Schlagwort-Archive: University of Cape Town

African Angels

Cape Town Opera Chorus in der Berliner Philharmonie: Großartige Stimmen und Gänsehaut

(Autor: Johannes Woywodt)

Seine physische Präsenz ist unübersehbar. Paul Madibeng überragt alle. Groß und stark. Beim Singen ist seine Stimme tief und voller Wärme. Dennoch drängt er sich nicht in den Vordergrund. Madibengs Bassstimme fügt sich nahtlos in die stimmengewaltige, vielfältige und energische Kraft des Cape Town Opera Chorus ein, der unter großem Beifall und stehenden Ovationen am Ostermontagabend in der Berliner Philharmonie seinen Auftakt zur African Angels-Tour 2015 feierte.

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© Der Cape Town Opera Chorus befindet sich zurzeit auf Deutschland-Tournee, verbunden mit einem kurzen Zwischenstopp in der Schweiz. Die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ schaute sich die African Angels, wie das Vokalensemble der Opernkompagnie von Kapstadt auch genannt wird, bei dessen Berlin-Auftritt an. (Quelle: Lucienne van der Mijle)

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„Südafrikas Entwicklungen besorgniserregend“

Im Interview mit Claudia Bröll, Wirtschaftsjournalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

(Autor: Ghassan Abid)

    © Claudia Bröll, Wirtschaftsjournalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) in Südafrika.

© Claudia Bröll, Wirtschaftsjournalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) in Südafrika.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Claudia Bröll, Wirtschaftsjournalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) in Südafrika. Seit 2008 berichten Sie aus Johannesburg und seit 2012 aus Kapstadt. Wie kamen Sie überhaupt ins südliche Afrika?

Antwort: Ich habe Südafrika zum ersten Mal 1996 während eines einjährigen Studienaufenthalts an der University of Cape Town kennengelernt und bin dem Land sowohl beruflich als auch privat treu geblieben. Heute bin ich mit einem Südafrikaner verheiratet, meine zweite Tochter kam in Johannesburg zur Welt und mittlerweile fiebere ich sogar mit, wenn die südafrikanische Rugby-Mannschaft irgendwo aufs Feld läuft.

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Phänomen Monsterwelle

Südafrikas Küste als Gefahrenzone für die Seefahrt. Kein Schiff ist vor den 30 Meter hohen Wellen sicher

(Autor: Ghassan Abid)

Schon seit Jahrhunderten erzählen Seefahrer gruselige Geschichten von riesigen Wellen auf hoher See, die alles mitreißen, was ihnen in die Quere kommt. In der Seefahrt gilt der Grundsatz, dass pro Woche irgendwo auf den Weltmeeren ein Schiff untergeht. Wellen mit einer Höhe von bis zu 30 Metern sind bereits aufgetreten. Wie diese sogenannten Monsterwellen entstehen, ist bisweilen noch nicht abschließend geklärt. Bislang gibt es noch keine messtechnisch belastbare Beobachtung, die das gesamte von einer Monsterwelle betroffene Wellengebiet im Zeitverlauf zeigen würde. Daher ist kein Schiff ist vor den Wellen sicher. Bei Südafrika ist einer dieser Gefahrengebiete lokalisiert.

© SS Waratah, Esso Languedoc, Energy Endurance, VLCC Atlas Pride oder Neptune Sapphire - alles Passagier-, Frachtschiffe oder Öltanker, die von Monsterwellen an den Küsten Südafrikas versenkt bzw. schwer beschädigt wurden. Der Agulhasstrom zählt zu den gefährlichsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Wissenschaftler in Südafrika und in Deutschland erforschen das Meeresphänomen. (Quelle: flickr/ L2F1)

© SS Waratah, Esso Languedoc, Energy Endurance, VLCC Atlas Pride oder Neptune Sapphire – alles Passagier-, Frachtschiffe oder Öltanker, die von Monsterwellen an den Küsten Südafrikas versenkt bzw. schwer beschädigt wurden. Der Agulhasstrom zählt zu den gefährlichsten Schifffahrtsstraßen weltweit. Wissenschaftler in Südafrika und in Deutschland erforschen das Meeresphänomen. (Quelle: flickr/ L2F1)

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Entdeckung der Substanz MMV390048

Universität Kapstadt gelingt mit Schweizer Wissenschaftlern Durchbruch in Malaria-Forschung

(Autor: Ghassan Abid)

Das südafrikanische Wissenschaftsministerium versandt in der 34. Kalenderwoche an mehrere Journalisten eine kurze Einladung, in welcher die Universität Kapstadt (UCT) als Ort benannt wurde. Auf der Pressekonferenz teilte Wissenschaftsministerin Naledi Pandor mit, dass UCT-Forscher eine Substanz entdecken konnten, die „Heilungseffekte“ gegenüber der Tropenkrankheit Malaria aufzeige.

