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„RIDE FREE“ unter die Lupe genommen

Deutschsprachiges Rockerportal zwischen Einflussnahme und Informationsvermittlung

(2010sdafrika-Redaktion)

Wer sich über die Hells Angels informiert, nach Hintergrundfakten zu einzelnen Bandidos-Anhängern erkundigt oder über aktuelle Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden gegen die Rockergruppierungen recherchiert, der stößt immer wieder auf das Rockerportal „RIDE FREE“. Doch wer steckt hinter dieser Website und welche Ziele verfolgt das erfolgreiche Online-Medium.

© Das Rockerportal "RIDE FREE" ist das erfolgreichste Rocker-Medium im deutschsprachigen Raum. Die bei den Deutschen beliebte Webseite wird allerdings von der Schweiz aus betrieben.

© Das Rockerportal „RIDE FREE“ ist das erfolgreichste Rocker-Medium im deutschsprachigen Raum. Die bei den Deutschen beliebte Webseite wird allerdings von der Schweiz aus betrieben. (Quelle: Screenshot)

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Kap-Kolumne: „Der Speer“ wurde begraben

Südafrika zwischen Himmel und Erde. Der irdische Streit entweicht den Sternen; zumindest vorerst.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Der Speer wurde begraben. Die Saga um das Gemälde „The Spear“ – Der Speer – des Künstlers Brett Murray hat vorerst ein versöhnliches Ende gefunden. Der ANC zieht seine Klage vor Gericht zurück, die Galerie hängt das Gemälde ab und die Zeitung City Press löscht das Bild von ihrer Website. Die Fragen jedoch, die dieser Streit aufgeworfen hat, stehen weiter im Raum.
Die Chefredakteurin der Zeitung City Press, Ferial Haffajee, schreibt in einer sehr persönlichen Kolumne: „Der Speer ist abgelegt, aus Fürsorge und Furcht.“ (The spear is down, out of care and fear.) Sie wolle zur Heilung in der Gesellschaft beitragen, meint Haffajee, die Hitze aus einer zunehmend überhitzten gesellschaftlichen Atmosphäre herausnehmen und ihre Redakteure sowie die Zeitungsverkäufer auf der Straße schützen wollte. Freilich schwirren zig Fotodateien davon im Internet herum. Aber darum geht es nicht.

Tausende Südafrikaner folgten dem ANC und demonstrierten gegen die Zeitung City Press. Diese Presseeinrichtung gab nach und der ANC zeigte, dass er weiterhin viel Macht am Kap genießt. Der Speer-Fall hat sich längst zu einem Paradebeispiel dafür etabliert, dass die Medien im Umgang mit dem ANC die Konsequenzen bedenken sollten.

Was zunächst als eine scharfe Debatte um Kunstfreiheit versus persönliche Rechte daherkam, wandelte sich innerhalb einer Woche zu einer teils bitteren Auseinandersetzung um die Gefühle einer ganzen Nation. Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Dienstag – dem Aufruf des ANC und seiner Verbündeten folgend – in unmittelbarer Nähe zur Goodman Gallery in Johannesburg. „Hier geht es nicht um Zuma“, sagt ein Teilnehmer der Zeitung Mail&Guardian, „hier geht es um kulturelle Unterschiede. Brett Murray hat das Recht zu sagen, was er will. Aber er sollte sich im Klaren darüber sein, wen er beleidigt. Es ist vollkommen falsch einen Ältesten mit heraushängenden Genitalien zu porträtieren. Wie würden Sie empfinden, wenn man Ihren Vater so malt?“ Der Streit hat gezeigt, wie wund die Gesellschaft noch ist, nur achtzehn Jahre nach dem Ende einer 350-jährigen Geschichte kolonialer Herrschaft mit den letzten vierzig Jahren eines gnadenlos rassistischen Gewaltregimes namens Apartheid. Dies ist eine Seite der Medaille.

Mit dem Aufruf zum Boykott der Zeitung City Press sowie mit der Demonstration zur Galerie haben die ANC-Führung und ihre Verbündeten gewiss einen Nerv getroffen und ihre Muskeln spielen lassen. Sie müssen sich aber nun die Frage gefallen lassen, ob sie hier nicht auch die Gunst der Stunde nutzen, um politisch zu punkten – und dabei ziemlich heftig überziehen. Es ist daher gar nicht ausgemacht, ob der „Speerkampf“ am Ende dem ANC-Präsidenten Jacob Zuma zu seiner Wiederwahl im Dezember in Mangaung beim nationalen Parteitag des ANC verhelfen wird, wie dies so mancher Kommentator spekuliert. Mangaung ist noch ein paar Monate hin, in dieser Zeit fließt viel Wasser den Orange River hinunter.

