger Kinos vorzufinden sind, als in Berlin und Umland. Ferner seien in Washington 300 deutsche Korrespondenten tätig, jedoch lediglich 15 Journalisten in Subsahara-Afrika. Diese in Zahlen ausgedrückte  „Bilderlosigkeit von Afrika und afrikanischem Kino„, wie von der Afrika-Delegierten der Berlinale umschrieben, sitze weiterhin tief in der deutschen Öffentlichkeit.

Resumée des Südafrika-Filmfestivals: Eine Zuschauerin bewertet:

Sylvia Brandt, Berlinerin, ist durch den Rundfunk Berlin-Brandenburg auf die Veranstaltungsreihe „Johannesburg Spezial“ aufmerksam geworden und freut sich, Filme aus Südafrika sehen zu können, zumal einer ihrer Freunde nach Johannesburg ausgewandert ist. Sie hatte sich in der Vergangenheit bereits einige Filme angeschaut, bemängelte jedoch das ausbleibende Echo südafrikanischer Filme in Deutschland. „Dies finde ich sehr traurig“, untermauerte Sylvia Brandt die geringe Anzahl südafrikanischer Filme in den deutschen Kinos. Sie würde es umso schöner finden, wenn Filmproduktionen vom Kap der guten Hoffnung verstärkt dem deutschen Publikum – auch in den Landessprachen – präsentiert werden könnten. Demnach ist dieses Kino-Angebot des Filmmuseum Potsdam wertzuschätzen. Diesem Lob und Wunsch kann sich die Redaktion nur anschließen!

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Leben in der „Stadt des Goldes“

Ein Gastbeitrag von Barbara Brühwiler, Schweizer Buchautorin

© Buchautorin Barbara Brühwiler

Johannesburg hat für jeden Besucher eine andere Bedeutung. Die armen Massen in Afrika nennen Johannesburg Egoli, die Stadt des Goldes, die Stadt, in der es Arbeitsplätze gibt, und unermesslichen Luxus wie zum Beispiel eine Waschmaschine, in der schimmernde neue Autos durch die breiten Strassen fahren, wo der Reichtum einen blendet. Für die Touristen ist Johannesburg die Welthauptstadt des Verbrechens und das Eingangstor zu Afrika, wo man in ein Flugzeug nach Kapstadt, an die Victoria-Fälle oder nach Namibia umsteigt, oder ein Mietauto in Empfang nimmt und mit bangem Gefühl so schnell als möglich die Autobahn in Richtung Krüger-Park oder Durban unter die Räder nimmt. Die afrikanischen Geschäftsleute schauen nach Johannesburg als das New York Afrikas, die wichtigste geschäftliche Drehscheibe des ganzen Kontinents. Und die Fussball-Fans richten ihre Aufmerksamkeit auf Johannesburg, wenn dort im Juni der Anpfiff zur Fussball-WM 2010 stattfinden wird.

Ihren Ursprung hat die Stadt Johannesburg in Goldminen. Im Juli 1886 entdeckte ein australischer Abenteurer Gold im Witwatersrand, dem Hügelzug in Johannesburgs Westen. Zum Missfallen der Afrikaans sprechenden Buren, die in diesem Gebiet Landwirtschaft betrieben, strömten Goldsucher, Glücksritter und ihr Gefolge aus aller Welt in Massen ins Gebiet und liessen sich um Johannesburg nieder, das sich als grösste Goldfundstätte der Welt entpuppen sollte. Im Stadtzentrum von Johannesburg sind die alten Strukturen von damals immer noch zu sehen: schachbrettartig angelegte Strassen, der historische Marktplatz und alte Häuser mit hölzernen Vordächern, die an Saloons aus amerikanischen Western-Filmen erinnern. Einige eingewanderte Männer, die sogenannten Randlords, wurden durch den Goldbau sehr schnell sehr reich und konnten sich riesige, luxuriöse Villen bauen. Die schwarzen Minenarbeiter jedoch wurden nur als Saisonarbeiter zugelassen. Bis zum Ende der Apartheid mussten sie ihre Familien zurücklassen und unter traurigen Bedingungen in gefängnisartigen Kasernen hausen.

