Schlagwort-Archive: Studie

Oxfam kritisiert deutsche Supermarktketten

Studie: Südafrikanische Weinanbau-Arbeiterinnen werden strukturell ausgebeutet und diskriminiert

(2010sdafrika-Redaktion)

Die am 10. Oktober 2017 veröffentlichte Oxfam-Studie in Zusammenarbeit mit der südafrikanischen Frauenorganisation „Women on Farms Project“ (WFP) hat es in sich. In dem 24-seitigen Dokument werden die Marktmacht deutscher Supermarktketten und die Arbeitsbedingungen von Frauen auf Traubenfarmen in Südafrika untersucht. Von März 2016 bis Februar 2017 wurden hierzu insgesamt 343 Landarbeiterinnen befragt. Die entsprechenden Ergebnisse sind schockierend. Denn es ist die Rede von Ausbeutung und Diskriminierung.

© Im Oktober 2017 veröffentlichte die NGO Oxfam in Kooperation mit WFP eine Studie über die Ausbeutung von südafrikanischen Farmarbeiterinnen durch die lokalen Weinproduzenten. Deutsche Lebensmittelriesen würden durch ihre Preispolitik eine Mitschuld an diesen Missständen tragen. (Quelle: flickr/ Jack Wickes)

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Kriminelle tragen Uniform

Studie sorgte für große Entrüstung. Südafrikas Polizei grundsätzlich in schwere Verbrechen involviert?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 28. Januar 2015 stellte das renommierte „South African Institute for Race Relations (IRR)“ in Zusammenarbeit mit der Burenlobby AfriForum zum zweiten Mal eine knapp dreißig Seiten umfassende Studie vor, die für viel Entrüstung im politischen Pretoria sorgte. Dem „Broken Blue Line“-Report zufolge sei die Polizei, die bekanntermaßen für die Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zuständig ist, selbst kriminell. Es läge ein strukturelles Problem vor, so die Forscher.

Broken Blue Line

© Die zweite Ausgabe des Broken Blue Line-Reports, herausgegeben von IRR und AfriForum, bescheinigt der Polizei Südafrikas ein grundsätzliches Kriminalitätsproblem. Zu oft seien die Beamten in schwere Straftaten verwickelt. Es könne längst nicht mehr die Rede von Einzelfällen sein. (Quelle: Cover des 2. Broken Blue Line-Reports)

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Bücher braucht das Land

Kulturministerium Südafrikas kündigt umfangreiche Investitionen im landesweiten Bibliothekenbau an

(2010sdafrika-Redaktion)

Als der südafrikanische Bücherrat SABDC, eine Nichtregierungsorganisation zur Förderung des Lesens, eine Studie herausgab, wonach lediglich 14 Prozent aller Südafrikaner aktive Bücherleser sind, nur 5 Prozent der Eltern ihren Kindern etwas vorlesen und 51 Prozent aller Haushalte über kein einziges Buch verfügen, war die Sprachlosigkeit der Lesenden besonders groß. Nun hat die Regierung umfangreiche Investitionen angekündigt. Die Menschen sollen Bücher lesen.

talkingdoguk

© Südafrikas Bürger sollen nach dem Willen des Kulturministeriums öfters ein Buch in den Händen halten. Denn nur 14 Prozent aller Südafrikaner sind aktive Bücherleser. Der Bau mehrerer Bibliotheken in strukturschwachen Regionen soll zur Erhöhung der Leserquote beitragen. Rund 216 Millionen Euro stehen für dieses Regierungsprogramm zur Verfügung. (Quelle: flickr/ talkingdoguk)

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Südafrikanische Botschaft auf Facebook

Social Media rückt in den Fokus der diplomatischen Vertretung in Berlin: Öffentlichkeit für Events mobilisieren

(Autor: Ghassan Abid)

Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wurde bereits mehrfach von der Leserschaft angefragt, wo genau die Facebook-Präsenz der südafrikanischen Botschaft in Deutschland zu finden ist. Daraufhin wurde wiederholt mitgeteilt, dass die Botschaft kein Social Media nutzt. Einige reagierten mit einem Unglaube. Doch seit dem 9. Mai verfügt die Vertretung über einen eigenen Auftritt, der zum „Gefällt Mir-Anklicken“ einlädt.

Facebook Embassy

© Die Botschaft Südafrikas in Deutschland taucht in die Welt der Sozialen Netzwerke ein. Mit einer eigenen Facebook-Seite informiert die diplomatische Vertretung über kulturelle Veranstaltungen im Gastland. Social Media wird für die Förderung der auswärtigen Kulturpolitik Südafrikas genutzt. (Quelle: Screenshot/ Facebook)

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„Die Klageabweisung in den USA ist enttäuschend“

Im Interview mit Barbara Müller, Koordinatorin der Schweizer Entschädigungskampagne KEESA

(Autor: Ghassan Abid)

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

© Barbara Müller ist Koordinatorin der Schweizer „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Ihre Organisation setzt sich seit 1998 dafür ein, dass südafrikanischen Apartheidsopfern durch westliche Konzerne Entschädigungszahlungen geleistet werden sollen. Deutschen Unternehmen wie Rheinmetall und Daimler wirft KEESA vor, durch ihre Geschäftstätigkeit Beihilfe zu den schweren Menschenrechtsverletzungen des Apartheidregimes begangen zu haben.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Barbara Müller, Koordinatorin der „Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im südlichen Afrika (KEESA)“. Seit wann gibt es Ihre Organisation und welche Ziele verfolgt diese?

