Schlagwort-Archive: Taxi

Bewegung im Mordfall Anni Dewani

Brite Dewani verliert Abweisung eines Auslieferungsersuchens der Justiz Südafrikas

(Autor: Ghassan Abid)

Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Shrien Dewani, ein Brite indischer Abstammung, verlor am gestrigen Freitag vor dem High Court in London seine Abweisung eines Auslieferungsersuchens der südafrikanischen Justiz. Die Richter machten unmissverständlich klar, dass sofern sich der Gesundheitszustand des Angeklagten stabilisiert hat, er mit einer unverzüglichen Auslieferung zu rechnen hat.

    © Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

© Rund drei Jahre nach dem Flitterwochen-Mord an Anni Dewani in Kapstadt kommt Bewegung in die Sache. Ihr Witwer Shrien Dewani verlor am gestrigen Freitag seine Abweisung eines südafrikanischen Auslieferungsersuchens. Der High Court in London macht den Weg für einen Strafprozess am Kap frei. Doch der Angeklagte kann noch in die Revision gehen. (Quelle: Privat)

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Fatty Boom Boom

Musikvideo von „Die Antwoord“ nimmt Lady Gaga ins Visier. Einfach nur geschmacklos und abstoßend!

(2010sdafrika-Redaktion)

Skandal pur aus Südafrika. Die eigentlichen Kapstädter Comedians, welche mittlerweile als Hip Hop-Band „Die Antwoord“ weltweit bekannt geworden sind, überschreiten mit ihrem aktuellen Musikvideo „Fatty Boom Boom“ die Grenzen im Musik-Business. Im entsprechenden Clip ist Lady Gaga mit zwei ihrer Bodyguards zu sehen, die Südafrika erkunden. Nicht nur Hyänen sichtet Lady Gaga im urbanen Raum, sondern auch einen Panther und Löwen. An einer Kreuzung wird das Taxi des Superstars attackiert und sie flüchtet alleine in einen sozialen Brennpunkt. Bei einem Gynäkologen wird festgestellt, dass sich ein Insekt im vaginalen Bereich von Lady Gaga eingenistet hat. Zum Schluss wird sie Opfer eines Löwens, der sie lebendig und äußerst blutig verspeist.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von "Die Antwoord" via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© Lady Gaga reagiert auf das provokante und geschmacklose Musikvideo von „Die Antwoord“ via Twitter mit starkem Selbstbewusstsein.

© "Die Antwoord" nutzt den "Beef", den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

© „Die Antwoord“ nutzt den „Beef“, den künstlerischen Streit, mit Lady Gaga für den eigenen Erfolg. Auf Twitter sagen die Südafrikaner von sich, dass sie kleiner als Lady Gaga, aber dafür cooler wären.

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Tragisches Bollywood-Drama in Kapstadt

Südafrikas Justiz und Medien fordern Auslieferung des Briten Shrien Dewani

(Autor: Ghassan Abid)

Shrien Dewani beschäftigt seit Ende 2010 sämtliche Medien in Südafrika, Großbritannien und Indien. Mehrere Regierungspolitiker äußerten sich bereits zum Fall. Die Justiz Südafrikas fordert bisweilen die Auslieferung von Dewani, welcher sich aktuell in einer psychiatrischen Anstalt in England befindet. Allerdings verweigerte die britische Justiz am gestrigen Tag die vorläufige Auslieferung des reichen Businessman an Südafrika. Zur Begründung wurde der schlechte Gesundheitszustand des Tatverdächtigen angeführt.

Liebesgeschichte wie aus einem Bollywood-Film

Shrien Dewani stammt aus einem reichen bürgerlichen Elternhaus. Nach seinem Studium zum Wirtschaftsprüfer an der University of Manchester, arbeitete er für das Unternehmen Deloitte und die Stadtverwaltung von London. 2009 lernte er die Schwedin indischen Ursprungs, Anni Hindocha, kennen. Sie modelte in England. Im Oktober 2010 heirateten schließlich beide im indischen Mumbai und Anni Hindocha übernahm den Namen ihres Mannes. Bis zu diesem Zeitpunkt schilderten sämtliche Familienangehörige und Freunde, dass das Ehepaar sehr glücklich war und Shrien seiner großen Liebe jeden Wunsch erfüllte.

