Schlagwort-Archive: SWAPO

Der privatisierte Krieg

Südafrikas Söldnertruppen zwischen afrikanischen Bürgerkriegen und internationalen Krisenherden

(Autor: Ghassan Abid)

Vor einigen Jahren traf ich in Johannesburg eine Frau, die mit einem etwa 40-jährigen Marokkaner verheiratet war. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie hin und wieder auf ihren Mann verzichten müsse. Er befinde sich regelmäßig im Ausland, sagte sie. Dafür verdiene er aber gutes Geld. Beim Nachhaken verriet sie, dass ihr Ehemann ein Söldner war und sich zum damaligen Zeitpunkt im Einsatz im Irak befand. Er war Mitarbeiter einer südafrikanischen Sicherheitsfirma. Ein aktueller Fall aus Nigeria bringt nun die Kriegsteilnahme von südafrikanischen Sicherheitsfirmen zurück ins öffentliche Bewusstsein. Tausende Bürger werden im Ausland vermutet.

Lotz

© Leon Lotz war ein Elite-Polizist des Apartheidsregimes, der in den 80er Jahren die Befreiungsbewegung SWAPO in Südwestafrika – dem heutigen Namibia – bekämpfte. Kürzlich starb der als Söldner engagierte Südafrikaner im Kampf gegen Boko Haram in Nigeria. Lotz ist einer von tausenden Ex-Sicherheitskräften Südafrikas, die im Ausland im Sicherheitssektor ihr Geld verdienen. (Quelle: Privat)

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Heino wehrt sich gegen Nazi-Vorwürfe

Eindruck eines Schlagerstars im Apartheidstaat: „Sah eigentlich ganz ordentlich aus“.

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Über das „HEINO Café im Historischen Kurhaus“ im nordrhein-westfälischen Bad Münstereifel legt sich in diesen Tagen ein dunkler Schleier. Die Gäste reden nicht gerne über das bekannte Aushängeschild des Cafés. Stattdessen wird bei leckeren Torten zugelangt und von einer Diskussion über den Schlagerstar abgesehen. Heino sieht sich diffamiert. Umstrittene Auftritte in Namibia und im Südafrika der 80er Jahre holen ihn heute ein.

bgeissl

© In den 80er Jahren reiste Schlagerstar Heino mehrfach nach Namibia und Südafrika, in zwei Staaten, in welchen die Rassentrennung praktiziert wurde. Die schwarzen Mehrheitsbevölkerungen wurden unterdrückt. Nun holt ihn die Vergangenheit ein. Er sieht sich ungerechtfertigt mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert. (Quelle: flickr/ bgeissl)

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BND in Südafrika

Im Interview mit Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienstexperte und Publizist aus Weilheim

(Autor: Ghassan Abid)

© Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V., Journalist und Publizist. Er ist der gefragteste Interviewpartner zum Thema Geheimdienste. Sein 1993 erschienenes Buch „Der BND“ führte zum sogenannten Journalisten-Skandal des BND. 2005 stellte sich heraus, dass Schmidt-Eenboom seit 1993 durch den Bundesnachrichtendienst überwacht wurde.

© Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V., Journalist und Publizist. Er ist der gefragteste Interviewpartner zum Thema Geheimdienste. Sein 1993 erschienenes Buch „Der BND“ führte zum sogenannten Journalisten-Skandal des BND. 2005 stellte sich heraus, dass Schmidt-Eenboom seit 1993 durch den Bundesnachrichtendienst überwacht wurde.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Erich Schmidt-Eenboom, Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V., Journalist und Publizist. Eine aktuelle Frage an den Geheimdienstexperten: Wie bewerten Sie die heutige Rolle des Bundesnachrichtendienstes (BND) im Hinblick auf den Arabischen Frühling?

Antwort: Die Rolle des Bundesnachrichtendienstes während der „Arabellionen“ variiert von Staat zu Staat. In Ägypten, einer klassischen Domäne der CIA, spielte er beim Machtwechsel nur eine randständige Rolle. In Libyen war er wie kein anderer westlicher Nachrichtendienst mit dem Gaddafi-Regime verbunden und hielt – wie die schwarz-gelbe Regierungskoalition – lange am alten System fest. Die Förderung des Regimewechsels in Tripolis überließ er den Nachrichtendiensten Frankreich und Qatars, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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