Schlagwort-Archive: Tötung

Streit um die Trophäenjagd in Südafrika

Parlament fordert Umweltministerium zum Verbot der kommerziellen Tötung von Löwen auf

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika ist ein äußerst beliebtes Reiselandziel für Touristen aus aller Welt. Eine Safari, bei der man die Big Five – also Löwen, Leoparden, Nashörner, Büffel und Elefanten – sichtet, gilt als absolutes Highlight für den Aufenthalt am Kap. Doch auch die Jagd der von Aussterben bedrohten Wildtieren, die sogenannte Trophäenjagd, erweist sich einer großen Beliebtheit. Ein Ausschuss im Parlament erwägt nun die Jagd auf Löwen zu verbieten. Die Jagdindustrie hat bereits Widerstand angekündigt.

© Der für Umweltfragen zuständige Ausschuss des südafrikanischen Parlaments hat sich in einem Bericht für ein Verbot der Löwenzucht und damit verbunden für ein Ende der Trophäenjagd ausgesprochen. Jagdindustrie und Tierschutzorganisationen versuchen nun ihre Position durchzusetzen. (Quelle: flickr/ Vince O’Sullivan)

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Vom Hells Angels-Fall zum Pistorius-Urteil

Im Interview mit Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner

(Autor: Ghassan Abid)

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© Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Berliner Kanzlei Dr. Schulte und Partner, bewertete für die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zum Einen das Pistorius-Verfahren und zum Anderen das sogenannte Hells Angels-Urteil. Bei beiden Strafverfahren lassen sich Gemeinsamkeiten erkennen. (Quelle: Privat)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Dr. Erik Kraatz, Privatdozent und Anwalt von der Kanzlei Dr. Schulte und Partner. Als Strafrechtler haben Sie das Verfahren gegen Oscar Pistorius aufmerksam beobachtet. Der Paralympics-Star wurde am 12. September wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Ab morgen geht es um das Strafmaß. Teilen Sie die Ansicht von Richterin Thokozile Masipa, wonach kein Tötungsvorsatz vorlag?

Antwort: Diese Ansicht teile ich nicht. Dies liegt insbesondere daran, dass die Richterin in ihrer Urteilsbegründung davon sprach, eine „Tötungsabsicht“ hinsichtlich der Tötung von Reeva Steenkamp habe nicht vorgelegen. Für eine Tötung reicht meines Erachtens auch in Südafrika ein einfacher Tötungsvorsatz, der bei Schüssen durch eine geschlossene Badezimmertür ohne Frage, wer dort sei, in Kenntnis der Anwesenheit von Reeva im Apartment – auch wenn Pistorius sie angeblich im Bett wähnte – durchaus bejaht werden kann. Denn angesichts der gesamten Umstände, auch angesichts der Existenz eines Sicherheitsdienstes, an dem man erst einmal vorbei musste und dem Fehlen früherer Einbrüche, kann es kaum zweifelhaft sein, dass er zumindest in Kauf genommen hat, Reeva tödlich zu treffen.

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Brutales Video zur Trophäenjagd in Südafrika

Exklusiv: Werbevideo zeigt qualvolle Tötung eines Elefanten durch chinesische Jagdtouristen

(Autor: Ghassan Abid)

Im Internet gibt es nur wenige Videos, die die Trophäenjagd in Südafrika realitätsgerecht zeigen. In der Regel sieht man nur Fotos, auf denen glückliche Menschen mit dem Jagdgewehr und einem toten Tier abgebildet sind. Der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ ist nun ein Werbevideo zugespielt worden, welches für chinesische Jagdtouristen bestimmt ist. Vor zwei Monaten soll die Aufnahme entstanden sein. Diese beinhaltet die brutale Tötung eines Elefanten in Südafrika. Mit Sicherheit ist dies kein Einzelfall.

Hunting South Africa

© Die Trophäenjagd in Südafrika erlebt einen Boom. Nun sollen auch gezielt chinesische Jagdtouristen gewonnen werden, die am Kap ihrer Jagdlust nachgehen. Ein der Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ zugespieltes Werbevideo aus Fernost zeigt, wie brutal die Jagd tatsächlich ist. (Quelle. Privat)

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1.600 Kinder und 146 Polizisten getötet

Polizeiminister Nkosinathi Nhleko schockt Parlament mit neuesten Statistiken zu Morden in Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Innerhalb von zwei Jahren starben rund 1.600 südafrikanische Kinder durch die Gewaltanwendung Dritter, so der Polizeiminister Nkosinathi Nhleko gegenüber dem Parlament. Die neueste Statistik hat etliche Abgeordnete sprachlos gemacht. Das Erschreckende ist, dass das Polizeiministerium von einem Anstieg getöteter Kindern in den nächsten Jahren ausgeht.