Griff nach den Sternen

Während die Menschen also ihre Wunden lecken, kam die aufregende Nachricht vom größten internationalen wissenschaftlichen Projekt der nächsten Jahrzehnte gerade recht. Südafrika, und damit der Kontinent, erhielt den Löwenanteil (70 Prozent) des Baus der gigantischen Teleskopanlage SKA (Square Kilometre Array). Südafrika teilt sich dieses Projekt mit Australien und Neuseeland. Das SKA wird in der Halbwüste Karroo gebaut und soll, wenn fertiggestellt, weiter ins Weltall hineinsehen könne könne, als jedes bisherige Großteleskop. Die Wissenschaft erwartet damit neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums.

© Südafrika erhält mit einem Anteil von 70 Prozent den Zuschlag für das SKA-Forschungsprojekt. In der Halbwüste Karroo ist der Bau dieser gigantischen Anlage vorgesehen. Australien und Neuseeland beteiligen sich ebenfalls am Projekt. Die Teleskopanlage soll noch tiefer ins Weltall blicken können. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

© Südafrika erhält mit einem Anteil von 70 Prozent den Zuschlag für das SKA-Forschungsprojekt. In der Halbwüste Karroo ist der Bau dieser gigantischen Anlage vorgesehen. Australien und Neuseeland beteiligen sich ebenfalls am Projekt. Die Teleskopanlage soll noch tiefer ins Weltall blicken können. Die Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über die Entstehung des Universums. (Quelle: Dr Nadeem Oozeer/ SKA South Africa)

In den Weiten des Weltalls mag der „Streit um den Speer“ zu Winzigkeit schrumpfen. Die in diesem Streit aufgeworfenen und die Gesellschaft spaltendnen Probleme werden die Menschen hinieden in Südafrika noch sehr lange beschäftigen.

Kap-Kolumne: Die Never-Ending-Story

Grotesker „Speer-Fall“: Bürgerkrieg verhindert, weinender Zuma-Anwalt und Bill Clinton als Vorbild

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Es ist verrückt! Der „Speer-Fall“ wird immer grotesker. Das Hohe Gericht von Süd-Gauteng hat die Anhörung der Klage heute auf unbestimmte Zeit vertagt. Grund: Der Anwalt des Klägers Jacob Zuma, Gcina Malindi, brach während der Befragung durch die drei Richter(innen) in Tränen aus. Man kann davon ausgehen, dass dies keine Show, sondern eine tiefe emotionale Regung war, berichtet City Press-Journalist Adriaan Basson: „It was raw, deep pain and emotion.“ Das Bild des Künstlers Brett Murray, aber auch der Umgang damit durch die Medien und durch die Politik, hat die Nation in tiefe Turbulenzen gestürzt.

© Das in Johannesburg angesiedelte Hohe Gericht von Süd-Gauteng, der South Gauteng High Court, wird zunehmend politisiert. Den drei Richtern droht eine auferzwungene Partizipation an einer parteipolitischen Debatte. (Quelle: Barsov/ Wikimedia)

© Das in Johannesburg angesiedelte Hohe Gericht von Süd-Gauteng, der South Gauteng High Court, wird zunehmend politisiert. Den drei Richtern droht eine auferzwungene Partizipation an einer parteipolitischen Debatte. (Quelle: Barsov/ Wikimedia)

Der Anwalt stimmte während der Befragung mit dem Richter überein, dass dies keine rassische Angelegenheit (racial issue) sei. Er vertrat jedoch die Ansicht, nur eine gebildete Elite sei in der Lage, derartige Kunst zu verstehen.