Antwort: Die KEESA wurde 1998 in der Schweiz gegründet, sie ist Teil einer internationalen Kampagne, welche die Forderung erhob, dem Neuen Südafrika die Apartheid-Schulden zu erlassen und die Apartheid-Opfer zu entschädigen. Die Kampagne entstand im Rahmen von Jubilee 2000, einer Kampagne, die sich unter anderem auch mit der Frage von illegitimen Schulden befasste. In der Schweiz tritt die KEESA darüber hinaus auch dafür ein, dass Politik und Wirtschaft Verantwortung für ihre Verstrickung mit dem Apartheid-Regime übernehmen. Sie hat erreicht, dass der schweizerische Bundesrat 2001 ein nationales Forschungsprojekt zur Untersuchung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika in Auftrag gab, dessen Resultate 2005 publiziert wurden [Anmerkung der Redaktion: Der Bundesrat in der Schweiz ist vergleichbar mit der Bundesregierung in Deutschland] .

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343.000 Südafrikaner auf dem Gewissen haben

Dr. Matthias Rath, der zweifelhafte AIDS-Berater des damaligen Präsidenten Thabo Mbeki

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Dr. Matthias Rath ist ein in Stuttgart geborener Mediziner, der mit alternativen Heilverfahren zur internationalen Berühmtheit aufgestiegen ist. Die Gründung der Zellularmedizin geht auf die Ideen von Rath zurück, der die These vertritt, dass Krankheiten wie Krebs oder Aids durch die Zufuhr von Präparaten behandelt bzw. geheilt werden könnten. Diese Präparate sind je nach Krankheit mit Vitaminen und Mineralstoffen unterschiedlich zusammengesetzt. In Südafrika arbeitete dieser Mediziner als Berater des damaligen Präsidenten Thabo Mbeki auf dem Gebiet der AIDS-Bekämpfung. Die Folgen seiner Tätigkeit sind katastrophal und dauern am Kap weiterhin an.

    © Dr. Matthias Rath war für den damaligen Präsidenten Thabo Mbeki im Bereich der AIDS-Bekämpfung tätig. Vitaminpräparate wurden antiretroviralen Medikamenten vorgezogen. Nach aufgegriffenen Erkenntnissen des britischen Gesundheitsjournalisten Dr. Ben Goldacre hätten im Zeitraum 1997 bis 2007 rund 343.000 Südafrikaner nicht sterben müssen, wenn sie der staatlichen Empfehlung nicht vertraut hätten. (Quelle: flickr/ United Nations)

© Dr. Matthias Rath war für den damaligen Präsidenten Thabo Mbeki im Bereich der AIDS-Bekämpfung tätig. Vitaminpräparate wurden antiretroviralen Medikamenten vorgezogen. Nach aufgegriffenen Erkenntnissen des britischen Gesundheitsjournalisten Dr. Ben Goldacre hätten im Zeitraum 1997 bis 2007 rund 343.000 Südafrikaner nicht sterben müssen, wenn sie der staatlichen Empfehlung nicht vertraut hätten. (Quelle: flickr/ United Nations)

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NASA-Studie warnt vor Klimawandel

Südafrika droht stärkere Trockenheit und weniger Regen. Ein Alarmruf aus Washington

(Autor: Ghassan Abid)

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die US-Raumfahrtbehörde NASA eine Studie, die kaum mediales Interesse fand. Dabei sind die Erkenntnisse alarmierend wie noch nie zuvor. William Lau, leitender Forscher der NASA, untersuchte in einer Modellversuchsstudie den Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Niederschlagswahrscheinlichkeit. Südafrika ist eine der Regionen, die es durch den Klimawandel besonders hart treffen wird.

© Eine im Mai 2013 veröffentlichte Studie der US-Raumfahrtbehörde NASA warnt vor den Folgen des Klimawandels. Demnach wird die Trockenheit in Südafrika weiter zunehmen. Bei bereits 1 Grad Fahrenheit mehr ist zu erwarten, dass die Regenwahrscheinlichkeit am Kap abnehmen wird. Stärkere Trockenheit ist die Folge. (Quelle: flickr/ NASA)

© Eine im Mai 2013 veröffentlichte Studie der US-Raumfahrtbehörde NASA warnt vor den Folgen des Klimawandels. Demnach wird die Trockenheit in Südafrika weiter zunehmen. Bei bereits 1 Grad Fahrenheit mehr ist zu erwarten, dass die Regenwahrscheinlichkeit am Kap abnehmen wird. Stärkere Trockenheit ist die Folge. (Quelle: flickr/ NASA)

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