Schlagwort-Archive: Vergewaltigung

Der krisenfeste Präsident Südafrikas

Jacob Zuma bleibt trotz unzähliger Skandale und negativer Berichterstattung der Staatschef

(2010sdafrika-Redaktion)

Wenn Politiker tief in einem Skandal stecken, eine Krise zu spät erkannt haben oder eine Lösung nicht zeitnah angestoßen wurde, dann müssen diese in den meisten Fällen gehen. Sie treten aus Rücksicht auf ihre Partei, auf ihre Wählerschaft und wegen ihres bereits angekratzten Ansehens zurück. Zumindest in westlichen Demokratien hat sich diese Herangehensweise weitgehend durchgesetzt. Wenn man als politischer Beobachter jedoch nach Südafrika blickt, dann tun sich unvorstellbare Abgründe auf.

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© Kaum ein demokratisch gewählter Staatschef ist so krisenfest wie Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Der 73-jährige ANC-Politiker hat unzählige Skandale überstanden – sei es die Nkandla-Affäre, die Gupta-Hochzeitsaffäre oder das Marikana-Massaker. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Im Dienst kaltblütig erschossen

Südafrikas Präsident Jacob Zuma verurteilt Ermordung von vier Polizeibeamten in einer Woche

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrika zählt den Statistiken zufolge zu den Staaten mit der höchsten Kriminalitätsrate weltweit. 50 Morde und 100 Vergewaltigungen pro Tag gehören zur traurigen Realität am Kap. Zeitweise überstieg die Zahl der Morde sogar die der Verkehrstoten im Raum Johannesburg. In den Townships werden die meisten Gewaltdelikte registriert. Die Polizeibehörde SAPS mit ihren über 150.000 Beschäftigten ist selbst immer wieder das Ziel von Kriminellen. Jüngst starben innerhalb einer Woche vier Polizeibeamte im Dienst. Die Politik ruft die Bevölkerung zur Solidarität auf.

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© Seit Jahresbeginn wurden bereits 53 Polizeibeamte erschossen. Davon starben erst kürzlich vier Polizisten innerhalb einer Woche. Südafrikas Polizeipräsidentin Riah Phiyega [im Bild] versicherte, die Täter dingfest zu machen und strafrechtlich zu belangen. Staatspräsident Jacob Zuma pflichtete der Polizeichefin bei und rief die Bevölkerung zur Solidarität mit der Polizei auf. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Kriminelle tragen Uniform

Studie sorgte für große Entrüstung. Südafrikas Polizei grundsätzlich in schwere Verbrechen involviert?

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 28. Januar 2015 stellte das renommierte „South African Institute for Race Relations (IRR)“ in Zusammenarbeit mit der Burenlobby AfriForum zum zweiten Mal eine knapp dreißig Seiten umfassende Studie vor, die für viel Entrüstung im politischen Pretoria sorgte. Dem „Broken Blue Line“-Report zufolge sei die Polizei, die bekanntermaßen für die Bekämpfung und Verhinderung von Straftaten zuständig ist, selbst kriminell. Es läge ein strukturelles Problem vor, so die Forscher.

Broken Blue Line

© Die zweite Ausgabe des Broken Blue Line-Reports, herausgegeben von IRR und AfriForum, bescheinigt der Polizei Südafrikas ein grundsätzliches Kriminalitätsproblem. Zu oft seien die Beamten in schwere Straftaten verwickelt. Es könne längst nicht mehr die Rede von Einzelfällen sein. (Quelle: Cover des 2. Broken Blue Line-Reports)

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Falsche Polizisten versetzen Pretoria in Angst

Bürger fürchten Überfälle falscher Ordnungshüter in Südafrikas Hauptstadt. Vorsicht ist geboten

(Autor. Ghassan Abid)

In Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas, beherrscht seit heute der Zwischenfall von vermutlich falschen Polizisten das öffentliche Leben. In Cafés und Geschäften wird über nichts anderes gesprochen. Demnach haben sich mindestens drei Personen als Polizisten verkleidet, ausgestattet mit kugelsicheren Westen, zivilen Fahrzeugen mit Blaulicht und R5-Sturmgewehren. Passanten werden gestoppt, um sie schließlich unter Gewaltanwendung mitzunehmen. Veröffentliches Videomaterial einer Augenzeugin belegt nun diesen brisanten Fall, der die Polizeibehörde in eine ernste Krise stürzen kann. Es muss schnell gehandelt werden und eine zügige Aufklärung ist gefordert.