Barend La Grange, der Mann, der die beiden roten X über Gesicht und Genitalien gemalt hat, sagt, dass er einen „Bürgerkrieg“ verhindern wollte. Auch wenn das drastisch und übertrieben klingt, so ist doch ein Körnchen Wahrheit darin. Er wollte mit seiner Aktion gewissermaßen die Hitze aus der hoch emotionalen Auseinandersetzung herausnehmen.
La Grange sagt weiter, seine Aktion sei nicht Kunst, sondern eine Art Abstimmung, wie bei einer Wahl. Das X durchs Gesicht bedeute, er sei gegen den Kurs der Regierung, das X weiter unten sei sein Votum gegen ein „unsensibles“ Werk, das den Präsidenten des Landes verunglimpfe.

Mail & Guardian-Kolumnist Khaya Dlanga empfiehlt indessen seinem Präsidenten, sich an Bill Clinton ein Beispiel zu nehmen, der während seiner Lewinsky-Affäre dem Rat von Nelson Mandela gefolgt war und sich auf seine Arbeit konzentriert hat: „Personally, I don’t want my president to become a joke, but I do want my president to take a joke. I don’t want my president to be treated as a man without dignity, but I do want him to be dignified when he is treated without dignity. I don’t want my president to be overly sensitive, but I do want him to navigate around difficult issues with sensitivity and wisdom.
Mr. President, take the advice Nelson Mandela gave to Bill Clinton. Focus on the job at hand and ignore the distraction and create a legacy so great we can’t ignore.

Die wichtige Debatte – indessen, über die Gewichtung von verschiedenen Bürgerrechten in der Verfassung – soll mal wieder durch ein Gericht geregelt werden. Die Richter sind nicht zu beneiden. Eigentlich sollen sie Recht sprechen, müssen aber Politik machen.

Und auch das ist ein Ergebnis dieses grotesken Falles. Der ANC hat das Ereignis geschickt aufgegriffen und bei seiner Wählerschaft gepunktet. Vor allem der Präsident wird gestärkt daraus hervorgehen, was ihm beim nächsten Bundesparteitag des ANC in Mangaung zugute kommen wird.

Kap Kolumne: Was darf Satire?

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/05/21/kap-kolumne-was-darf-satire/

Kap-Kolumne: Kunst in Aktion oder Vandalismus?

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/05/22/kap-kolumne-kunst-in-aktion-oder-vandalismus/

Kap-Kolumne: Kunst in Aktion oder Vandalismus?

Follow-Up: Gericht vertagt „Der Speer-Fall“ und somit die Bewertung der Kunstfreiheit in Südafrika.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

War das Vandalismus oder Aktionskunst? Zwei Galerie-Besucher – angeblich ein Universitätsprofessor und ein Teenager – überschmierten das umstrittene Gemälde des Brett Murray in der Goodman Gallery in Johannesburg mit roter und schwarzer Farbe. Die dem derzeitigen Präsidenten Südafrikas ähnlichen Gesichtszüge und das gemalte Geschlechtsteil sind somit vorerst abgedeckt.

Eklat! Zwei Galerie-Besucher zerstören in der Goodman Gallery in Johannesburg das Gemälde „The Spear“.  Während der ANC das Werk des Künstlers Brett Murray als „rassistisch“ einstufte, vertagte das Gericht am heutigen Tage die weitere juristische Auseinandersetzung zur Bewertung der Kunst- und Meinungsfreiheit am Kap.

Die Klage gegen die Galerie und den Künstler bleibt bestehen, sagte ein ANC-Sprecher nach dem Vorfall. Das Hohe Gericht von Süd-Gauteng vertagte indessen die Anhörung zur Sache auf Donnerstag. Wegen der „nationalen Bedeutung“ der Auseinandersetzung verlangte der Vorsitzende Richter ein volles Gericht mit drei Richtern.

Die Aktion in der Galerie ist vorläufiger Höhepunkt einer rasanten Entwicklung um die Ausstellung „Hail to the Thief II“ des Künstlers Murray seit Freitag vergangener Woche. Als unwürdigen Zirkus bezeichnete der Journalist und Kunstkritiker Matthew Partridge in der Zeitung Mail & Guardian den Umgang der Medien mit dem Gemälde. Partridge spielte damit auch auf die Posen von Kollegen an, die mit ihren Händen am inkriminierten Teil des Bildes herummachten und sich dabei abbilden ließen. Das Bild selber wertere der Kunstkritiker als pubertäre Satire von der Güte eines Schuljungen, der den Rektor ärgern will.