Diese Gegensätze prägen das Johannesburg von heute immer noch. Einerseits sind da die gepflegten Villen und Einfamilienhäuser im prächtigenNorden und Nord-Westen von Johannesburg, die mit ihrem grosszügigen Umschwung dafür sorgen, dass Johannesburg als der grösste von Menschen angepflanzte Wald gilt.

© Downtown Johannesburg

Etwas weiter weg vom Stadtzentrum haben sich die sogenannten Estates entwickelt, die Siedlungen, bei denen ein Dorf durch einen Zaun und ein durchdachtes Sicherheitssystem geschützt wird. Sie sollen dafür sorgen, dass sich die Bewohner innerhalb der Grenzen des Estate frei bewegen können, ohne sich um ihre Sicherheit zu sorgen. Andererseits gibt es überall verstreut sogenannte Squatter Camps, Hüttensiedlungen für die Ärmsten, die zu grossen Teilen auch von Menschen bewohnt werden, die aus anderen afrikanischen Staaten eingewandert sind. SOWETO, das berühmt-berüchtigte Township, in dem es während der Apartheid-Zeiten gärte, hat sich in weiten Teilen zu einer Vorstadt amerikanischer Art gemausert. Kleine Häuser sitzen friedlich auf kleinen Grundstücken, und von vielen Garagen aus werden Geschäfte betrieben.

Zu Zeiten der Apartheid wurden die Bewohner Südafrikas streng getrennt nach der Farbe ihrer Haut. Diese jahrelange Trennung lässt sich in Johannesburg auch heute noch spüren; noch immer mischen sich die verschiedenen Menschenrassen nicht so einfach. Im Café sitzen Inder fast immer mit Indern, Weisse mit Weissen, und Schwarze mit Schwarzen. Gemischtfarbene Paare sieht man selbst in Europa weit öfters als hier.

Johannesburg gibt sich auf den ersten Blick kosmopolitisch-modern, doch eine genaue Beobachtung zeigt, dass sein Herz eben doch afrikanisch schlägt. Dies ist wohl einer der Gründe, weshalb sich auch viele Europäer gerne in dieser Stadt niederlassen. Die Stadt bietet – sagen die Johannesburger – das beste Klima der Welt, moderne Infrastruktur, Arbeitsplätze und Geschäftsmöglichkeiten, und daneben eine afrikanische Atmosphäre, einen afrikanischen Vibe.

Bevor wir uns vor vier Jahren in Richtung Johannesburg aufgemacht haben, suchte ich in Europa verzweifelt nach Informationen über diese Stadt, die sich abheben von den häufigen negativen Zeitungsartikeln, die immer nur Schreckensmeldungen über Johannesburg verbreiteten.

© Cover des Buches ´Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika´

Ich suchte nach einem Buch, das tiefer greift und dem modernen Südafrika gerecht wird. Leider wurde ich nicht fündig. Damit es andere leichter haben und den Start im neuen Land oder den Urlaub in Südafrika geniessen können, habe ich ein Buch über das Leben im heutigen Südafrika geschrieben: „Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika“. Es ist das Buch, das ich vor Jahren gesucht habe. Und auch ein bisschen eine Liebeserklärung an ein wunderbares Land.


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Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika“ von Barbara Brühwiler, im Wiesenburg Verlag
ISBN 978-3-940756-89-3
Unterhaltsame Situationen und Anekdoten, gewürzt mit ernsten Themen und geschichtlichem Hintergrund: Südafrika für Anfänger und Fortgeschrittene!“

www.ein-jahr-in-suedafrika.com

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—> Boerewors und Chardonnay: Ein Jahr in Südafrika