Schlagwort-Archive: Terror

Islamischer Staat in Südafrika

Terror-Ermittlungen gegen 4 ISIS-Anhänger wegen Entführung von Briten. FBI unterstützt Polizei

(2010sdafrika-Redaktion)

Die Strafverfolgungsbehörden stehen seit mehreren Wochen im engen Informationsaustausch mit den britischen Sicherheitsbehörden und dem FBI, nachdem ein britisches Ehepaar am 12. Februar 2018 unweit der Stadt Vryheid im Osten Südafrikas verschwunden war. Die Anti-Terror-Ermittler der „Hawks“, der Elite-Einheit der nationalen Polizeibehörde SAPS, kamen schnell zu der Erkenntnis, dass eine mutmaßliche ISIS-Terrorzelle in Südafrika im Vermisstenfall verwickelt sei. Mittlerweile wird gegen 4 Personen ermittelt.

© Aktuell ermitteln Anti-Terror-Ermittler in Südafrika – in Kooperation mit britischen und US-amerikanischen Sicherheitsbehörden – wegen der Entführung eines britischen Paares gegen 4 ISIS-Anhänger. Bei den Angeklagten seien ISIS-Rekrutierungsmaterial und Bombenanleitungen gefunden worden. (Quelle: flickr/ Juan Antonio Capó)

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Die unterschätzte Gefahr

Wie Südafrikas Regierung den islamistischen Terrorismus am Kap seit Jahren verharmlost

(2010sdafrika-Redaktion)

Als zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die US-Regierung vor einer erhöhten Anschlagsgefahr gegen die eigenen Bürger in Südafrika warnte, reagierte die Regierung in Pretoria reflexartig empört. Der damalige Polizeiminister Nathi Mthethwa dementierte entsprechende „Fehlmeldungen“ aus Washington. Alles sei in Ordnung, hieß es. Zehn Jahre später wiederholt sich das Ereignis, obwohl die Terrorgefährdung durch gewaltbereite Islamisten seither enorm zugenommen hat. Bisweilen verharmlost die südafrikanische Politik die Gefahr durch den islamistischen Terrorismus.

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© Im Juli 2016 wurden im Rahmen einer Anti-Terror-Razzia in Johannesburg insgesamt vier Terrorverdächtige festgenommen, die mehrere Anschläge gegen US-Einrichtungen und Amerikaner am Kap geplant haben sollen. Die Brüder Brandon-Lee Thulsie und Tony-Lee Thulsie [im Bild] sollen sich der ISIS-Miliz angeschlossen haben. (Quelle: Facebook)

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Anti-Terror-Allianz gegen Boko Haram

Südafrika und Nigeria verkünden Zusammenarbeit im Kampf gegen islamistischen Terrorismus

(Autor: Ghassan Abid)

Am 7. März 2016 kamen die Verteidigungsminister und Armeechefs von Südafrika und Nigeria in Abuja zusammen, um über eine Vertiefung der Zusammenarbeit beider Armeen zu sprechen. Hierbei ist der gemeinsame Kampf gegen die islamistische Terrormiliz „Boko Haram“ beschlossen worden. Südafrika werde seinen nigerianischen Partner unterstützen, um die Islamisten in Westafrika vollständig besiegen zu können. Der Kampf gegen den Terrorismus rückt in den Mittelpunkt. Somit ist eine bedeutende innerafrikanische Anti-Terror-Allianz entstanden, die für Aufsehen sorgt.

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© Südafrika und Nigeria haben im März 2016 beschlossen, gemeinsam gegen die islamistische Terrormiliz „Boko Haram“ vorzugehen. Die Armeen beider Länder werden zusammenarbeiten, sich austauschen und gegenseitig untersützen. Die Spezialkräfte nehmen hierbei eine Schlüsselrolle ein. (Quelle: flickr/ US Army Africa)

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Exklusiv: Rechtsextremist Alexander Neidlein

Kampfeinsatz auf dem Balkan, illegaler Waffenbesitz in Südafrika und nun NPD-Vorsitzender

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Im März 1994 war die Ungewissheit über die Zukunft Südafrikas größer denn je. Die Demokratisierung nahm ihren holprigen Lauf – trotz Wahlboykottaufrufe, einer gescheiterten freiwilligen Entwaffnung und mehreren Morden durch Rechtsradikale. Nelson Mandela ist seit einigen Jahren frei und auf höchster politischer Ebene liefen die Vorbereitungen zum Übergang von einem weißen Minderheitsregime hin zu einer schwarzen Mehrheitsregierung. Doch nicht alle am Kap wollten den Untergang des Apartheidsstaates untätig hinnehmen. Drei Deutsche reisten in dieser Zeit nach Südafrika, um den Radikalen beizustehen.