© Das "Drug Discovery and Development Center (H3-D)" der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

© Das „Drug Discovery and Development Center (H3-D)“ der University of Cape Town hat in Kooperation mit Schweizer Wissenschaftlern das Molekül MMV390048 entdeckt, welches als Impfstoff und/ oder Arzneimittel zur Bekämpfung von Malaria herangezogen werden kann. Klinische Studien in 2013 sollen Klarheit zur Entdeckung verschaffen. Bisweilen existiert kein Impfstoff gegen Malaria. An mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen weltweit wird hierzu geforscht. (Quelle: flickr/ ZackWilson)

Das seit 2010 laufende Projekt am UCT Drug Discovery and Development Center (H3-D) wird von Professor Kelly Chibale geleitet und steht in direkter Kooperation mit der in Genf ansässigen Stiftung Medicines for Malaria Venture (MMV). Das bilaterale Forschungsteam verspricht sich mit der Entdeckung der Substanz MMV390048 große medizinische Chancen für die Bekämpfung von Malaria. 2013 sollen erste klinische Studien folgen. Diese bedeuten im Klartext die Erprobung des Wirkstoffs an Patienten oder gesunden Probanden, um eine Heilbehandlung entwickeln zu können. Professor Chibale fügte auf der Pressekonferenz hinzu, dass zum ersten Mal afrikanische Wissenschaftler ein Molekül entdeckt haben. 

Plasmodien, so der Name der Erreger der Malaria, gehören zu einer Gattung innerhalb der Protozoengruppe der Sporozoa. Sie befallen wie ein Parasit die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) des Menschen. In den verschiedenen Gebieten der Welt sind bislang vier Spezies der Plasmodien bekannt: Plasmodium falciparum (Malaria tropica), P. ovale sowie P. vivax (Malaria tertiana) und P. malariae (Malaria quartana).

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

© Im südlichen Afrika wird die Tropenkrankheit Malaria tropica vor allem durch den Stich der Anopheles übertragen. Es liegen Schätzungen vor, dass jedes Jahr weltweit rund 1 Million Menschen durch die mit dem Mückenstich übertragene Krankheit sterben. (Quelle: flickr/ alexwmueller)

Im südlichen Afrika kommt hauptsächlich die Malaria tropica vor, die durch weibliche Stechmücken der Gattung Anopheles, besser bekannt als Moskitos, übertragen werden. Sie zählt als die gefährlichste Malariaform überhaupt, die bei ausbleibender Therapie zum Tod führt.  Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schweißausbruch treten als Symptome auf.

Vor allem nachts stechen die Mücken zu. „Je nach Risiko und Resistenzlage in A-, B- und C-Gebiete“, können zur Prophylaxe die Medikamente Atovaquon/Proguanil, Mefloquin und Doxycyclin eingenommen werden, heißt es in der vom Robert Koch Institut (RKI) herausgegeben Publikation „Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Diese senken das Risiko einer Erkankung, bieten allerdings keinen hundertprozentigen Schutz an. Das RKI ist das zentrale Bundesinstitut im Bereich der Krankheitsüberwachung/ -prävention und biomedizinischen Forschung. Allerdings wird die Wirksamkeit dieser Chemoprophylaxe von nicht wenigen Infektionsforschern in Frage gestellt.

Animation zu den Auswirkungen des Malaria-Erregers Plasmodien für den menschlichen Organismus

Zu den endemischen Malaria-Gebieten mit hohem Risiko in Südafrika zählen die Provinzen Mpumalanga, Limpopo und KwaZulu-Natal. Der bei deutschen Touristen beliebte Krüger-Nationalpark wird vor allem im Zeitraum Oktober bis Mai von Moskitos befallen. Es wird geschätzt, dass fast ein Viertel aller Todesfälle bei Kindern im südlichen Afrika durch Malaria verursacht wird. Weltweit sterben jedes Jahr rund eine Million Menschen an der Malaria. Sollte mit der Substanz MMV390048 tatsächlich ein Impfstoff und/ oder Arzneimittel gegen Malaria entwickelt werden können, dann dürfte diese Entdeckung ein wichtiger Meilenstein für die internationale  Wettbewerbsfähigkeit der südafrikanischen Wissenschaftslandschaft darstellen.

Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012/2013

Bekämpfung des Klimawandels als bilaterales Forschungsschwerpunkt

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Tage beginnt das Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/2013, welches „die Zusammenarbeit beider Länder stärken und neue Netzwerke ins Leben rufen“ soll, heißt es in den offiziellen Pressemeldungen. Während das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) auf ihrer Homepage das Jahr bereits öffentlichkeitswirksam zelebriert, lässt der Online-Auftritt des südafrikanischen Gegenparts, des Departments of Science and Technology (DST), bislang keine diesbezügliche Ankündigung erkennen.

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

© Screenshot zur Webseite Deutsch-Südafrikanisches Jahr der Wissenschaft 2012-2013

Die Bundesforschungsministerin Annette Schavan wird mit der südafrikanischen Wissenschaftsministerin Naledi Pandor das auf insgesamt acht Themenfelder fokussierte Aktionsprogramm eröffnen. Neben dem Klimawandel als akademisches Betätigungsfeld, stehen darüberhinaus das Human Capital Development, die Bioökonomie, Urbanisierung/ Megastädte, Astronomie, Innovation in der Gesundheitswirtschaft und Geistes- bzw. Sozialwissenschaften auf der Agenda. Allerdings bleibt die Bekämpfung des Klimawandels infolge der zurückliegenden Kooperationen als wichtigstes Forschungsfeld bestehen.

Bereits am 5. März 2012 machte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, gegenüber „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Klima- und Nachhaltigkeitsforschung als wichtigen Schwerpunkt der deutschen Forschungspolitik aufmerksam. Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung stehen im Mittelpunkt der staatlichen Förderung. In diesem Kontext wurden beim Wettbewerb „Green Talents 2011“ gleich drei junge südafrikanische Wissenschaftler für ihre Arbeiten prämiert: Dr. Dyllon Garth Randall (University of Cape Town) für seine Verdienste auf dem Gebiet der Wiederaufbereitung von Minenabwässern, Dr. Owen Horwood PhD (Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit, Wasserpolitik und –Governance) im Hinblick auf eine effiziente Wasserwirtschaft und Alanna Rebelo (Stellenbosch University) für die Gewährleistung der Wassersicherheit sowie nachhaltigen Landwirtschaft.

Das Kapland erweist sich für Deutschland angesichts seiner Universitäten und Forschungseinrichtungen als bedeutendester afrikanischer Staat in der wissenschaftlich-technologischen Zusammenarbeit (WTZ). Dennoch verliert die südafrikanische Hochschullandschaft bedingt durch die ausufernde Kriminalitätsproblematik bis zum heutigen Tage hochqualifizierte Wissenschaftler in Richtung Großbritannien, Australien oder die Vereinigten Staaten. Interessant ist zudem die zu beobachtende Intensivierung der Süd-Süd-Forschungskooperationen, welche schwerpunktmäßig auf China ausgelegt sind. Mögliche Konsequenzen für die deutsch-südafrikanische Partnerschaft sind noch nicht absehbar.

© Offizielles Logo

© Offizielles Logo

Mit Südafrika setzt das BMBF die nun sechste Auflage des Jahres der Wissenschaft um (Deutsch-Ägyptisches Jahr 2007, Deutsch-Israelisches Jahr 2008, Deutsch-Chinesisches Jahr 2009/2010, Deutsch-Brasilianisches 2010/2011 und Deutsch-Russisches Jahr 2011/2012).  „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ wird im Laufe seiner Berichterstattung zu mehreren deutsch-südafrikanischen Forschungsprojekten berichten.

Deutsch-südafrikanische Forschungskooperation

Im Interview mit Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium

(Autor: Ghassan Abid)

© Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Herrn Thomas Rachel.

Herr Rachel, seit einigen Jahren widmet sich Ihr Haus dem Klimawandel. Welche konkreten Anstrengungen unternimmt das BMBF, um dieser globalen Herausforderung entgegenzutreten?

Antwort: Selbstverständlich sind Klima- und Nachhaltigkeitsforschung ein ganz wichtiger Schwerpunkt der deutschen Forschungspolitik. Und in diesem Jahr rücken wir das besonders ins Blickfeld. Das Wissenschaftsjahr „Zukunftsprojekt Erde“, das Bundesministerin Annette Schavan vor wenigen Tagen eröffnete, zeigt die Wirksamkeit wissenschaftlicher Arbeit für die Nachhaltigkeit mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und Initiativen in ganz Deutschland. Das betrifft sowohl geowissenschaftliche Grundlagenforschung als auch angewandte Forschung. Beides, also die Suche nach einem Verständnis des „Systems Erde“, als auch die Entwicklung von Lösungen zur Anpassung an unvermeidbare Folgen der Erwärmung, fördern wir mit zahlreichen Initiativen und Projekten. Deutschland ist, um nur ein Beispiel zu nennen, in der Meeres- und Polarforschung sehr aktiv, die zentrale Erkenntnisse über das Klimasystem liefert. 2015 wird das neue Forschungsschiff Sonne in Dienst gehen.