ANC-Generalsekretär Gwede Mantashe bezeichnete das Bild als „rassistisch“. In afrikanischen Sprachen ist der verbale Ausdruck für Geschlechtsteile die schlimmste Beschimpfung und Beleidigung, die man einer Person zufügen kann. Werde jemand mit einem solchen Wort beschimpft, „bedeutet das Krieg“, brachte es Blade Nzimande auf den Punkt. Nzimande, Chef der mit dem ANC verbündeten Kommunistenpartei SACP, meinte manche Leute wüßten offenbar nicht, „in welcher Welt wir leben“.

In der Tat, in diesem Land treffen „erste“ und „dritte“ Welt unter einem Dach aufeinander. Diese Auseinandersetzung im gesellschaftlichen Überbau spiegelt deutlich die Widersprüche der südafrikanischen Gesellschaft wider. Was Kolonialismus und Apartheid mit Hilfe von Rassenideologie und brutalster Gewalt über 300 Jahre lang zu trennen und unterdrücken versuchte, muss nun zusammenfinden. Südafrika wird sich noch sehr viel Zeit geben müssen.

Vor diesem Hintergrund darf man gespannt sein, wie die Richter in dieser Sache entscheiden werden. Sie haben die salomonische Aufgabe, die verfassungsrechtlich garantierte Freiheit der Meinung und der Kunst mit dem Schutz der Menschenrechte und der kulturellen Identität eines jeden Bürgers in Einklang zu bringen.

Kap-Kolumne: Was darf Satire?

Gemälde „Der Speer“ entzweit Südafrika. Regierung verklagt Galerie und Zeitung.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Es ist wie beim Fußball, wenn zweiundzwanzig Spieler auf dem Rasen kicken und eine Million Trainer und Schiedsrichter vor der Mattscheibe sitzen. So wurde Südafrika über Nacht eine Nation von Kunstkritikern. Zustande gebracht hat das ein satirisches Gemälde des Kapstädter Künstlers Brett Murray. Es zeigt einen in Lenin-Pose stehenden Mann, dessen Penis deutlich sichtbar aus der Hose hängt. Das Problem: Der Mann trägt die Gesichtszüge des Präsidenten der Republik.

Der Titel des Werkes lautet „The Spear“; zu Deutsch: „Der Speer“. Das Bild, Teil einer Ausstellung des Künstlers in der Goodman Gallery in Johannesburg, wäre wahrscheinlich von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt nach Deutschland gewandert. Ein deutsches Ehepaar hat es für 136.800 Rand gekauft – wenn, ja wenn die Medien und der ANC es nicht an die große Glocke gehängt hätten. Am Dienstag wird ein Gericht entscheiden müssen, ob die Galerie das Bild abhängen muss oder nicht. Zuma und der ANC klagen gegen die Galerie und die Zeitung City Press, die das Bild auf ihrer Website abgebildet haben. Die Zeitung widmete zudem in ihrer Sonntagsausgabe neben dem Aufmacher auf Seite eins zwei volle Innenseiten der „Großen Speer-Debatte“ (The Great Spear Debate).

Das Gemälde „The Spear“ des Kapstädter Künstlers  Brett Murray schockiert Präsident Jacob Zuma. Es laufen nun Klagen gegen die Johannesburger Goodman Gallery und die Zeitung City Press. Mehrere südafrikanische Medien haben bereits auf eine Abbildung des Geschlechtsorgans verzichtet.

Das Murray-Gemälde hat die Nation gespalten. Die einen sagen, hier werde die Würde des Präsidentenamtes besudelt sowie die Menschenwürde der Person Jacob Zuma verletzt. Zuma selber erklärte, er sei schockiert und fühle sich persönlich beleidigt und verletzt. Gugu Zuma, eine seiner Töchter, gab im Namen der Großfamilie eine schneidende Stellungnahme zur Unterstützung des Vaters ab. Ebenso stellten sich Kabinettsmitglieder an die Seite ihres Regierungschefs.

Auf der anderen Seite pochen Künstler, Journalisten, Kommentatoren, Akademiker auf die in der Verfassung garantierte Meinungsfreiheit und die Freiheit der Kunst. Galerie-Chefin Lisa Essers lehnte die Aufforderung der Regierung, das Bild sofort abzuhängen, als versuchte Zensur ab.