Hochzeitsvideo aus glücklichen Tagen

Horror in den Flitterwochen

Doch als die frisch Getrauten ihre Flitterwochen in Südafrika verbrachten, kehrte eine unerwartete Kehrtwende ein. Am 7. November 2010 landeten Shrien und Anni Dewani am Cape Town International Airport. Vier Nächte hielten sich im Krüger-Nationalpark auf. Am 13. November 2010 dinierten beide in einem Strandrestaurant und setzten ihren „slum tourism“ in Gugulethu fort, einem Township bei Kapstadt. Zola Tongo war mehrfach ihr Fahrer und auch am 13. November 2010 dabei, als das Taxi von zwei bewaffneten Männern überfallen wurde. Zu fünft fuhren sie ohne Ziel in Gugulethu herum, bis Shrien Dewani und Zola Tongo aus dem Fahrzeug geworfen wurden. Die Fahrt setzten die Kidnapper mit Anni alleine fort. Ein Tag später wurde die Schwedin im Township Khayelitsha von Polizeibeamten im selben Taxi tot aufgefunden. Ihr Körper wies mehrere Spuren von äußerer Gewalteinwirkung auf, unter anderem die einer Schusskugel im Nackenbereich. Mehrere Wertgegenstände Anni´s verschwanden.

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

© Anni Dewani, Geburtsname Hindocha, wurde im Vorort von Kapstadt entführt und ermordet. Ihr eigener Ehemann wird nach Auffassung der südafrikanischen Ermittlungsbehörden als Auftraggeber des Mordes bezichtigt. (Quelle: justice4anni.com)

Verdacht des Auftragsmordes

Seit dem Vorfall vom 13. November 2010 steht Shrien Dewani in Verdacht, den Mord an seiner Ehefrau in Auftrag gegeben zu haben. Nach einem Verhör des Taxifahrers Zola Tongo kam heraus, dass Shrien ihm rund 15.000 Rand angeboten haben soll, um seine Frau umbringen zu lassen. Aus den Indizien wurden zunehmend Beweise, nachdem Überwachungsbilder des Hotels ausgewertet wurden. Zu sehen ist, dass Shrien dem Fahrer Bargeld in einer weißen Tüte übergeben hatte. Auch soll sich Shrien in einigen Aussagen widersprochen haben. Dennoch beteuert Shrien Dewani bis zum heutigen Tage seine Unschuld. Die Geldübergabe im Hotel soll lediglich im Zusammenhang mit dem Tour-Guiding stattgefunden haben.

CCTV-Aufnahme: Geldübergabe zwischen Shrien Dewani und Zola Tongo

Großbritannien unterstützt Ermittlungsbehörden Südafrikas

Der High Court of Justice, das Oberste Gericht von England und Wales, hat seine Kooperationsbereitschaft mit den südafrikanischen Behörden signalisiert. Auch die Innenministerin Großbritanniens, Theresa May, untermauerte im September 2011 die Notwendigkeit einer Auslieferung des Beschuldigten. Shrien Dewani ist allerdings gegen die geplante Auslieferung in Berufung gegangen und versucht weiterhin einen Prozess in Südafrika zu verhindern. Die Haftbedingungen in südafrikanischen Gefängnissen würden für ihn ein Risiko darstellen, vor allem im Hinblick auf sexuelle Übergriffe durch Mitgefangene.

Strafverfolgungsbehörde in Südafrika geht von Schuld aus

Der Pressesprecher Mthunzi Mhaga von der National Prosecuting Authority (NPA), welche die Funktion der obersten Strafverfolgungsbehörde Südafrikas einnimmt, hat mehrfach festgehalten, dass die südafrikanische Justiz von einer Verwicklung Shrien Dewani´s in den Mord überzeugt ist. Die NPA geht davon aus, dass bei einer Verbesserung des Gesundheitszustandes des Angeklagten einer Auslieferung durch die britischen Kollegen nichts entgegenstehen wird.

Kritik an der Ermittlungsarbeit der Behörden

Die Polizei SAPS, die NPA und die Medien sind unter anderem durch die britische Presse kritisiert worden; die Behörden für die mangelnde saubere Ermittlungsarbeit und die Medien für die Vorfeld-Verurteilung von Dewani.  Der Grundsatz der Unschuldsvermutung sei mit Füßen getreten worden, heißt es von Prozessbeobachtern. Auch wird der südafrikanischen Öffentlichkeit vorgeworfen, dass die Medienkampagne der Familie von Anni eine Beeinflussung der mit dem Fall betrauten Personen erzielt hat. Mehrere Organisationen und formlose Vereinigungen sind ins Leben gerufen worden, wie etwa Justice for Anni, die eine harte Verurteilung des Businessman fordern. Ebenso konnte noch kein  überzeugendes Motiv ermittelt werden, warum Shrien seine Frau umbringen lassen sollte.  Der Taxifahrer Tongo ist bereits zu einer Haftstrafe von 18 Jahren verurteilt worden. Den beiden Kidnappern erwartet am 13. April das Urteil. Ihr Verteidiger wirft der Polizei vor, dass seine Mandaten Xolile Mngeni und Mzwamadoda Qwabe zu einem Geständnis unter Folterandrohung gezwungen wurden.