Klimaschutz ist eine grenzüberschreitende, globale Aufgabe. Wir wissen, dass andere Länder stärker von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden als Deutschland. Das betrifft vor allem Afrika. Daher startet das Bundesforschungsministerium jetzt die Initiative „WASCAL – West African Science Service Center on Climate Change and Adapted Land Use“ gemeinsam mit zehn westafrikanischen Staaten und SASCAL mit Südafrika und anderen Staaten des südlichen Afrika. Ziel ist bei beiden Initiativen die Erforschung der Folgen des Klimawandels für das Wassermanagement und die Landnutzung und die Entwicklung wirksamer Schutzmaßnahmen gegen klimabedingte Risiken.

2010sdafrika-Redaktion: Mit der Initiative „Green Talents“, einem internationalen Wettbewerb, würdigen Sie junge Wissenschaftler, die sich der nachhaltigen Bekämpfung des Klimawandels verdient machen. Diese Green Talents besuchen deutsche Universitäten, Forschungseinichtungen und Unternehmen. Inwieweit entfalten sich hierbei mittelfristige Synergieeffekte zwischen ausländischen Nachwuchswissenschaftlern einerseits und deutschen Forschungsinstitutionen andererseits?

Antwort: Ich freue mich sehr, dass wir durch das „Green Talents“-Programm bereits Synergieeffekte zwischen den Preisträgern und deutschen Einrichtungen erzielen konnten. Das liegt vor allem daran, dass die Initiative an sich nachhaltig angelegt ist. Der erste Teil des Preises, das „Green Talents“-Forum, ist eine Reise durch Deutschland, um die deutsche Forschungslandschaft kennenzulernen und erste Kontakte mit hiesigen Experten zu knüpfen. Im darauffolgenden Jahr werden die „Green Talents“ vom BMBF zu einem dreimonatigen Forschungsaufenthalt an einer deutschen Forschungseinrichtung ihrer Wahl eingeladen. Es kommt oft vor, dass die aufnehmenden Institutionen eine Verlängerung des Aufenthaltes finanzieren. Zwei Preisträgern aus dem Jahr 2010 wurden nach ihrem Aufenthalt Festanstellungen in deutschen Unternehmen angeboten. Zwei weitere absolvieren derzeit ihren Post-Doc an deutschen Universitäten. Von einigen anderen wissen wir, dass sie sich um hochdotierte deutsche Forschungsstipendien oder das Bundeskanzlerstipendium bewerben. Zudem werden die geknüpften Kontakte zu deutschen Experten für bilaterale Projekte mit den jeweiligen Heimatinstituten genutzt.

Der „Green Talents“ Wettbewerb trägt also dazu bei, junge Wissenschaftler früh für Deutschland zu interessieren und durch längerfristige Aufenthalte und Forschungskooperationen dauerhaft für Deutschland zu gewinnen.

2010sdafrika-Redaktion: Der „Green Talents“-Wettbewerb wurde 2011 nun zum dritten Mal ausgeschrieben. Drei Südafrikaner – Dr. Dyllon Garth Randall (University of Cape Town), Dr. Owen Horwood PhD (Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit, Wasserpolitik und –Governance) und Alanna Rebelo (Stellenbosch University) – wurden ausgezeichnet. Können Sie uns darlegen, warum diese Personen für welchen Untersuchungsgegenstand prämiert wurden?

Antwort: Ich freue mich über die rege Beteiligung junger südafrikanischer Wissenschaftler. Südafrika gehört zu den Schwerpunktländern des Wettbewerbs.

Die Qualität südafrikanischer Forschungsarbeiten schlägt sich in der Zahl der bisherigen Preisträger nieder: Seit 2009 gab es sechs südafrikanische Preisträger, zwei weitere Gewinner haben zwar nicht die südafrikanische Staatsbürgerschaft, arbeiten jedoch seit vielen Jahren dort.

Die Auszeichnung als „Green Talent“ wird nicht für einzelne Forschungsprojekte, sondern an junge Wissenschaftler mit herausragendem Potential im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung, vergeben. Es geht um junge Menschen, denen wir zutrauen, die Welt positiv zu verändern.

