Schlagwort-Archive: Vater der Nation

Mandela-Trauergottesdienst im Berliner Dom

1.000 Bürger nehmen persönlich Abschied von Südafrikas Ikone Madiba. Ein Erlebnisbericht

(Autor: Ghassan Abid)

– MANDELA-Spezial –

Es ist Mittwoch, der 11. Dezember 2013 gegen 18.00 Uhr, als rund 1.000 Menschen sich im Berliner Dom einfinden, um Nelson Mandela vom irdischen Leben zu verabschieden. Sie wollen ihm Lebewohl und Dankeschön sagen. Innerhalb des Gotteshauses ist es kühl. Trotzdem ist der Dom bis in die letzte Reihe gefüllt, mit jungen und alten Gästen. Kalter Wind zieht teilweise durch die Gänge. Die Stimmung ist gedrückt. Viele Berliner sind in sich gekehrt; auch ich.

© Am 11. Dezember 2013 verabschiedeten sich rund 1.000 Berliner von Nelson Mandela. Im Berliner Dom fand ein Trauergottesdienst anlässlich der südafrikanischen Ikone statt, an welcher auch Ghassan Abid - Chefredakteur von "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" - teilnahm.

© Am 11. Dezember 2013 verabschiedeten sich rund 1.000 Berliner von Nelson Mandela. Im Berliner Dom fand ein Trauergottesdienst anlässlich der südafrikanischen Ikone statt, an welcher auch Ghassan Abid – Chefredakteur von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – teilnahm.

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Mandelas Errungenschaften

Madibas Beitrag auf politischer Ebene ist zugleich ein Vorbild für viele auf persönlicher Ebene

(Autor: Simon Domke)

– MANDELA-Spezial –

Präsident, Vater der Nation, Friedensnobelpreisträger. Die wohl meistgenannten Begriffe beim Versuch, die öffentliche Person Nelson Mandela zu beschreiben. Aber wie sehr werden diese Begriffe seinem Lebenswerk gerecht?

    © Mandelas Lebenswerk basierte auf die Vision, die soziale, politische und wirtschaftliche Ungleichheit in Südafrika zu bekämpfen. (Quelle: flickr/ Paraíba)

© Mandelas Lebenswerk basierte auf die Vision, die soziale, politische und wirtschaftliche Ungleichheit in Südafrika zu bekämpfen. (Quelle: flickr/ Paraíba)

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Mandela ist Präsident

Als Vater der Nation sich für die Versöhnung der Ethnien eingesetzt

(Autorin: Nadja Krupke)

– MANDELA-Spezial –

„Never, never and never again shall it be that this beautiful land will again experience the oppression of one by another and suffer the indignity of being the skunk of the world.Nelson Mandela

Nach seiner Wahl am 10. Mai 1994 stellte Nelson Mandela sich zum ersten Mal vor dem Volk und plädierte, dass Südafrika nie wieder unter den menschenunwürdigen Verhältnissen leiden solle, wie es in der Apartheid der Fall war. Er war der erste Präsident der Südafrika die Demokratie und den Frieden brachte und der den Menschen wieder Hoffnung schenkte. Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Eine Zukunft ohne Rassenhass und Rassentrennung. Eine Zukunft mit politischer, sozialer und wirtschaftlicher Gleichberechtigung.

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein (Quelle: flickr/ Geoff's Trains)

© Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas. Während seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 setzte er sich für eine friedliche Transformation des Landes ein. (Quelle: flickr/ Geoff’s Trains)

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Kap-Kolumne: Wenn der Schmerz zum Streit wird

Mit Mandela-Überresten das große Geschäft machen? Madiba-Clan im öffentlichen Streit und vor Gericht

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger Westberliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Dear Nelson Mandela. You have served our country so much, now it is our time to serve. You are my hero. Thank you so much for giving us happiness.

Diese Worte, so schreibt die Sonntagszeitung „City Press“, stehen auf der selbstgefertigten Karte einer Elfjährigen vor dem Wohnhaus des „Vaters der Nation“ im Johannesburger Vorort Houghton. Hier, wie vor dem Krankenhaus in Pretoria, häufen sich die Gegenstände aller Art – Karten, Blumen, Plakate, Bilder, Tücher – die dem schwer erkrankten Nelson Rolihlahla Mandela gewidmet sind. Insbesondere die Devotionalienwand am Krankenhaus ist inzwischen zu einem Anziehungspunkt für Touristen geworden.

