Schlagwort-Archive: Terrorismus

BND intensiviert Beobachtung auf Südafrika

Bundesnachrichtendienst sucht Mitarbeiter mit der Spezialisierung auf Subsahara-Afrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Jahrzehntelang spielte der afrikanische Kontinent und insbesondere Subsahara-Afrika eine untergeordnete Rolle bei den deutschen Nachrichtendiensten, im Gegensatz zu den Partnerdiensten in Frankreich und Großbritannien. Vielmehr galten Nordafrika, Nahost, Zentral- sowie Südostasien, Fernost und Russland als Hauptschwerpunktregionen. Der Bundesnachrichtendienst baut nun seine regionale Spezialisierung auf Afrika aus. Es werden nämlich Mitarbeiter mit der Spezialisierung auf Subsahara-Afrika gesucht. Südafrika dürfte hierbei von besonderem Interesse für die Entscheidungsträger sein.

© Gegenwärtig sucht der Bundesnachrichtendienst mehrere Referenten mit der Spezialisierung auf die Region Subsahara-Afrika. Südafrika dürfte in diesem Kontext aus verschiedenen Gründen eine besondere Rolle einnehmen. (Quelle: Von Bjs – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Wikimedia)

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Die unterschätzte Gefahr

Wie Südafrikas Regierung den islamistischen Terrorismus am Kap seit Jahren verharmlost

(2010sdafrika-Redaktion)

Als zum Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die US-Regierung vor einer erhöhten Anschlagsgefahr gegen die eigenen Bürger in Südafrika warnte, reagierte die Regierung in Pretoria reflexartig empört. Der damalige Polizeiminister Nathi Mthethwa dementierte entsprechende „Fehlmeldungen“ aus Washington. Alles sei in Ordnung, hieß es. Zehn Jahre später wiederholt sich das Ereignis, obwohl die Terrorgefährdung durch gewaltbereite Islamisten seither enorm zugenommen hat. Bisweilen verharmlost die südafrikanische Politik die Gefahr durch den islamistischen Terrorismus.

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© Im Juli 2016 wurden im Rahmen einer Anti-Terror-Razzia in Johannesburg insgesamt vier Terrorverdächtige festgenommen, die mehrere Anschläge gegen US-Einrichtungen und Amerikaner am Kap geplant haben sollen. Die Brüder Brandon-Lee Thulsie und Tony-Lee Thulsie [im Bild] sollen sich der ISIS-Miliz angeschlossen haben. (Quelle: Facebook)

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Afrikanische Union vor Führungswechsel?

Nkosazana Dlamini-Zuma erwägt Gerüchten zufolge keine Fortdauer als AU-Kommissionsvorsitzende

(2010sdafrika-Redaktion)

Seit dem Jahr 2012 ist die Ex-Innenministerin Südafrikas, Nkosazana Dlamini-Zuma, die Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union (AU). Für ihren Amtsantritt warb sie gemeinsam mit Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane für den weiblichen Führungswechsel. Beide ANC-Politikerinnen entzweiten dabei den Staatenbund. Nun endet im Juli 2016 ihre Amtszeit. Gerüchten zufolge hat die Ex-Frau Jacob Zumas – die kürzlich 67 Jahre alt geworden ist – jedoch kein Interesse mehr an einer Fortdauer ihres Amts. Sie sehne sich nach dem Ruhestand, heißt es am Rande des zurzeit stattfindenden 26. Gipfeltreffens der Afrikanischen Union.

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© Die amtierende Kommissionsvorsitzende der Afrikanischen Union, Nkosazana Dlamini-Zuma, soll Gerüchten zufolge keine zweite Amtszeit erwägen. Als ihr Nachfolger wird der Außenminister Algeriens, Ramtane Lamamra, gehandelt. (Quelle: flickr/ International Labour Organization (ILO) Department of Communications))

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Gemeinsame Ziele, eigene Wege

Bundeskanzlerin Merkel und Südafrikas Staatspräsident Zuma für stärkere Terrorismusbekämpfung

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 10. November 2015 traf Südafrikas Präsident Jacob Zuma, begleitet von sieben Ministern, während seines ersten Deutschlandbesuchs auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck. Er folgte einer Einladung der 61-jährigen CDU-Politikerin. Ebenfalls nahm der Vorsitzende der Regierungspartei ANC an einer Veranstaltung der Subsahara Initiative der deutschen Wirtschaft (SAFRI) teil. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ hat sich den Staatsbesuch näher angeschaut. Der große Wurf war allerdings nicht dabei.

