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Zentralbank Südafrikas hebt Zinsen an

Kontinuierliche Verteuerung von Lebensmitteln und Benzin zwingen Preisstabilitätshüter zum Handeln

(2010sdafrika-Redaktion)

Das Leben in Südafrika wird Jahr für Jahr teurer. Die Preise für Benzin, Lebensmittel und Kleidung steigen kontinuierlich, sodass sich etliche Südafrikaner die Frage stellen, wie lange diese Preisspirale überhaupt noch gut gehen kann. Wiederholt ist davon zu hören, dass das Geld beispielsweise für Grundnahrungsmittel wie Mais oder Milch nicht mehr ausreicht. Denn jährlich steigen die Preise für Waren und Dienstleistungen in Südafrika auf knapp 5 Prozent – 2008 sogar auf über 10 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die gegenwärtige Inflationsrate im Jahr bei knapp 2 Prozent. Aus diesem Grund musste die Zentralbank in Pretoria nun gegensteuern.

© Das Leben in Südafrika wird stetig teurer. Immer mehr Bürger können sich zunehmend weniger Lebensmittel leisten. Die Inflationsrate von rund 5 Prozent pro Jahr setzt weite Teile der Bevölkerung zu. Nun hat die Zentralbank den Leitzins erhöht, um entgegenwirken zu können. (Quelle: flickr/ Steve Crane)

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Südafrika-Wirtschaftsbericht der gtai

Zahlen für 2012: Strompreise steigen um 25 %; Waren & Dienstleistungen verteuern sich erneut um 6 %

(Autor: Ghassan Abid)

© Wirtschaftsbericht der gtai: Südafrika 2011/12

Germany Trade & Invest (gtai) erweist sich für seine analytischen Wirtschaftspublikationen als wichtige „Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing“. Nicht nur die Vermarktung Deutschlands im Ausland steht im Vordergrund, sondern auch die Information deutscher Unternehmen über Auslandsmärkte. In der zweiten Februarhälfte 2012 veröffentlichte gtai den Bericht „Wirtschaftstrends Südafrika: Jahreswechsel 2011/12“. Die volkswirtschaftlichen Ergebnisse sind teilweise ernüchternd.

Automobilbranche auf der Überholspur

Der südafrikanischen Wirtschaft wird grundsätzlich ein konstanter Wachstumskurs prophezeit. So wird für das Jahr 2012 ein Plus des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von etwa 2,8% erwartet, welches 2013 sogar leicht zunehmen und mit einem Wachstum von 3,3 bis 3,7% abschließen könnte. Vor allem die Automobilbranche kann für 2012 mit einem Branchen-Plus von 7 Prozent und einer Produktion von 610.000 Fahrzeugeinheiten rechnen.

Staat investiert mit 78,4 Mrd. Euro kräftig in Infrastruktur

Die geplanten Investitionen des Staates in die Infrastruktur und die Konsumentenausgaben bewertet gtai als die entscheidendesten Impulse für das Wirtschaftswachstum. In den nächsten drei Jahren sind rund 802 Mrd. Rand (ca. 78,4 Mrd. Euro) in Infrastrukturmaßnahmen vorgesehen. Zu erwähnen sind hierbei der Ausbau der Häfen Richards Bay & Durban, die Erneuerung der Schienenfahrzeuge und der Aufbau eines Hochgeschwindigkeitszugverkehrs zwischen Gauteng und Durban.

Mangelware Strom

Allerdings wird die hohe Arbeitslosigkeit weiterhin bestehen bleiben. Ebenso wirkten sich auch die Streikwellen im Bergau und verarbeitenden Gewerbe von 2011 auf das kommende Wirtschaftswachstum nachteilig aus. Problematischer sind die Strompreise, welche allein für das Jahr 2012 um weitere 25 Prozent anziehen werden. Schon in den Vorjahren kam es bedingt durch die Energieknappheit immer wieder zu Teuerungsraten in zweistelliger Prozenthöhe. Zwar ist die Regierung mit dem Bau der „Kohlekraftwerke Medupi, Kusile und des Pumpspeicherkraftwerks Ingula“ auf dem richtigen Weg, doch ist eine Fertigstellung der Projekte vor 2017 nicht zu erwarten.

Privatwirtschaft zögert mit Großprojekten

In Anbetracht der unzureichenden Energieversorgung zögert die Privatwirtschaft mit der Initiierung von Großprojekten. Außerdem werden Konsumenten die Verteuerung von Waren und Dienstleistungen erneut zu spüren bekommen, da zu erwarten ist, dass die Inflation in diesem Jahr mit 6 Prozent niederschlägt. Schon 2011 stiegen Lebensmittel und andere Güter um 5 Prozent an.

© Positivtrend: Die Automobilbranche kann für 2012 mit einem Wachstum von 7 Prozent und einer Produktion von 610.000 Fahrzeugeinheiten rechnen. (Quelle: Volkswagen South Africa/ MediaClubSouthAfrica.com)

Der Bergbausektor befindet sich bedingt durch die nationale Debatte um die Verstaatlichung der südafrikanischen Minen einerseits und den hohen Kosten wie Strom andererseits weiterhin unter Druck. Demzufolge sehen Minenkonzerne von großen Investionen in ihre Anlagen ab.

Deutsch-südafrikanische Handelsbeziehungen wachsen

Der bilaterale Handel zwischen Südafrika und Deutschland könnte für das Jahr 2011 ein Volumen von rund 15 Mrd. Euro erreichen. Dies entspricht im Vorjahresvergleich einem Anstieg von 16 Prozent. Die Südafrikaner sind grundsätzlich an Güter mit dem Siegel „Made in Germany“ sehr interessiert, sodass die deutsche Exportwirtschaft auf Südafrika als neuntwichtigstem Überseemarkt zugreifen kann.