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Uli Hoeneß zu 3,6 Jahren Haft verurteilt

Nach Verurteilung des Präsidenten des FC Bayern München droht die Schadenfreude in Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

 ### UPDATE vom 14.03.2014: Hoeneß verzichtet auf die Revision. ###

Das Strafverfahren gegen den Noch-Präsidenten des FC Bayern München wurde im Schnelltempo verhandelt. Im Ergebnis muss Uli Hoeneß, so entschied heute das Landgericht München II, wegen des besonders schweren Falls von Steuerhinterziehung für 3,6 Jahre in den Knast. Insgesamt 27,2 Millionen Euro sind vor dem deutschen Fiskus in der Schweiz hinterzogen worden. Die Selbstanzeige und das Geständis der Fußballikone blieben wirkungslos. Unterdessen dürfte in Südafrika das Urteil auf Schadenfreude stoßen.

© Das heutige Urteil gegen den Präsidenten des FC Bayern München dürfte vor allem in Südafrika zur Schadenfreude führen. Denn Uli Hoeneß machte sich vor vier Jahren mit seinen Aussagen zum WM 2010-Austragungsland keine Freunde am Kap. (Quelle: flickr/ Radio Arabella)

© Das heutige Urteil gegen den Präsidenten des FC Bayern München dürfte vor allem in Südafrika zur Schadenfreude führen. Denn Uli Hoeneß machte sich vor vier Jahren mit seinen Aussagen zum WM 2010-Austragungsland keine Freunde am Kap. (Quelle: flickr/ Radio Arabella)

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Kriminalität in Südafrika – Experten im Zwiespalt zur Beurteilung der WM 2010

Sicherheit während der WM 2010 und die Befürchtungen vor Gewalt

(Autor: Ghassan Abid)

Die Gewalt in Südafrika ist immens und statistisch gesehen einer der höchsten weltweit. Insbesondere um die Metropole Johannesburg stellt vielerorts ein einfacher Spaziergang am Tage schon ein Spiel mit dem Feuer dar. Das Polizeiministerium Südafrikas beziffert die aktuelle Kriminalstatistik wie folgt: Insgesamt wurden im Kapland über 2.098.229 Schwerstverbrechen (fast ausschließlich Gewaltstraftaten) registriert – im direkten Vergleich quantifiziert das Bundeskriminalamt in seiner „Polizeilichen Kriminalstatistik  2008“ die Gewaltkriminalität mit 210.885 Fällen. Dieser Gegensatz wird noch deutlicher, wenn man sich einzelne Straftatbestände in der nachfolgenden Tabelle anschaut.

Der Vorfall während des Afrika-Cups 2010 in Angola, als der Mannschaftsbus der Nationalelf Togos von Rebellen angegriffen wurde und dabei mehrere Gäste starben, hat die Debatte um die Sicherheit in Südafrika erneut angefacht. Die FIFA und staatliche Stellen betonen die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen im Lande – zuletzt am 21.01.2010 der Chef des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke, dass „bei der Weltmeisterschaft niemand Angst haben muss„. Hintergrund: Die südafrikanische Polizei hat über 41.000 neue Polizisten zur Absicherung der WM eingestellt und 62,4 Mio. Euro in die Ausbildung sowie Ausrüstung ihrer Kräfte, als auch in Videoüberwachungsmaßnahmen gesteckt.

Uli Hoeneß, Präsident des F.C. Bayern München e.V., hingegen betonte die labile Sicherheitslage im Ausrichterland und bewertete den Zuschlag der FIFA an Südafrika als „Fehlentscheidung„. Mit dem Nachsatz, dass er nicht da hinfahren würde, trifft er die Meinungen vieler Deutscher. Laut einer Umfrage von 55.000 Nutzern bei BILD.de, schließen sich 86 Prozent für den Verzicht einer Anreise zur WM nach Südafrika an. Die Distanz zwischen Deutschland und Südafrika, die hohe Kriminalität und Gewalt im Lande sowie überteuerte Preise bei Unterkunft und Transport begründeten diese Tendenz, so BILD.de.

Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 des Bundeskriminalamtes:

http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/541740/publicationFile/26704/PKS2008.pdf

Crime Report des South African Police Service:

http://www.saps.gov.za/saps_profile/strategic_framework/annual_report/2008_2009/2_crime_situation_sa.pdf