Dr. Dyllon Randall hat für sein junges Alter (27) bereits eine beachtliche Karriere hinter sich. Er ist promovierter Chemieingenieur und arbeitet hauptsächlich an der Wiederaufbereitung von Minenabwässern. Südafrika ist ein weltweit führendes Bergbauland und dieser Industriezweig dort besonders wichtig. Dabei spielen Umweltaspekte eine wichtige Rolle. Dr. Randall beschäftigt sich damit, die bei der Förderung von Kohlen und Metallen anfallenden Abwässer umweltschonend von Schadstoffen zu reinigen. Zu diesem Zweck hat er ein absolut neuartiges Verfahren entwickelt: Eutectic Freeze Crystallization. Mit Hilfe dieser Technologie ist es möglich, 96% des verunreinigten Wassers in brauchbare Salzprodukte und Trinkwasser umzuwandeln. Die Jury ehrte ihn für seine Innovation und seine weitergehende ganzheitliche Betrachtung der Bergbauwirtschaft auch vor dem Hintergrund, dass die Versorgung mit sauberem Wasser weltweit eine zunehmend wichtige Rolle spielt. Es ist für uns alle lebensnotwendig, die Verschwendung von Wasser zu minimieren und den Wasserkreislauf zu schließen. Dr. Randall trägt signifikant dazu bei und unterstreicht damit die erfreuliche Entwicklung der südafrikanischen Wasserwirtschaft. Dr. Randall hat den Aufenthalt in Deutschland genutzt, um sich über deutsche Spitzenforschung und –technologien im Bereich des Wassermanagements zu informieren und Forschungskooperationen in diesem Bereich anzubahnen.

Hier knüpft auch die Arbeit von Dr. Owen Horwood an. Nach drei Master-Abschlüssen und der Promotion an der Universität Oxford ist Dr. Horwood nun als Sachverständiger für ökologische Nachhaltigkeit in seinem Heimatland Südafrika tätig, das ihm besonders am Herzen liegt. Mit seinem besonders breit gefächerten fachlichen Hintergrund hat er sich auf das Thema Wasserwirtschaft spezialisiert. Er bezieht dabei politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte ein. In einer Studie verglich er die Wasserwirtschaft im Rhein-Ruhr-Gebiet in Deutschland mit dem Olifants-Wassergebiet in Südafrika.

Alanna Rebelo von der Stellenbosch University wurde ebenfalls aufgrund ihrer hohen Interdisziplinarität und ihres sozialen Engagements ausgewählt. Sie befindet sich noch im Masterstudium, doch lassen ihre bisherigen Leistungen auf eine vielversprechende Forscherkarriere schließen. Frau Rebelo nutzt ihre Expertise in den Bereichen der Hydrologie, Ökologie, Wirtschaft und Soziologie, um die Auswirkungen von Änderungen in der Landnutzung zu untersuchen. Ihre Forschung trägt dazu bei, Wassersicherheit zu gewährleisten sowie nachhaltige Landwirtschaft durch angemessenes Landmanagement und die Beseitigung invasiver fremder Pflanzenarten zu fördern.

Der interdisziplinäre Ansatz, den alle drei „Green Talents“ zeigen, ist ein Schlüssel zu globaler Nachhaltigkeit. Wir müssen voneinander und miteinander lernen. Das „Green Talents“ Forum bringt Menschen verschiedenster Fachrichtungen aus aller Welt zusammen, um gemeinsam an den Problemstellungen zu arbeiten, die uns alle betreffen: Klimawandel, Wasserknappheit, Biodiversitätsverlust und Rohstoffmangel.

© Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel mit den südafrikanischen Preisträgern von 2011 (Quelle: Internationales Büro des BMBF)

2010sdafrika-Redaktion: Südafrika gilt ja als „Tor zu Afrika“ und gleichzeitig als wichtigster Wissenschaftspartner Deutschlands auf dem afrikanischen Kontinent. Auf der Grundlage einer gemeinsamen Erklärung des BMBF und seines südafrikanisches Counterparts Department of Science and Technology (DST) von 2008, konzentriert sich die bilaterale Kooperation auf die Nachhaltigkeitsforschung. Welche Ziele werden hierbei verfolgt und wo sehen Sie weiteren Handlungsbedarf?

Antwort: Bei der Nachhaltigkeitsforschung geht es darum, Fragen zu nachhaltiger Entwicklung wissenschaftlich aufzubereiten und Nachhaltigkeitsstrategien auf lokaler, regionaler, nationaler und globaler Ebene und in Praxisfeldern zu bearbeiten. Afrika ist vom Klimawandel in hohem Maße betroffen. Hier gilt es, zusammen mit Südafrika, besonders effektive Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, um den durch den Klimawandel entstehenden Herausforderungen zu begegnen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Nachhaltigkeitsforschung wird aber nicht die alleinige Ausrichtung der vielfältigen Kooperationen mit Südafrika sein. Allerdings werden alle Projekte und Maßnahmen aus den oben genannten Gründen dem Gesichtpunkt der Nachhaltigkeit in besonderer Weise Rechnung tragen.