Über Geschmack läßt sich bekanntlich schlecht streiten. Ob das Gemälde nun „künstlerisch wertvoll“ ist oder nicht, dieses Urteil überlasse ich gern berufeneren Menschen. Das Werk spielt auf den lustvollen Lebensstil des Jacob Zuma an und bringt natürlich mit dem Namen des Bildes noch eine weitere Konnotation hinein: „Der Speer der Nation“ war der militärische Flügel des ANC während des Befreiungskampfes. Das trifft einen sehr sensiblen Nerv in der Mitgliedschaft des ANC.

Eines hat Brett Murray mit seinem provokatorischen Werk erreicht: Sich und seine Kunst bekannt zu machen sowie eine öffentliche Diskussion über Freiheit der Kunst und der Satire.

Kurt Tucholsky schrieb den berühmten Satz: „Was darf Satire? Alles!“ Ob das Gericht dies auch so sehen wird, bleibt abzuwarten. Das Delikt der „Majestätsbeleidigung“, freilich, gibt es nicht in einem demokratisch verfassten Staat.

2010sdafrika-Interview mit dem provokanten Karikaturisten Zapiro:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2012/02/25/zapiro-im-exklusiv-interview/

Interview with model Lee-Ann Roberts

„South African fashion will always be slightly behind as it follows European trends“

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

Lee-Ann Roberts zählt zu den erfolgreichsten Models in Südafrika. Sie hat es auf das renommierte FHM Magazin geschafft – ein Traum vieler Models. Als stolze Südafrikanerin aus Durban erläutert sie, dass sie vom Modelscout Leon Cloete aus Johannesburg/Pretoria endeckt wurde. Genauso wie Jo-Ann Strauss vertritt Lee-Ann Roberts den Standpunkt, dass die südafrikanische Modebranche national und global betrachtet relativ unbedeutend ist. Vielmehr folgt die südafrikanische Szene den Trends Europa´s. Auch hinkt Südafrika bedingt durch die umgekehrte Jahreszeit zwischen Nord- und Südhalbkugel den europäischen Modeideen hinterher. Gleichzeitig untermauert sie, dass ein Model für diesen Job folgende Eigenschaften aufbringen sollte: Leidenschaft, Selbstbewusststein und Enthusiasmus. Deutschland wird Lee-Ann Roberts in diesem Jahr das erste Mal besuchen. Sie schätzt die Professionalität und Höflichkeit deutscher Kunden; und vor allem die trendige deutsche (Damen-)Oberbekleidung.

© Lee-Ann Roberts, a proud east coast model from Durban (Picture source: http://www.leeannroberts.co.za)

2010sdafrika-editorial staff: We would like to welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“, the German Gateway to South Africa, Lee-Ann Roberts, model from Durban. Ms. Roberts, according to your website you are „a proud east coast girl“. What is South Africa standing for?

Answer: I am a proud East Coast girl indeed. I am from a small town Durban in South Africa, living along the sea side while growing up you cant get better than that. When i ask myself that question the first word that comes to mind is unity, how ever I love my country and I am proudly South African. Die Cape Town Fashion Week (CTFW) bewertet das Model als die kreativste Modeveranstaltung im Lande.

2010sdafrika-editorial staff: You have been discovered by Leon Cloete, a model scout from Johannesburg, who is known in South African media as „the Guy with the Eye“. When it happened and what was your first impression of this really unique situation?

Answer: Leon and I started speaking in about 2008, I flew up to Johannesburg to meet him and then things started happening from there. After that I went to Johannesburg for his Model Events at FTV where I was meant to be the draw card for the event at the time, was so much fun and so very new for me.

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2010sdafrika-editorial staff: In an interview with us from March 2011, your model colleague Jo-Ann Strauss commented the fashion scene in South Africa. She said, that fashion in South Africa is still taking „a small role but it’s growing.“ Are you in the same opinion, that South African fashion is still relatively trivial in national and global view?

Answer: I definitely agree with Jo-Ann, South African fashion will always be slightly behind as it follows European trends and we are a season behind.

2010sdafrika-editorial staff: Which fashion week is in South Africa the most important one and why?

Answer: I would say Cape Town Fashion Week (CTFW) as its the more creative hub of South Africa.

© Lee-Ann worked for the famous magazine FHM South Africa (Picture source: http://www.leeannroberts.co.za)

2010sdafrika-editorial staff: You have been worked for/ with several influential clients like FHM Magazine, Elle or Nokia. Which characteristics is representing your profession as model?

