Schlagwort-Archive: Tswana

Filmkritik „Orania – Der Film“

Eine Afrikaaner-Gemeinschaft, zwischen Selbstbestimmung und Ausgrenzung

(Autor: D. Tamino Böhm)

In Orania, einem 1.000 Einwohnerdorf in Südafrika, leben ausschließlich Buren, die sich selbst verwalten und versorgen. Sie streben einen Volksstaat nach dem Vorbild einiger Versuche aus den 1990er Jahren an. Im Juni dieses Jahres läuft die gleichnamige Dokumentation „Orania“ in den deutschen Kinos an, in der Regisseur Tobias Lindner versucht, die Stimmung im Dorf festzuhalten. „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ war bei der Deutschlandpremiere am 23. April im Filmtheater Friedrichshain dabei.

© Filmsequenz aus “Orania – Der Film”.

© Filmsequenz aus “Orania – Der Film”.

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Historisches Ja-Wort im Zulu-Land

Erste traditionelle „Homo-Ehe“ in Südafrika geschlossen

(Autor: D. Tamino Böhm)

Südafrika ist eines der zwölf Staaten weltweit und der einzige afrikanische Staat, der gleichgeschlechtliche Ehen ausdrücklich erlaubt. Seit 2006 gibt es den Civil Union Act, der nach mehreren Schritten in den Jahren zuvor die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare garantiert. Seitdem nutzen viele Homosexuelle die Möglichkeit den Bund der Ehe einzugehen. Das ist, wie der internationale Vergleich zeigt, keine Selbstverständlichkeit. Noch weniger, wenn man sich die Geschichte des jungen Staates Südafrika genauer ansieht.

    © Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

© Letztes Wochenende kam es zu einem historischen Ereignis in KwaDukuza in der Region KwaZulu-Natal, als sich Tshepo Cameron Modisane und Thoba Calvin Sithol das Ja-Wort gaben. Nie zuvor hat es eine traditionelle gleichgeschlechtliche Hochzeit in Südafrika gegeben. (Quelle: YouTube/ eNCA)

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Afrika Cup 2013 in Südafrika

Bafana Bafana stößt in Gruppe A auf Angola, Marokko und Kap Verde. Den Sieg von 1996 wiederholen.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

– Afrika-Cup 2013-Spezial –

Am 19. Januar 2013 wird in Johannesburg die Eröffnungspartie des „Orange Africa Cup of Nations, South Africa 2013“ – kurz: Orange AFCON – zwischen Südafrika und Kap Verde angepfiffen. Über 87.000 Zuschauer fiebern an diesem Tag im Soccer City-Stadion mit.

    © Vom 19. Januar bis 10. Februar 2013 wird Südafrika den Afrika Cup 2013 als Gastland austragen. 16 Mannschaften in vier Gruppen kämpfen um den begehrten Pokal. Südafrika trifft in Gruppe A auf Kap Verde, Marokko und Angola. Die "Todesgruppe D" wird als die schwerste und spielerisch beste Gruppe gewertet. Bereits 1996 traten am Kap die verschiedenen afrikanischen Fußballnationen gegeneinander an, in dessen Folge die Südafrikaner bislang einmalig mit einem 2:0 gegen Tunesien als Cup-Sieger hervorgingen. 2010 fand die erste afrikanische Fußball-WM ebenfalls in Südafrika statt. (Quelle: BrandSouthAfrica/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Vom 19. Januar bis 10. Februar 2013 wird Südafrika den Afrika Cup 2013 als Gastland austragen. 16 Mannschaften in vier Gruppen kämpfen um den begehrten Pokal. Südafrika trifft in Gruppe A auf Kap Verde, Marokko und Angola. Die „Todesgruppe D“ wird als die schwerste und spielerisch beste Gruppe gewertet. Bereits 1996 traten am Kap die verschiedenen afrikanischen Fußballnationen gegeneinander an, in dessen Folge die Südafrikaner bislang einmalig mit einem 2:0 gegen Tunesien als Cup-Sieger hervorgingen. 2010 fand die erste afrikanische Fußball-WM ebenfalls in Südafrika statt. (Quelle: BrandSouthAfrica/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Musikszene Südafrika

Hip Hop, Rock, Pop, Jazz oder Schlager. Musikgeschmack am Kap bleibt grundsätzlich Ethniensache.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Das Kap hat seit dem Ende der Apartheid eine beachtliche Musikvielfalt aufbauen können, die sämtliche Genres des westlichen Musikbusiness abdeckt. Spätestens seit der Musizierung von Opernstücken durch schwarze Südafrikaner hat das Land eine breite Musikszene entwickeln können. Doch in Anbetracht des heterogenen Angebots sollte vielmehr von Musikszenen gesprochen werden.  

Allerdings ist der Musikgeschmack weiterhin von der Hautfarbe abhängig. Hip Hop wird vor allem von Schwarzen gehört und gesungen, während Schlager und Rock den Weißen vorbestimmt ist. Ähnliche ethnische Abhängigkeiten sind vom Sport bekannt – Fußball ist mehrheitlich bei Schwarzen; Rugby & Cricket bei  Weißen gefragt. Pop-Musik hingegen erfreut sich bei Schwarzen, Weißen, Indern und Asiaten – also allen Ethnien – einer sehr großen Beliebtheit. Dies soll nur eine grobe Untergliederung darstellen, da auch innerhalb der schwarzen Ethnien – beispielsweise zwischen Xhosa und Zulus – große traditionelle Unterschiede bestehen, welche sich durch die Eigenheiten der Lokalsprachen begründen. Es bleibt anzumerken, dass Südafrika elf offizielle Amtssprachen in seiner Verfassung aufgenommen hat. Einige Township-Dialekte könnten, dies hört man vor Ort öfters, gar als weitere Sprachen registriert werden – doch dies nur am Rande.