2010sdafrika-Redaktion: Erwägt das BMBF einen Ausbau der Kooperationen mit Südafrika?

Antwort: Die Kooperation mit Südafrika soll weiter ausgebaut werden. Am 16. April 2012 eröffnet Bundesministerin Schavan gemeinsam mit ihrer südafrikanischen Amtskollegin Ministerin Naledi Pandor in Kapstadt das „Deutsch-Südafrikanische Jahr der Wissenschaft 2012/13“. Dieses Jahr wird ein Anreiz sein, um durch eine Vielzahl von Projekten, Vorhaben und Veranstaltungen die bereits jetzt sehr gute und fruchtbare Kooperation zwischen Deutschland und Südafrika weiter zu vertiefen.

2010sdafrika-Redaktion: Der Einfluss Chinas in Südafrika, unter anderem im Forschungsbereich, manifestiert sich zunehmend. Befürchten Sie eine akademische Kooperations-Umverlagerung zu Lasten Deutschlands?

Antwort: Die Bemühungen Chinas sind bekannt. Für Südafrika ist es wie für uns selbst von Interesse, weltweit in der Forschung zu kooperieren. Wenn Deutschland in der Internationalisierungsstrategie der Bundesregierung die Kooperation mit den weltweit Besten anstrebt, verstehen wir jeden sehr gut, der dies ebenfalls anstrebt. Die deutsche Forschung ist aber auch im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt und fürchtet die Konkurrenz nicht. Im Gegenteil. Ich betrachte dies als Anreiz und als Herausforderung, globale Probleme gemeinsam zu lösen.

Chinas Präsident Hu Jintao begrüßte am 14.04.2011 den Beitritt Südafrikas in den Klub der Schwellenländer, den BRICS-Staaten, und betont u.a. die Zukunft der Süd-Süd-Forschungskooperation zwischen Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. 

2010sdafrika-Redaktion: Waren Sie persönlich schon in Südafrika und welche Aspekte verbinden Sie rein intuitiv mit diesem Land?

Antwort: Ja, ich war vor längerer Zeit einmal in Südafrika. Es ist für mich ein wunderschönes, ein spannendes Land mit atemberaubender Landschaft. Ich verbinde mit Südafrika insbesondere auch gesellschaftlichen Aufbruch, aber auch enorme Herausforderungen.

2010sdafrika-Redaktion: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, vielen Dank für dieses informative Interview!

Direktor des Bundesrates im Interview

Bilaterale Zusammenarbeit zwischen Länderkammern – eine Bestandsaufnahme

(Autor: Ghassan Abid)

Es ist längst bekannt, dass der Bundesrat enge Beziehungen zu seinem südafrikanischen Counterpart, dem National Council of Provinces (NCOP), unterhält. Schon bei der institutionellen Schaffung des NCOP wirkte der Bundesrat in beratender Funktion mit. Umso mehr freuen wir uns – als „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – dass Herr Dirk Brouër, bis heute noch Direktor des Bundesrates, mit diesem Interview quasi seine letzte Amtshandlung ausübt. Die 2010sdafrika-Redaktion weiß dies zu schätzen und bedankt sich hierfür ausdrücklich bei Herrn Brouër und der Pressestelle des Bundesrates!

2010sdafrika-Redaktion: Im Frühjahr dieses Jahres erhielt die Länderkammer Besuch von einer Delegation des südafrikanischen National Council of Provinces (NCOP), angeführt vom NCOP-Vorsitzenden Herrn Mninwa Johannes Mahlangu. Was war Inhalt ihrer Konsultationen?

© Dirk Brouër, Direktor des Bundesrates

Antwort: Der NCOP-Vorsitzende, der in Begleitung von fünf weiteren Delegierten südafrikanischer Provinzen nach Deutschland gekommen war, nutzte die Gelegenheit, sich intensiv mit den föderalen Strukturen der Bundesrepublik zu befassen. So bereiste er die Heimat von Bundesratspräsident Jens Böhrnsen, die Freie Hansestadt Bremen, sowie die Länder Sachsen-Anhalt und Berlin. Dort führte er hochrangige politische Gespräche auf der Bundes-, Landes- und der Kommunalebene.