sdirkx

© Südafrikas neuer Polizeiminister Nkosinathi Nhleko informierte das Parlament über zwei erschreckende Statistiken. Demnach wurden innerhalb von zwei Jahren rund 1.600 Kinder ermordet. Ferner verloren 146 Polizisten in den letzten drei Jahren während des Dienstes ihr Leben. (Quelle: flickr/ sdirkx)

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Südafrikas Sicherheitspolitk endet im Fiasko

Regierung zieht nach massivem öffentlichen Druck die eigenen Truppen aus Zentralafrika ab

(Autor: Ghassan Abid)

Dreizehn Soldaten der südafrikanischen Armee starben Ende März bei einer Stabilisierungsmission in der Zentralafrikanischen Republik. Dann folgte der nationale Schock. Im Anschluss wurde die Regierung für den Einsatz in Zentralafrika scharf kritisiert. Teilweise ist der südafrikanischen Armee eine Beteiligung am illegalen Diamantengeschäft nachgesagt worden, welche prompt von höchsten staatlichen Stellen dementiert wurde. Fragen nach dem Sinn und Zweck kamen auf. Und nun zieht die Politik ihre Konsequenzen und beordert ihre Truppen zurück. Innerhalb von knapp einer Woche erlebt das demokratische Südafrika sein bislang größtes sicherheitspolitisches Fiasko auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land steckt in einer tiefen Krise.

© Auf der Trauerfeier für die getöteten dreizehn Soldaten Südafrikas kochten die Emotionen hoch. Südafrikas politische Elite muss sich nun eingestehen, dass ihre Umsetzung von äußerer Sicherheitspolitik in Afrika grundlegend revidiert werden muss. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Auf der Trauerfeier für die getöteten dreizehn Soldaten Südafrikas kochten die Emotionen hoch. Südafrikas politische Elite muss sich nun eingestehen, dass ihre Umsetzung von äußerer Sicherheitspolitik in Afrika grundlegend revidiert werden muss. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Als Pistorius-Prozessbeobachter hautnah dabei

Benjamin Dürr, Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika, im Interview

(Autor: Ghassan Abid)

© Benjamin Dürr ist der gegenwärtige Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika. Er beobachtet das Strafverfahren gegen den Sportler Oscar Pistorius vor Ort. (Quelle: Privatfoto)

© Benjamin Dürr ist der gegenwärtige Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika. Er beobachtet das Strafverfahren gegen den Sportler Oscar Pistorius vor Ort. (Quelle: Privatfoto)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Journalisten Benjamin Dürr. Erstmal vielen Dank für dieses kurzfristige Interview. Seit rund vier Wochen halten Sie sich in Südafrika auf. Welche ersten Eindrücke konnten Sie von Land und Leuten sammeln?

Antwort: Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Ich hatte bisher vor allem mit sehr hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen zu tun. Das macht es einfacher, sich einzuleben – und erleichtert einem die Arbeit, wenn Leute offen sind und gern erzählen.

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Pistorius-Bruder Carl angeklagt

Skepsis an der Glaubwürdigkeit der Staatsanwaltschaft Südafrikas kommen auf

(2010sdafrika-Redaktion)

© Carl Pistorius ist nun wie sein berühmter Bruder Oscar Pistorius im Visier der Staatsanwaltschaft. Ihm wird die fahrlässige Tötung einer Motarradfahrerin in der Industriestadt Vanderbijlpark im Jahr 2010 vorgeworfen. (Quelle: flickr)

© Carl Pistorius ist nun wie sein berühmter Bruder Oscar Pistorius im Visier der Staatsanwaltschaft. Ihm wird die fahrlässige Tötung einer Motarradfahrerin in der Industriestadt Vanderbijlpark im Jahr 2010 vorgeworfen. (Quelle: flickr)

Damit hätte wirklich niemand gerechnet. Wie heute bekannt wurde, ist gegen den Bruder des Leichtathleten Oscar Pistorius Anklage erhoben worden. Carl Pistorius wird vorgeworfen, im Jahr 2010 eine Motorradfahrerin im Rahmen eines Verkehrsunfalls getötet zu haben. Die Anklage lautet daher auf fahrlässige Tötung. Es drohen ihm mehrere Jahre Haft.

Ende März 2013 soll sich Carl Pistorius vor einem Gericht verantworten. Er habe in Vanderbijlpark, einer Industriestadt südlich von Johannesburg, grob fahrlässig gehandelt. Als Autofahrer soll er am Tod der Motorradfahrerin verantwortlich gewesen sein. Kenny Oldwage werde nicht nur Oscar sondern zusätzlich auch Carl Pistorius als Anwalt vor Gericht vertreten.

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