Presidency

© Südafrikas Präsident Jacob Zuma traf am 10. November 2015 während seines ersten Deutschlandbesuchs auf Bundeskanzlerin Angela Merkel. Viele Themen wurden angesprochen und gemeinsame Ziele sind erörtert worden. Allerdings mangelt es an konkreten Maßnahmen. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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„Palästina-Frage muss gelöst werden“

Südafrika und Niederlande betonen politische Lösungen in Krisenstaaten zwecks Terrorismusbekämpfung

(2010sdafrika-Redaktion)

Beim Staatsbesuch des niederländischen Premierministers Mark Rutte in Südafrika ist die jüngste Terrorwelle des „Islamischen Staates“ gegen Frankreich umfangreich thematisiert worden. Rutte und dessen Gastgeber Jacob Zuma betonten, dass die Bekämpfung des internationalen Terrorismus ein geschlossenes Handeln der Vereinten Nationen bedürfe. Insofern sei die politische Lösung in Krisenstaaten hierfür unentbehrlich – namentlich die jahrzehntelange Krise in Palästina müsse angegangen werden.

Rutte und Zuma

© Südafrikas Präsident Jacob Zuma und der niederländische Premierminister Mark Rutte verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die Terrorakte gegen Frankreich. Wichtig sei nun, langwierige Krisen wie die Palästina-Frage nicht aus den Augen zu verlieren. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Botschaft Südafrikas in Paris geschlossen

Diplomatisches Corps in Frankreich trifft Sicherheitsvorkehrungen. Pretoria veurteilt IS-Terrorismus

(Autor: Ghassan Abid)

Infolge der jüngsten Anschlagswelle der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ gegen mehrere „weiche Ziele“ in Paris, hat die Botschaft Südafrikas in Frankreich die sofortige Schließung des eigenen Hauses veranlasst. Die diplomatische Vertretung liegt am Quai d’Orsay und somit im politischen Zentrum von Paris – in unmittelbarer Nähe von Parlament und Außenministerium. Man werde die Lage beobachten und anschließend entscheiden, wann die Botschaft wieder geöffnet werden könne.

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© Südafrikas Botschaft in Frankreich [im Bild] liegt am Quai d’Orsay und somit im politischen Zentrum von Paris. Dementsprechend ist das Gebäude mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Man werde die weiteren Entwicklungen erstmal beobachten, heißt es aus Paris. (Quelle: Ghassan Abid)

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Der privatisierte Krieg

Südafrikas Söldnertruppen zwischen afrikanischen Bürgerkriegen und internationalen Krisenherden

(Autor: Ghassan Abid)

Vor einigen Jahren traf ich in Johannesburg eine Frau, die mit einem etwa 40-jährigen Marokkaner verheiratet war. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie hin und wieder auf ihren Mann verzichten müsse. Er befinde sich regelmäßig im Ausland, sagte sie. Dafür verdiene er aber gutes Geld. Beim Nachhaken verriet sie, dass ihr Ehemann ein Söldner war und sich zum damaligen Zeitpunkt im Einsatz im Irak befand. Er war Mitarbeiter einer südafrikanischen Sicherheitsfirma. Ein aktueller Fall aus Nigeria bringt nun die Kriegsteilnahme von südafrikanischen Sicherheitsfirmen zurück ins öffentliche Bewusstsein. Tausende Bürger werden im Ausland vermutet.

Lotz

© Leon Lotz war ein Elite-Polizist des Apartheidsregimes, der in den 80er Jahren die Befreiungsbewegung SWAPO in Südwestafrika – dem heutigen Namibia – bekämpfte. Kürzlich starb der als Söldner engagierte Südafrikaner im Kampf gegen Boko Haram in Nigeria. Lotz ist einer von tausenden Ex-Sicherheitskräften Südafrikas, die im Ausland im Sicherheitssektor ihr Geld verdienen. (Quelle: Privat)

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