Mit den Themen „duales Ausbildungssystem“, „erneuerbare Energien“ sowie „Forschungskooperationen mit Südafrika“ setzte er weitere Schwerpunkte und besuchte ausgewählte Projekte. Dabei informierte er sich unter anderem über das Ausbildungssystem in einem großen Unternehmen, die Arbeitsmöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen und die Energiegewinnung durch Windkraft. In einem glaziologischen Labor erlebte die Delegation Klimageschichte hautnah.

Im Vorfeld der damals anstehenden Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika tauschte er sich zudem über die Erfahrungen der deutschen Sicherheitsbehörden mit sportlichen Großereignissen aus.

2010sdafrika-Redaktion: Mit dem Ende der Rassentrennungspolitik à la Apartheid erforderte die Demokratisierung Südafrikas auch institutionelle Reformen. Während der Verfassungsgerichtshof Südafrikas das Bundesverfassungsgericht als Vorbild genommen hatte, erhielt die südafrikanische Länderkammer NCOP umfangreiche Beratungsleistungen aus dem Umfeld des Bundesrates. Wer initiierte eigentlich diesen Prozess und wie verlief dieser?

Antwort: Die Initiative ging von südafrikanischer Seite aus, insbesondere von Akteuren der verfassunggebenden Versammlung. Das Interesse ergab sich zwangsläufig aus den Überlegungen, im Zuge der Verteilung von Zuständigkeiten auf mehrere staatliche Ebenen die Provinzen in angemessener Weise an der nationalen Politik zu beteiligen. Dabei ging es nicht darum, sich den deutschen Bundesrat zum Vorbild zu nehmen, sondern anhand seiner Strukturen und Abläufe die geeignete südafrikanische Antwort zu geben. Dies war dann der National Council of Provinces, mit seinen Gemeinsamkeiten, aber auch seinen Unterschieden zum Bundesrat.

© Arbeitstreffen zwischen Mitgliedern des NCOP und Bundesrates vom Februar 2010 (Quelle: Bundesrat)

Der Bundesrat war an diesem Austausch auf Mitglieder- und Mitarbeiterebene beteiligt. Dies geschah durch Teilnahme an Symposien, durch bilaterale Mitarbeiteraustauschprogramme und zahllose weitere formelle wie informelle Kontakte, die bis zum heutigen Tage anhalten. So lässt sich auch ein Bogen schlagen vom Besuch des damaligen Bundesratspräsidenten Teufel im November 1996 in Südafrika bis zum jüngsten Besuch des NCOP-Vorsitzenden Mahlangu im Frühjahr in Deutschland.

2010sdafrika-Redaktion: Wie gestaltet sich die gegenwärtige Zusammenarbeit? Oder anders gefragt: Wo ergeben sich Synergieeffekte und wo bestehen nach wie vor Handlungsnotwendigkeiten bei der interparlamentarischen Kooperation zwischen Bundesrat und NCOP?

Antwort: Die gegenwärtige Zusammenarbeit zwischen Bundesrat und NCOP gestaltet sich gut und hat bereits seit 1996 Tradition. Abgeordnete des NCOP besuchen regelmäßig den Bundesrat, um mit dessen Mitgliedern zum Meinungs- und Erfahrungsaustausch zusammenzutreffen. Auch auf Arbeitsebene gibt es zahlreiche Kontakte. Mitarbeiter der Verwaltung des NCOP kommen zu Informationsbesuchen nach Berlin; ein Mitarbeiter des Bundesrates hat kürzlich als Referent am „2010 Consultative Seminar“ des South African Legislative Sector teilgenommen und ich selbst stehe in meiner Eigenschaft als Direktor des Bundesrates in regelmäßigem Kontakt zu meinem südafrikanischen Kollegen.

In Zukunft sollten wir darauf achten, den derzeit bereits gut funktionierenden Informationsaustausch zwischen unseren beiden Häusern aufrecht zu erhalten und gegebenenfalls noch zu verbessern. Das Wissen um die Interessen und Bedürfnisse des anderen ist ein wichtiger Baustein bei der Gestaltung der Zusammenarbeit. Neben der Kooperation in den interparlamentarischen Gremien, müssen die bilateralen Kontakte weiterhin gefördert werden. Zudem wünsche ich mir einen Ausbau der informellen bzw. persönlichen Kontakte zwischen Bundesrat und NCOP.

2010sdafrika-Redaktion: Mehrere Länder sind unterschiedlich stark in Südafrika mit entwicklungs- und handelspolitischen Projekten engagiert. Beispielsweise unterhält Bayern mit Gauteng sowie Western Cape, Baden-Württemberg mit Kwazulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape enge Partnerschaften. Andere Länder, wie Brandenburg oder Schleswig-Holstein, betreiben hingegen kaum Kontaktpflege nach Südafrika.