Amateurvideo

© In Pretoria macht sich Angst breit. Am 22. Januar ereignete sich ein Zwischenfall, der in Südafrika nicht häufig passiert. Demnach sind auf einem Amateurvideo drei Personen zu erkennen, die Polizisten zum Verwechseln ähnlich sehen und dabei sind, Passanten mitzunehmen. Weitere Übergriffe werden befürchtet. (Quelle: Screenshot/ Amateurvideo)

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Homo-Outing im südafrikanischen Fußball

Thomas Hitzlsperger folgte Eudy Simelane, die für ihren Mut mit dem Leben bezahlen musste

(Autor: Ghassan Abid)

Während die deutsche Medienwelt das homosexuelle Outing des ehemaligen Fußballers Thomas Hitzlsperger – das erste überhaupt in der deutschen Fußballgeschichte – würdigt, hat Südafrika diesen Schritt längst hinter sich. Die lesbische Fußballerin und Trainerin Eudy Simelane wagte während ihrer laufenden Sportkarriere ein öffentliches Bekenntnis zur gleichgeschlechtlichen Liebe. Allerdings musste Simelane für ihren Mut mit ihrem Leben bezahlen. Ihr Outing ist längst in Vergessenheit geraten.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

© Der Deutsche Thomas Hitzlsperger und die Südafrikanerin Eudy Simelane sind beide als Fußballer bekannt geworden. Und beide Sportler outeten sich in ihren jeweiligen Ländern als erste Homosexuelle im Fußballsport. Doch Simelane unterscheidet sich von Hitzlsperger in zwei Punkten: Sie outete sich noch während ihrer aktiven Sportkarriere und sie wurde wegen ihres Bekenntnisses brutal ermordet.

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Tabuthema sexueller Missbrauch von Babies

Eine Gesellschaft schweigt über ein entsetzliches Phänomen in Südafrika. Die Politik ist gefordert

(2010sdafrika-Redaktion)

Fachkundige Interviewpartner zum Thema sexueller Missbrauch von Babies in Südafrika sind äußerst schwer zu finden. Ärzte, Kinderpsychologen und Staatsbedienstete sind in der Regel mit solchen alltäglichen Schicksalen betraut. Allerdings sprechen nur die Wenigsten hierüber. Klar ist, dass der Missbrauch von Babies ein Tabuthema am Kap darstellt, das längst öffentlich thematisiert werden müsste. Einzelne Journalisten und NGOs haben bereits angefangen. Doch die große Mehrheit der Gesellschaft versteckt sich im Schweigen.

© In Südafrika werden - je nach Statistik - jährlich bis zu 70.000 Kinder sexuell missbraucht. Auch Babies zählen zu den Missbrauchsopfern, vor allem aus dem Irrglauben heraus, dass Sex mit einer Jungfrau die Krankheit Aids heilen könne. Die Gesellschaft blendet diesen Missstand aus - es bleibt ein Tabuthema.

© In Südafrika werden – je nach Statistik – jährlich bis zu 70.000 Kinder sexuell missbraucht. Auch Babies zählen zu den Missbrauchsopfern, vor allem aus dem Irrglauben heraus, dass Sex mit einer Jungfrau die Krankheit Aids heilen könne. Die Gesellschaft blendet diesen Missstand aus – es bleibt ein Tabuthema.

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„Nicht nur Tebartz-van Elst bräuchte eine Auszeit“

Im Interview mit Bischof Michael Wüstenberg des südafrikanischen Bistums Aliwal

(Autor: Ghassan Abid)

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer "Kirche der Armen unter den Armen". Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium "SÜDAFRIKA - Land der Kontraste" auf die Probleme aufmerksam gemacht.

© Michael Wüstenberg ist Bischof des südafrikanischen Bistums Aliwal. In der Hansestadt Hamburg ist er aufgewachsen. Später unterhielt er Kontakte nach Burkina Faso in Westafrika. In Südafrika engagiert er sich heute in vielfältiger Hinsicht in einer „Kirche der Armen unter den Armen“. Die Berichterstattung zum Limburger Bischof Tebartz-van Elst hält er für wichtig und richtig, sofern Respekt und Menschenwürde geachtet werden. Zum Südafrika-Aufenthalt von Tebartz-van Elst wurde der Bischof durch das Online-Medium „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ auf die Probleme aufmerksam gemacht.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Michael Wüstenberg, deutscher Bischof in Südafrika. Sie sind in Hamburg aufgewachsen und seit 1992 in Südafrika tätig. Wie kam es dazu, dass es Sie ans Kap verschlagen hatte?

Antwort: Ich bin ja noch immer etwa 1000 km vom Kap weg, eben im Ost-Kap. Verschlagen hat es mich nicht. Ich wollte in Afrika mehr über Inkulturation, aktive Beteiligung von Gemeindemitgliedern und Basisgemeinschaften lernen. Das hatte mich in Begegnungen mit Gemeinden vor allem in Burkina Faso fasziniert. Wenn etwas mich verschlagen hat, dann meine Unkenntnisse in Französisch. Ansonsten wäre Westafrika auch eine Wahl gewesen.

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