Answer: With my bubbly personality, confidence and enthusiasm I am able to interact with the clients to get my job done to the best I can with everyone being happy in the end.

2010sdafrika-editorial staff: Have you been already in Germany and which perception do you have from German fashion as well as German culture?

Answer: Unfortunately I have not been to Germany. It is definitely a country I would like to visit this year. I have worked for German clients and the garments are always trendy and the clients are always friendly and professional.

2010sdafrika-editorial staff: Which personal dreams would you like to realize?

Answer: I have been lucky enough to realize some dreams last year and I am very grateful and fortunate. I do have allot more dreams and goals on my list. My main dream is to carry on working hard, being successful, happy and make my mark in this world, as they say we all are here to do something.

2010sdafrika-editorial staff: Lee-Ann Roberts, model from the east coast of South Africa, thank you very much for this interesting interview!

For more fashion news from South Africa read the

Fashion and Lifestyle Column by Sam Pegg

Die Revolution ist ausgebrochen – mit Hilfe des Internets

Web 2.0 – Stärkste Waffe des Volkes

(Autor: Ghassan Abid)

### Sonderberichterstattung ###

´Tunesien-Woche für Demokratie´

Mit Hilfe der sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter & Co., der digitalen Vernetzung tunesischer Blogger in erster Linie mit der arabischen Welt sowie Frankreich und dank der Dauerberichterstattung durch den katarischen TV-Sender Al Jazeera, wurde aus dem persönlichen Schicksal  von Mohamed Bouazizi zuerst eine nationale, dann internationale Angelegenheit.

© Das Militär postiert sich auf die Seite des Volkes

Die tunesische Regierung versuchte alles, um die Kommunikation zur Mobilisation eines öffentlichen Aufstandes zu unterbinden. Die für das Internet zuständige Behörde Agence tunisienne d’Internet (ATI) spähte in großem Stil die Zugangsdaten der Protestierenden aus, zensierte hunderte YouTube-Videos bzw. Websites und sammelte in mehreren Fällen genug Informationen, um ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen die „Unruhestifter“ vorbereiten zu können. Personen, die bei Twitter mit dem Hashtag #sidibouzid in Erscheinung traten, machten sich per se ebenfalls verdächtig.

Insbesondere Blogger und Journalisten fühlten sich durch die Regierung stark unter Druck gesetzt, denn waren es jene, die die Jasminrevolution maßgeblich beeinflussten. Lina Ben Mhenni – die wohl bekannteste Bloggerin Tunesiens, Dozentin an der Universität von Tunis und Deutsche Welle-Best of Blogs Awards-Preisträgerin 2011 – beklagte immer wieder, dass ihr E-Mail-Konto und Facebook-Account mehrfach gehackt wurden. Auch berichtet die Betreiberin von „A Tunisian Girl“, dass mehrere ihrer Artikel  fremdbestimmt gelöscht worden sind.

Die Hackergemeinschaft um Anonymous rief am 05. Januar 2011, auf dem Höhepunkt der Jasminrevolution, zum digitalen Krieg gegen die tunesische Regierung auf und legte im Anschluss mehrere Websites von tunesischen Behörden lahm.

Anonymous kritisierte die Regierung von Ben Ali vor allem für den Umstand, dass diese der tunesischen Gesellschaft zu diesem Zeitpunkt keinen freien Zugang zu Informationen gewährt hatte. Die Netzaktivisten sahen sich dementsprechend mit dem Schicksal des tunesischen Volkes verbunden und betrachteten die Machthaber in Tunis als eigene Feinde.

Letztendlich identifizierten sich viele Tunesier mit dem Leid des Hochschulabsolventen Bouazizi. Anwälte, Oppositionelle, Blogger und vor allem junge Menschen schlossen sich der Bewegung an. Je länger die Proteste andauerten, desto länger verließen die Tunesier ihre Wohnungen, um auf den Straßen für ein neues Tunesien mit gesellschaftlicher Partizipation für jedermann zu demonstrieren. Der private Frust eines jeden Einzelnen wurde zum öffentlichen Protest eines gesamten Volkes.

Proteste greifen wie ein Lauffeuer auf das ganze Land über

Beiträge der 2010sdafrika-Redaktion zur ´Tunesien-Woche der Demokratie´:

https://2010sdafrika.wordpress.com/?s=Tunesien-Woche+für+Demokratie&x=19&y=16