Schlagwort-Archive: Weltwirtschaftsforum

Licht ins Dunkel bringen

Südafrikas Wirtschaft erleidet durch Energiekrise schweren Schaden. Regierung ignorierte Warnungen

(Autor: Ghassan Abid)

Südafrika hat schon seit längerer Zeit ernste Schwierigkeiten mit der Sicherstellung einer flächendeckenden Energieversorgung. Nun verschärfte sich in den letzten Monaten das Ausmaß der Stromknappheit dermaßen, sodass man mittlerweile von einer nationalen Energiekrise sprechen muss. Auf öffentlichen Druck hin ist Mitte März 2015 der Vorstand des staatlichen Energiekonzerns Eskom suspendiert und eine Untersuchung zu den ungenügenden Produktionskapazitäten eingeleitet worden. Dabei ist schon längst klar, dass die Regierung die Schuld für die Misere trägt.

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© Südafrikas Energiekrise wäre vermeidbar gewesen, hätte die Politik bereits 1998 rechtzeitig gehandelt und nachhaltig geplant. Nun muss die Wirtschaft massive Verluste in Kauf nehmen. Das Wirtschaftswachstum in Südafrika ist durch die Energieknappheit erheblich gebremst worden. Im Bild ist das Kendal-Kraftwerk in der Mpumalanga-Provinz zu sehen. (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.org)

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Südafrika beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Präsident Jacob Zuma warb in der Schweiz eindringlich um neue Investitionen im Energiesektor

(Autor: Ghassan Abid)

Am heutigen Samstag kehrte Südafrikas Präsident Jacob Zuma mit sieben seiner Minister aus der Schweiz zurück, nachdem er beim Weltwirtschaftsforum in Davos für neue ausländische Investitionen am Kap warb. Das Land brauche dringend neue Wirtschaftspartner, allen voran im Energiesektor. Gemeint sind jedoch in erster Linie nicht die Europäer und Amerikaner. Zuma selbst vergraulte in der Vergangenheit seine westlichen Verbündeten.

World Economic Forum

© Südafrikas Präsident Jacob Zuma nutzte seine Teilnahme am diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos, um neue Investoren für den Energiesektor am Kap zu gewinnen. Denn Stromausfälle schaden der Wirtschaft enorm. Allerdings fühlen sich europäische und amerikanische Partner längst nicht mehr primär angesprochen. (Quelle: flickr/ World Economic Forum)

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Polygamie als normalste Sache der Welt?

Mehrehen in Südafrika finden gesellschaftliche Akzeptanz dank des Präsidenten

(Autor: Ghassan Abid)

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos dominierte ein Thema – die Vielweiberei. Der gegenwärtige Präsident Südafrikas, S.E. Jacob Gedleyihlekisa Zuma, hat nach Presseberichten zufolge nun sein 20. Kind gezeugt und am 4. Januar 2010 eine weitere Frau geheiratet. Der Präsident jedoch konterte die kritischen Anmerkungen aus dem Publikum mit dem Verweis, dass diese Liebespraxis seine kulturelle Identität sei und er alle Frauen gleich stark lieben würde.

© Nicht Ehefrau ist gefragt, sondern EhefrauEN

Seine Partei, der Afrikanische Nationalkongress (ANC), betonte in der Vergangenheit den persönlichen Charakter dieser Angelegenheit und bewertete das Stolzieren ihres Präsidenten von einer Hochzeit zur anderen als eine gesetzeskonforme Auslegung von traditionellen Wertvorstellungen. Fakt ist, dass nach nationalem Recht nur die Monogamie erlaubt ist. Es ist anzumerken, dass Jacob Zuma der Ethnie der Zulus angehört und die Vielweiberei dort als selbsverständlich und normal betrachtet wird. Auch in den Nachbarstaaten Südafrikas, etwa im Königreich Lesotho mit dem Volk der Basotho, wird die Mehrehe aktiv praktiziert. Allerdings werden Aspekte wie HIV/ AIDS, wovon mittlerweile über 5 Millionen Menschen allein in Südafrika betroffen sind, diesbezüglich bewusst oder unbewusst nicht zur Kenntnis genommen.

Die südafrikanische Botschaft in Berlin ließ am 12.01.2010 verlauten, dass Südafrika nicht nur eine First Lady anzubieten habe – wie es in den westlichen Staaten üblich ist – sondern gleich drei. Es ist zum Gewohnheitsrecht geworden, dass sich die First Ladies untereinander die Aufgaben aufteilen. So engagiert sich Sizakele Khumalo bei Projekten der Landwirtschaft und Lebensmittelsicherheit, Thobeka Madiba im Gesundheitsbereich und Nompumelelo Ntuli in der Sozialarbeit.

Die Bilanz zum privaten Werdegang Zumas: 5 Hochzeiten aber nur 3 Ehefrauen (eine Gattin verübte Suizid und eine andere Ehe wurde geschieden) und mit Bongi Ngema hat der Präsident ebenfalls eine Verlobte an seiner Seite.

.Südafrikanische Botschaft in Deutschland zur First Ladies-Praxis:

http://www.suedafrika.org/en/home/home-newsdetails/datum/2010/01/12/clarity-on-jacob-zumas-wives.html