© In der besinnlichen Stadt Crailsheim im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall weilt unter den rund 32.000 Einwohnern der Rechtsextremist Alexander Neidlein, der in Südafrika militant für die Aufrechterhaltung der Apartheid eintrat und am 20. März 1994 wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet und im Anschluss verurteilt wurde. (Quelle: Wikimedia/ Mikmaq)

© In der besinnlichen Stadt Crailsheim im baden-württembergischen Landkreis Schwäbisch Hall weilt unter den rund 32.000 Einwohnern der Rechtsextremist Alexander Neidlein, der in Südafrika militant für die Aufrechterhaltung der Apartheid eintrat und am 20. März 1994 wegen illegalen Waffenbesitzes verhaftet und im Anschluss verurteilt wurde. (Quelle: Wikimedia/ Mikmaq)

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NSU als „abgekartetes Spiel“

Verfassungsschutz soll NSU-Opfer getötet haben, behauptet Rechtsextremist Nordbruch

(2010sdafrika-Redaktion)

Erneut macht der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist Dr. Claus Nordbruch von sich reden. In einem Interview auf seiner Homepage unter dem Titel „NSU: Rechtsstaatlichkeit und seriöse Medien“, dessen Veröffentlichungsdatum unbekannt ist und das von den Medien bislang kaum aufgegriffen wurde, leugnet er im Grunde genommen die Existenz „einer Terrororganisation namens NSU“. Er stellt eine solche Vereinigung in Frage und beruft sich auf Indizien, die seines Erachtens auf einen „inszenierten Schwindel“ hindeuten.

    © Das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und Uwe Mundlos sollen einer Intrige zum Opfer gefallen sein, behauptet Dr. Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist beschuldigt die deutschen Inlandsnachrichtendienste, die zehn Opfer des NSU ermordet zu haben. Seine "Indizien" kann er nicht hinreichend begründen. Nordbruch bedient sich einer Verschwörungstheorie, die gegen Staat und Medien gerichtet ist. (Quelle: Fahndungsplakat BKA)

© Das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Beate Zschäpe und Uwe Mundlos sollen einer Intrige zum Opfer gefallen sein, behauptet Dr. Claus Nordbruch. Der in Südafrika lebende rechtsextreme Publizist beschuldigt die deutschen Inlandsnachrichtendienste, die zehn Opfer des NSU selbst ermordet zu haben. Seine Indizien kann er jedoch nicht hinreichend begründen. Nordbruch bedient sich einer Verschwörungstheorie, die gegen Staat und Medien gerichtet ist. (Quelle: Fahndungsplakat BKA)

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Blutiger Afghanistan-Terroranschlag

Acht Südafrikaner sterben bei Autobombenanschlag in Kabul als Rache für Anti-Mohammed-Film.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Damit hatte niemand gerechnet. Das Außenministerium in Pretoria bestätigte den heute verübten Terroranschlag gegen mehrere seiner Bürger in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Eine Selbstmordattentäterin riss in den frühen Morgenstunden acht Südafrikaner mit in den Tod, nachdem diese ihren mit Sprengstoff beladenen Pkw beim Minibus der Ausländer zur Explosion brachte. Das neunte Todesopfer war ein Einheimischer.

