Schlagwort-Archive: Werte

„Südafrika braucht mehr Religion in der Verfassung“

Verfassungsgerichtspräsident fordert mehr Gott im Staat. Zentralrat der Juden signalisiert Zustimmung

(Autor: Ghassan Abid)

Mogoeng Mogoeng ist der einflussreichste Jurist in Südafrika. Der Präsident des Verfassungsgerichts in Südafrika hat sich bei einer kürzlichen Rede an der Stellenbosch Universität dafür ausgesprochen, dass die Religion mehr Einzug in die Verfassung bekommen sollte. Laizistische Organisationen zeigen sich geschockt. Doch Mogoengs Worte stoßen auf eine breite Zustimmung.

GovernmentZA

© Mogoeng Mogoeng, der Präsident des Verfassungsgerichtshofs in Südafrika, fordert eine stärkere Religiosität in Recht und Gesetz, um den Werteverfall am Kap zu stoppen. (Quelle: flickr/ GovernmentZA)

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Ausstellung „Anywhere is the Entry Point“

Künstler Ivor Sias reflektiert verlorengegangene Erfahrungen und soziale Werte in Südafrika

(2010sdafrika-Redaktion)

Während der Apartheid verloren schwarze Menschen und die sogenannten farbigen und indische Menschen ihre Angehörigen, ihr Land, ihr Zuhause„, sagt Ivor Sias. Nicht nur materielle Dinge verschwanden, sondern auch „soziale Werte“. Allein Erinnerungen blieben zurück, so der Künstler.

© 55,5 x 75 cm, NO ENTRY I , 2013: Collage, Acryl auf Papier. (Quelle: Galerie LISTROS)

© 55,5 x 75 cm, NO ENTRY I , 2013: Collage, Acryl auf Papier. (Quelle: Galerie LISTROS)

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Bayerns Außenbeziehungen mit Südafrika

Im Interview mit Emilia Müller, Staatsministerin in der Bayerischen Staatskanzlei

(Autor: Ghassan Abid)

© Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. (Quelle: Bayerische Staatskanzlei)

© Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. (Quelle: Bayerische Staatskanzlei)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Frau Emilia Müller, Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei und Bayerische Bevollmächtigte beim Bund. Frau Müller, welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Amt im Hinblick auf das europäische und außereuropäische Ausland?

Antwort: Regionen können in der globalisierten Welt ihr Potenzial heute nur dann voll entfalten, wenn sie sich international ausrichten, mit anderen zusammenarbeiten und sich dadurch gegenseitig entscheidende Wettberwerbsvorteile verschaffen. Der Freistaat Bayern erhebt den Anspruch, alle Möglichkeiten für eine fruchtbare internationale Zusammenarbeit umfassend auszuschöpfen. Als für die internationalen Beziehungen zuständige Ministerin in der Bayerischen Staatsregierung kann ich mit Stolz sagen: Die Marke Bayern steht heute in Europa und der Welt für eine hoch innovative und wirtschaftlich erfolgreiche Region, die sich zugleich ihrer Traditionen und Werte bewusst ist. Die internationalen Kontakte und Partnerschaften des Freistaats sind wertvolle Plattformen für die Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und auf vielen weiteren Gebieten.

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Jacob Zuma im Reich der Mitte

China reagiert erstmalig auf Südafrikas Unbehagen. Berlin droht bei Passivität der Partnerverlust

(Autor: Ghassan Abid)

Die chinesische Presse ist voll mit Meldungen zum erneuten Besuch von Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Im Rahmen der 5. Ministerkonferenz des China-Afrika-Kooperationsforums (FOCAC) vom 18.07.-20.07.2012 treffen die Regierungschefs von Südafrika, Äquatorialguinea, Benin, Dschibuti, Niger, Kap Verde, Kenia und der Elfenbeinküste auf den chinesischen Gastgeber in Peking. Neben Präsident Hu Jintao und dem Vizepräsidenten Xi Jinping, nimmt mit großer Verwunderung auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon teil.