Unterdessen versicherte Südafrikas Justizminister Jeff Radebe  dem britischen Bürger einen fairen Prozess am Kap zu. Längst ist dieses Rechtsverfahren zu einem Politikum avanciert, welches die Leistungsfähigkeit der südafrikanischen Justiz ins Zentrum des öffentlichen Diskurses gerückt hat. Die weitere Entwicklung  bleibt abzuwarten.

Urlaub in Kapstadt – ohne Mietauto‎

Ein Reisebericht zu Kapstadt- Teil 1

(Autorin: Annemarie Köster)

Oft wird behauptet, es gebe in Kapstadt keinen öffentlichen Nahverkehr, weshalb man unbedingt ein Mietauto brauche. Das stimmt so nicht ganz. Da ich 2007 für Kapstadt kein Ausflugsprogramm gebucht hatte und meine Gastmutter nicht über Gebühr als „Taxi“ in Anspruch nehmen wollte, habe ich den öffentlichen Nahverkehr genutzt. Natürlich beziehen ‎sich meine Erfahrungen mit Zug, Bus und Minibus-Taxi nur auf Zeiten mit Tageslicht. Das ‎endete leider schon zwischen 18.00 Uhr und 18.30 Uhr. Danach brauchte man gute Freunde ‎mit Auto oder ein Taxi.‎

© Im Zug

Ostermontag bin ich nach Simonstown gefahren – Pinguine gucken. Der Fahrkartenschalter ‎am Bahnhof Newlands ist an Sonn- und Feiertagen nicht besetzt. Man wartet also während ‎der Zugfahrt auf den Schaffner, um eine Fahrkarte zu kaufen. (manchmal kommt sogar einer). Von einem Security Guard (die gibt es auf jedem Bahnsteig und auch oft in den Zügen) ‎habe ich mich durch den Fußgängertunnel zum anderen Bahnsteig begleiten lassen. Es war ‎noch recht früh am Morgen und kaum Reisende zu sehen. Auch der Zug war ziemlich leer ‎und das gefiel mir nicht so sonderlich.‎

In Simonstown gibt es Rikki-Taxis, die vom Bahnhof zu den Pinguinen fahren. Das Glück ‎hatte ich leider nicht, einen freien Platz zu erwischen. Bis zum Badestrand bin ich von der ‎Ortsmitte mit einem normalen Taxi gefahren und dann etwas oberhalb des Wassers einen hölzernen Pfad entlang gelaufen. Im Gebüsch gab es massig Pinguine zu sehen. Der Pfad ‎endete am offiziellen Eingang zum „Pinguin-Strand“.

Den Weg zurück zum Bahnhof kannte ‎ich von der Taxifahrt. Es war keineswegs zu weit und komplett schattig, was ich an dem Tag besonders wohltuend fand. In Simonstown waren auch genügend Geschäfte geöffnet, um ‎sich ein wenig umzusehen. ‎ Auf dem Rückweg habe ich in Kalkbay Station gemacht, um ein zweites Mal im Schirocco ‎‎(ein Restaurant am Bahnhof komplett im Freien, nur die Toilette hat Wände, Tür und ein ‎Dach) meinen Lunch zu essen und anschließend mal wieder durch die zahlreichen Trödel- ‎und Antiquitätenläden zu bummeln.‎

An einem Sonntagnachmittag bin ich zusammen mit meinem Hostbruder aus Angola nach ‎Falsebay gefahren zum Konzert eines Sängers, der Filmschlager aus alten amerikanischen ‎Filmen dargeboten hat. In Muizenberg hatten wir unseren Lunch und haben dabei das ‎Strandleben beobachtet. Das Masque Theatre befindet sich unmittelbar am Bahnhof Falsebay und so war der letzte Zug bei Tageslicht bequem zu erreichen. Am Wochenende gibt es ‎immer Nachmittagsvorstellungen, die sich aber nur durch ihren geringeren Preis von denen ‎am Abend unterscheiden. Wenn man nur zum Strand will, steigt man natürlich direkt am ‎Bahnhof Muizenberg aus.‎