© Ein Anschlag der islamistischen Terrorgruppe "Hezb-e-Islami" (zu Deutsch: Die Islamische Partei") riss acht Südafrikaner des Johannesburger Luftfrachtunternehmens BalmOral Central Contracts in den Tod. Die Regierung hält sich bisweilen mit näheren Angaben zu den Opfern bedeckt. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

© Ein Anschlag der islamistischen Terrorgruppe „Hezb-e-Islami“ (zu Deutsch: Die Islamische Partei“) riss acht Südafrikaner des Johannesburger Luftfrachtunternehmens BalmOral Central Contracts in den Tod. Die Regierung hält sich bisweilen mit näheren Angaben zu den Opfern bedeckt. (Quelle: flickr/ Pan-African News Wire)

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Richter Eben Jordaan zerlegt Boeremag-Terrorzelle

Südafrikas Justiz zeigt Härte gegen burische Rechtsextreme: „Document 12“ als Hauptbeweismittel.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Eine Anklageschrift, bestehend aus 5.000 Seiten, reichten dem North Gauteng High Court in Pretoria für eine Verurteilung von Mike du Toit aus. Das Gericht sah es nach rund 10-jähriger Verhandlungsdauer am 26. Juli 2012 als erwiesen an, dass sich der Hauptbeschuldigte wegen Hochverrats schuldig gemacht hat. Seine maßgebliche und federführende Beteiligung an der Koordination und Planung eines Staatsstreiches ist ausführlich im Sitzungssaal thematisiert worden. Unterdessen sind Tom Vorster, Magiel Burger, Adriaan van Wyk und Rooikoos du Plessis als weitere Mitangeklagte ebenfalls für schuldig befunden worden. Andre du Toit, der Bruder des Hauptangeklagten, wurde genauso verurteilt, hieß es vergangenen Freitag. Über die genaue Höhe des Strafmaßes äußerte sich die Justiz bislang nicht.

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

Das Gericht zog als Beweise die Aussagen von mehreren Zeugen und eine Liste von Beteiligten am Staatsstreich heran, welche 2001 bei der Beschlagnahmung des Computers von Mike du Toit sichergestellt wurde. Das „Document 12“, in der Presse auch als „Kriegsplan“ umschrieben, nimmt in der aktuellen Rechtssprechung eine zentrale Bedeutung ein, da die Namen aller Angeklagten auf dieser vorzufinden sind.

Die gezielte Liquidierung von Schwarzen, der Abschuss eines Boeing-Passagierflugzeuges über dem drittgrößten Township Khayelitsha und die Nutzung von Massenvernichtungswaffen gegen die Mehrheitsbevölkerung standen laut Auffassung des Vorsitzenden Richters Eben Jordaan als Pläne des Komplotts auf der Agenda. Desweiteren wurde die Ermordung von Nelson Mandela und die Kappung der Energieversorgung vorbereitet. Ein Zeuge hielt fest, dass du Toit ihm mitgeteilt hätte, dass mehrere Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Eskom in den Plan eingewiesen wurden. Ein anderer Zeuge habe jene Informationen zu Protokoll gegeben, wonach du Toit Coloureds und Inder zuerst gegen die Schwarzen als Verbündete nutzen, sie jedoch bei einem erfolgreichen Machtwechsel auch erschießen wollte.

Insgesamt wurden 20 Männer verhaftet, die der burischen Bewegung „Boeremag“ (zu Deutsch: Burenmacht) angehört haben sollen. Ihr oberstes Ziel war der Sturz der ANC-Regierung und damit verbunden die Verhinderung der weiteren Machtausübung durch die schwarze Mehrheitsbevölkerung. Ihnen wird Mord, versuchter Mord, Hochverrat, Sabotage, Terrorismus und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Bombenserie von 2002 mit einer Toten in Soweto steht im direkten Zusammenhang mit dieser rechtsextremen Bewegung.

SABC-TV-Beitrag zur Verurteilung von Mike du Toit

Das letzte Urteil zu einem Hochverratsprozess wurde laut dem Rundfunksender SABC am 21. Oktober 1982 gegen Barbara Hogan ausgesprochen. Die spätere Ministerin für Gesundheit und Staatsunternehmen musste 8 von 10 Jahren absitzen, da sie für den verbotenen ANC arbeitete. 2009 ließ sie Präsident Jacob Zuma aus dem Kabinett entfernen, nachdem sie sich mehrfach sehr kritisch – auch gegenüber Zuma bezüglich seiner HIV-Wegdusch-Philosophie – geäußert hatte.