Wie würden Sie diese starke Diskrepanz begründen und sind Sie nicht der Meinung, dass der Bundesrat als Vertretung der Länder hierbei eine koordinierende und zentrale Funktion einnehmen sollte bzw. könnte?

Antwort: Die Tatsache, dass sich nur einige Länder bei entwicklungs- und handelspolitischen Projekten in Südafrika engagieren bzw. entsprechende Partnerschaften pflegen hat unterschiedliche Ursachen und darf auf keinen Fall als Desinteresse verstanden werden. Fast alle deutschen Länder haben Kontakte ins Ausland. Ausschlaggebend dafür, zu welchen Staaten oder Regionen diese erfolgen, sind zunächst die wirtschaftlichen und strukturellen Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Viele Partnerschaften beruhen auch auf langjährigen persönlichen Kontakten oder haben historische Wurzeln. Zudem verfügen die großen Flächenländer im Bereich der zwischenstaatlichen Kooperation – allein schon personell – über viel weitergehende Möglichkeiten als die kleineren Länder oder die Stadtstaaten.

Der Bundesrat kann allein schon aufgrund seiner verfassungsrechtlichen Stellung im Hinblick auf das Engagement der Länder in Südafrika keine koordinierende Funktion wahrnehmen. Die Länder wirken über den Bundesrat bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes und in Angelegenheiten der Europäischen Union mit – so will es das Grundgesetz. Aufgrund der Eigenstaatlichkeit der Länder ist es diesen – in gewissen durch die Verfassung aufgezeigten Grenzen – möglich, internationale Kontakte entsprechend ihren Anliegen und Interessen zu pflegen. Zu welchen Staaten und Regionen bzw. in welchem Umfang dies geschieht, muss jedem Land selbst überlassen bleiben. Eine koordinierende Rolle des Bundesrates wäre möglicherweise sogar kontraproduktiv.

Der Bundesrat wird allerdings im Rahmen der interparlamentarischen Beziehungen weiterhin seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben, Kontakte nach Südafrika zu knüpfen und so den Grundstein für die Begründung neuer Partnerschaften zwischen deutschen Ländern und südafrikanischen Provinzen zu legen.

© Bundesrat wird Arbeitsbeziehungen mit NCOP intensivieren (Quelle: Bundesrat)

2010sdafrika-Redaktion: Welche konkreten partnerschaftlichen Vorhaben zwischen Bundesrat und National Council of Provinces stehen für die Zukunft an?

Antwort: Wir wollen versuchen, die bereits bestehenden guten Arbeitsbeziehungen und den wechselseitigen Erfahrungsaustausch noch weiter zu verbessern. Dabei besteht auch ein besonderes Interesse des NCOP an den Auswirkungen der beiden letzten Reformen im deutschen Föderalismus.

2010sdafrika-Redaktion: Haben Sie persönliche Erlebnisse in Südafrika machen dürfen bzw. was würde Sie an Südafrika besonders interessieren?

Antwort: Ja, ich war selbst zweimal in Südafrika und war sowohl von der landschaftlichen Schönheit als auch von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes sehr angetan. Besonders beeindruckt hat mich bei meinem ersten Besuch die wunderbare Gastfreundschaft, die ich durch den Präsidenten Mahlangu genießen durfte, als ich zum 10-jährigen Jubiläum des National Council of Provinces 2007 in Cape Town war.

Ich verspreche, dass ich Südafrika auch in meinem Ruhestand in Zukunft besuchen und dabei auch die weitere wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes beobachten werde.

2010sdafrika-Redaktion: Mit welchen drei Schlagwörten würden Sie die bisherige Kooperation zwischen beiden Länderkammern bewerten?

Antwort: Die Zusammenarbeit zwischen dem NCOP und dem Bundesrat in Schlagworten zusammenzufassen, ist schwierig. Am ehesten treffen, glaube ich, die folgenden drei Feststellungen zu:

– partnerschaftlich

– freundschaftlich und fröhlich

– zukunftsweisend für andere.

2010sdafrika-Redaktion: Dirk Brouër, bis zum heutigen Tage noch Direktor des Bundesrates und ab morgen Direktor a.D., wir wünschen Ihnen für den Ruhestand alles Gute und bedanken uns recht herzlich für das Interview!


2010sdafrika-Artikel zum Treffen zwischen Bundesrat und NCOP vom März 2010:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/05/bundesrat-empfangt-parlamentarier-sudafrikas/

University of Cape Town mit interparlamentarischer Analyse zu NCOP und Bundesrat:

http://www.publiclaw.uct.ac.za/usr/public_law/Building/Chapter 4.pdf