Ein besonderer Umstand in der südafrikanischen Musik ergibt sich mit Kwaito, einer in den 90er-Jahren enstandenen traditionellen Musikrichtung aus Soweto. Gangs sollen Kwaito für sich als künstlerische Plattform entdeckt haben. Diese ähnelt letztendlich sehr dem Hip Hop, ist jedoch vom Beat her deutlich verlangsamter. Ebenfalls soll auf Mbaqanga eingegangen werden, einer den Zulus nahestehendem Musikstil, welcher sich aus Elementen des Soul, Jazz oder Reggae zusammensetzt. Allerdings ist Mbaqanga, zumindest bei der jüngeren Generation, nicht mehr ganz im Trend.

Die Musik ist ständig im Wandel und vermischt sich stets mit anderen Genres aus dem In- und Ausland. Musikalische Kreationen werden auch weiterhin als Errungenschaft der Demokratisierung Südafrikas betrachtet, wobei erwähnt werden muss, dass bereits zu Apartheidszeiten einzelne schwarze Südafrikaner wie Miriam Makeba die Musikszene des Landes nachhaltig beeinflussten.

Heutzutage sind mehrere südafrikanische Bands wie The Parlotones, Die Antwoord oder Freshlyground auch in Deutschland beim breiten Publikum angekommen. Doch das Land bringt jeden Tag weitere eindrucksvolle Künstler hervor, die hierzulande unbekannt sind. Dementsprechend werden fünfzehn dieser Musiker auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ anhand eines offiziellen Musikclips kurz vorgestellt.

Songempfehlungen aus Südafrika – eine Auswahl

Artist: Cashtime Fam, Song: Stundee, Genre: Hip Hop

Artist: Ben Sharpa, Song: Hegemony, Genre: Hip Hop/ Rap

Artist: Locnville, Song: Stars Above You, Genre: Elektro-House

Artist: Kanyi, Song: Ingoma, Genre: Local-Rap (isiXhosa)

Artist: Khuli Chana & Notshi, Song: Tswa Daar, Genre: Local-Rap (Tswana)

Artist: Spoek Mathambo, Song: Control , Genre: House/ Hip Hop

Artist: Ruffest, Song: Bayavum, Genre: Kwaito

Artist: Queens of Dance, Song: Ngithanda Lonemali, Genre: Kwaito

Artist: Zahara, Song: Ndiza, Genre: Afro-Soul

Artist: Zakes Bantwini, Song: Wasting my time, Genre: Soul

Artist: Liquideep, Song: Still, Genre: House/ Soul

Artist: The Muffinz, Song: Ghetto, Genre: Jazz/ Soul

Artist: Byron Clarke, Song: The Rain, Genre: Volksmusik bzw. Folk/ Pop

Artist: Prime Circle, Song: Live This Life, Genre: Rock

Artist: Jesse Clegg, Song: Clarity, Genre: Rock

Die letzten Zehn

Nluu, eine von nur noch rund 10 Personen gesproche Sprache, droht auszusterben.

(Autor: Ghassan Abid)

Nluu (auch geschrieben Nǀu, Nǁŋǃk) ist für viele Menschen kein Begriff, den man zuordnen kann. Es handelt sich hierbei um eine Sprache der Bevölkerungsgruppe Khoisan, welche im Süden Afrikas beheimatet ist. Khoisan ist nach geltendem Standpunkt der Ethnologie als der Oberbegriff für die beiden indigenen afrikanischen Völker Khoikhoi und San zu verstehen.

© Die Sprache Nluu wird nur noch von ca. 10 Menschen gesprochen. Ihr Aussterben und damit verbunden ein Stück afrikanisch-indigene Kultur ist vorprogrammiert.

Schon 1973 erklärte das Südafrika der Apartheid die Sprache Nluu als ausgestorben, doch haben Nachforschungen des South African San Institute (SASI) aus den neunziger Jahren ergeben, dass nur 25 Menschen aus Südafrika und dem südlichen Botswana diese Sprache noch sprechen und verstehen können. Heute wird die Anzahl der Nluu-Kenner auf gerade einmal weniger als 10 Personen geschätzt.

Als Ursache für diese Sprachvernachlässigung wird die Bevorzugung anderer Sprachen, etwa Afrikaans oder Tswana, angeführt. Genauso hat das Apartheidsregime und die einstige Rivalität mit den zahlenmäßig überlegenen Bantu-sprechenden Gruppen (z.B. Zulus und Xhosa) nach Auffassung von Sprachwissenschaftlern zur drohenden Ausrottung von Nluu geführt.

Den Linguisten Grace Humphreys und Nigel Crawhall ist es gelungen, einige Tonaufzeichungen des auf das Schnalzen basierenden Sprechverhaltens dieser indigenen Ethnie festzuhalten.