An einem Montagnachmittag war ich zu einer Geburtstagsparty in Fischhoek eingeladen. ‎Auch das war bequem per Zug zu erreichen. Ich war zwar die Einzige, die in Fishhoek zu ‎Fuß unterwegs war, habe mich aber keineswegs unsicher gefühlt. Einheimische hatten mir ‎zuvor versichert, daß man im „Rentnerdorf“ Fischhoek am Tage gefahrlos herumspazieren ‎kann.‎

Um an die Waterfront zu kommen, habe ich den Zug bis Cape Town Station benutzt und bin ‎dann vor dem Bahnhof in den Golden Arrow Bus umgestiegen. ‎

© Im Linienbus

Für die Fahrt zum Baxter Theatre auf dem Universitätsgelände kann man den Bus ebenfalls ‎benutzen. Busfahrer sind freundliche Leute und halten schon mal da, wo man aussteigen ‎möchte. Für die Rückfahrt muß man dann aber ein Taxi bestellen. Das ist eine Erfahrung ‎meiner Gastmutter. Selbst ausprobiert habe ich es nicht, weil ich immer eine Mitfahrgelegenheit hatte und tagsüber auch schon mal zu Fuß gelaufen bin.‎

Wenn‘s mal schnell in die Stadt gehen sollte, habe ich ein Minibus-Taxi bevorzugt. Es gab ‎die schnellen – zwischen Cape Town Station und Claremont ohne Zwischenstop – oder die ‎interessanten durch die Vororte, die auch der Zug passiert. Das einzige, worauf ich geachtet ‎habe war, daß immer genügend Leute im Taxi saßen bevor ich eingestiegen bin. Mit Fahrer ‎und Kassierer allein oder vielleicht nur ein bis zwei Fahrgästen wäre ich sicher nicht gefahren. Das war aber an einem Wochentag nachmittags sowieso nicht zu erwarten.‎

© Red Bus Rundfahrt

Eine gute Sache waren auch die Sightseeing-Busse, sogenannte Red Buses, die eine „rote“ ‎und eine „blaue“ Runde durch die Stadt fahren. Nach einer wunderschönen Wanderung von ‎ca. 45 Minuten am Sonntag Vormittag habe ich am Tor 2 des Botanischen Gartens Kirstenbosch den Bus der blauen Route bestiegen und bin erst mal nur eine Station bis zur World of ‎Birds mitgefahren. Es ist nunmehr kein reiner Vogelpark mehr sondern beherbergt auch kleine Äffchen (mit denen man zum Teil spielen kann), Meerschweinchen, Schildkröten, Alpakas ‎und vieles mehr. Nach zwei Stunden habe ich die Fahrt dann fortgesetzt, um nach einer gemütlichen Rundfahrt mit 20 Minuten Aufenthalt in Hout Bay am Hafen wieder nach Kirsten-‎bosch zurück zu kommen. (Meinen schönen neuen Paß der „Republik of Hout Bay“, den ich ‎mit dem Busticket, das auch andere Vergünstigungen enthält, bekommen habe, wollte aber ‎niemand sehen). Die Rundfahrt kostete zumindest weniger als ein Taxi zum Vogelpark und ‎zurück.‎

Die rote Route führt unter anderem auch zur Talstation der Tafelberg-Seilbahn. Meine einzige Zusteigemöglichkeit wäre an der Waterfront gewesen. Es soll allerdings auch funktionieren, den Bus einfach am Bahnhof anzuhalten, aber darauf habe ich mich dann lieber doch ‎nicht verlassen. Der erste Red Bus kam vormittags leider so spät an der Talstation an, daß ‎ich – Wartezeit an der Seilbahn eingerechnet – kaum Zeit auf dem Berg gehabt hätte bevor ‎ich die Rückfahrt antreten mußte. So habe ich diesmal auf den Tafelberg und auch auf die ‎gesamte rote Route verzichtet. Es muß ja auch noch was für die nächste Reise bleiben.‎

Für einige Tage in Kapstadt gibt es also wirklich genug zu sehen, was man mit öffentlichen ‎Verkehrsmitteln erreichen kann.‎

Weitere Reiseberichte von Annemarie Köster hier abrufbar.