© Innerhalb der Mandela-Familie ist ein offener Streit ausgebrochen. Nelson Mandelas Enkel, Mandla Mandela, hat 2011 drei Gräber der Familie exhumieren und die sterblichen Überreste nach Mvezo in eine neu angelegte Grabstätte verlegen lassen. Will Mandla Mandela mit den Überresten seiner Familienangehörigen Geld machen, fragt sich die Nation. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Innerhalb der Mandela-Familie ist ein offener Streit ausgebrochen. Nelson Mandelas Enkel, Mandla Mandela [im Bild rechts], hat 2011 drei Gräber exhumieren und die sterblichen Überreste nach Mvezo in eine neu angelegte Grabstätte verlegen lassen. Will Mandla Mandela mit den Überresten seiner Familienangehörigen Geld machen, fragt sich die Nation. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

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Marke Mandela

Wie mit einer politischen Ikone viel Geld gemacht wird. Ein öffentlicher Familienstreit ist entbrannt

(Autor: Ghassan Abid)

Mandela-Bücher kann man kaufen, Mandela-Klamotten ebenfalls und Mandela-Souvenirs sowieso. Längst ist der erste schwarze Präsident Südafrikas zu einem beliebten Kaufprodukt geworden. Eine politische Ikone, die im Interesse vieler Unternehmer steht. Wenn der Vater der Nation stirbt, so dürfte der Wettbewerb um die besten Business-Ideen um ein weiteres schärfer werden.

    © Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandela Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

© Nelson Mandelas Kind Makaziwe [im Bild rechts] betreibt mit ihrer Tochter Tukwini [im Bild links] die Firma „House of Mandela“, die Mandela-Weine vertreibt. Längst wird mit dem Namen Mandelas Geld gemacht, sei es mit Mandela-Büchern, Mandela-Klamotten oder Mandela-Souvenirs. (Quelle: House of Mandela)

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Buchkritik Elena Beis: Südafrika 151

Südafrika als Land der Widersprüche, Faszination und außergewöhnlichen Erlebnisse

(Autor: Ghassan Abid)

Jeder der mal in Südafrika war, ist vom Land entweder positiv oder negativ angetan. Die Einen verlieben sich auf der Stelle in Land und Leute, während die Anderen das Kapland mit einer negativen Wahrnehmung verknüpfen. Die in Köln geborene Dauerreisende Elena Beis, die seit 2005 freiberuflich für mehrere Medien zum Land Südafrika schreibt, geht in ihrem aktuellsten Buch „Südafrika 151“ diesem Paradoxon auf den Grund. Als Resultat dessen entstand ein Lesestoff mit 151 Momentaufnahmen.

© Buchcover von "Südafrika 151 - Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen".

© Buchcover von „Südafrika 151 – Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen“.

Im Portrait „Der Traum“ wird ein Mädchen beschrieben, welches die Bewegungen einer Libelle mit großer Neugierde beobachtet. Das Insekt, das als „Wesen des Himmels“ umschrieben wird, animiert das Mädchen zu eigenen flugartigen Bewegungen. Nicht nur am Einfangen der Libelle scheitert das Kind, sondern auch am Hinaufsteigen in die Höhe. Im Abbild „Widersprüchlichkeit“ eröffnet die Autorin bei Erläuterung der europäischen Seeweghistorie zum Kap die beiden konträren Gesichter Kapstadts. Während das „Kap des Untergangs“ von Elendsvierteln östlich der Stadt geprägt ist, dominiert beim „Kap der Hoffnung“ die Schönheit der Sommerabende. Der Tafelberg, mit dem diese Metropole in Verbindung gebracht wird, legt sich wie eine schützende und warme Hand über seine Bewohner. Hingegen werden im Portrait „Nelson Mandela“ die verschiedenen Lebensabschnitte dieses Idols – Königssohn, Hirte, Freiheitskämpfer, Häftling, Präsident, Anti-AIDS-Aktivist und Tata (Vater der Nation) – präzise gekennzeichnet.

Südafrika ist tatsächlich kein klassisches afrikanisches Land, falls eine solche Beschaffenheit überhaupt vorhanden ist. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Regenbogennation ließen und lassen deutliche Gegensätze erkennen. Sofern man sich der exemplarischen Tatsache bewusst wird, dass neben der modernen Medizin des Westens auch die der traditionellen Medizinmänner, die der Sangomas, als parallel existierende Gesundheitssysteme von Patienten aufgesucht werden, dann versteht man die gesellschaftliche Sonderbarkeit dieser Region.

Elena Beis gelingt die Mammutaufgabe, Südafrika aus verschiedenen Perspektiven heraus zu beleuchten und vorzustellen. Eindrucksstarke Bilder, unterhaltsame Anekdoten und interessante Einblicke in die einzelnen Bevölkerungsgruppen machen Südafrika 151 zu einer absolut lesenswerten Lektüre! Jedes der 151 Momentaufnahmen entführt den Leser peu à peu in eine Welt, die zwischen Leidenschaft und Ernüchterung pendelt. Wer das Buch nicht liest, der verpasst was.

Elena Beis: Südafrika 151 – Portrait einer sich wandelnden Nation in 151 Momentaufnahmen. Conbook Verlag, Meerbusch 2012, ca. 300 Seiten, 14,95 Euro, erscheint 10/2012.