© Präsident Jacob Zuma und Chinas Staatsoberhaupt Hu Jintao. Im Reich der Mitte hat man die kritischen Stimmen aus Pretoria hinsichtlich einer wirtschaftlichen Ausnutzung realisiert. Nun gilt es bestehendes Vertrauen zum wichtigsten Partner in Afrika auszubauen und dieses zu vertiefen. Die militärische Kooperation wird in den nächsten Jahren eine bedeutende Rolle einnehmen. Die Südafrikaner reagieren auf Rüstungsangelegenheiten mit China bisweilen verhalten, wohl aus Rücksicht zu den westlichen Partnern und zu Deutschland. Auch dem Handel stehen neue Dimensionen bevor. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© Präsident Jacob Zuma und Chinas Staatsoberhaupt Hu Jintao. Im Reich der Mitte hat man die kritischen Stimmen aus Pretoria hinsichtlich einer wirtschaftlichen Ausnutzung realisiert. Nun gilt es bestehendes Vertrauen zum wichtigsten Partner in Afrika auszubauen und dieses zu vertiefen. Die militärische Kooperation wird in den nächsten Jahren eine bedeutende Rolle einnehmen. Die Südafrikaner reagieren auf Rüstungsangelegenheiten mit China bisweilen verhalten, wohl aus Rücksicht zu den westlichen Partnern und zu Deutschland. Auch dem Handel stehen neue Dimensionen bevor. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Diese afrikanisch-chinesische Begegnung nimmt einen ganz besonderen Stellenwert ein. Die Etablierung einer neuen Qualität an bi- und multilateralen Beziehungen steht im Fokus dieses PR-wirksamen Treffens. Die bisherige Bilanz der chinesisch-afrikanischen Kooperation auf Basis des „Beijing Action Plan“ verlief, so die Meinungen in der chinesischen und auch südafrikanischen Presse, weitgehend ernüchternd ab. Die Politiker Chinas ziehen Bilanz und kritisieren sich indirekt selbst. Es ist ein einmaliger außenpolitischer Vorgang in der Süd-Süd-Kooperation.

Die Staatsunternehmen Chinas sind kräftig im Afrikageschäft engagiert, allerdings meist unter unfairen Bedingungen– fehlende Schaffung von einheimischen Arbeitsplätzen, unzureichende arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen, einen auf Rohstoffimport fixierten Handel, Missachtung von Menschenrechten und ausbleibende Win-Win-Effekte für die afrikanischen Partner. Südafrikas Handelsminister Rob Davies hat diesen Zustand bereits mehrfach kritisiert und Verbesserungen durch die chinesischen Partner angemahnt. Nun reagiert Peking erstmalig auf diese aufgeheizte Stimmung. Die chinesische Botschaft in Pretoria scheint die innenpolitische Lage am Kap genau beobachtet zu haben. Sämtliche Schwierigkeiten im südafrikanisch-chinesischen Verhältnis wurden öffentlich erörtert. Klar ist, dass die Chinesen das Ruder erst gar nicht aus den Händen lassen und dem Westen auf diesem Wege – durchaus provokativ zu verstehen – die Stirn bieten wollen.

China zeigt sich in diesen Tagen äußerst selbstkritisch, verständnisvoll und afrikaphon. Am 12.07.2012 hat Vize-Außenminister Zhai Jun auf dem 7. Lanting Forum die Kritik des Westens aufgegriffen, wonach China den afrikanischen Kontinent lediglich um seine Ressourcen erleichtern wolle. Der ranghohe Regierungsvertreter verspricht nun eine Vertiefung der Beziehungen, die einen „Anstieg der [afrikanischen] Fähigkeiten zur eigenständigen Entwicklung“ zur Folge haben wird. Chinas Vizepräsident Xi Jinping wird deutlicher und kündigt eine Ausweitung der Treffen zwischen den Regierungen bzw. Parteien in Pretoria und Peking an. Vor allem die Kommunistische Partei Chinas ist bestrebt ihre guten Beziehungen zum Afrikanischen Nationalkongress zu intensivieren. Kurz gesagt – es soll mehr kommuniziert und untereinander ausgetauscht werden.

© China identifiziert seine Stärke mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den militärischen Fähigkeiten. Die kulturellen und wissenschaftlichen Kooperationen dienen in erster Linie dem Fortschritt in den Bereichen Handel und Rüstung/ Verteidigung. Südafrika erweist sich als Sprungbrett der Chinesen zum afrikanischen Kontinent. Staatsoberhaupt Hu Jintao setzt auf das Vertrauen der Südafrikaner. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass die südafrikanische Regierung zunehmend eine Kooperationsumverlagerung zu Lasten Deutschlands in Erwägung zieht. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

© China identifiziert seine Stärke mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und den militärischen Fähigkeiten. Die kulturellen und wissenschaftlichen Kooperationen dienen in erster Linie dem Fortschritt in den Bereichen Handel und Rüstung/ Verteidigung. Südafrika erweist sich als Sprungbrett der Chinesen zum afrikanischen Kontinent. Staatsoberhaupt Hu Jintao setzt auf das Vertrauen der Südafrikaner. Die Anzeichen deuten darauf hin, dass die südafrikanische Regierung zunehmend eine Kooperationsumverlagerung zu Lasten Deutschlands in Erwägung zieht. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic of South Africa)

Ebenso fand am 18.07.2012 ein vertrauliches verteidigungspolitisches Treffen zwischen Südafrika und China statt, allerdings in Pretoria und nicht in Peking. Eine Militärdelegation unter der Leitung des stellvertretenden Generalstabschefs der chinesischen Armee, Ma Xiaotian, führte Gespräche mit der südafrikanischen Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula und dem Chef der südafrikanischen Streitkräfte Solly Shoke. Es kann nun die Frage gestellt werden, warum diese Konsultationen nicht am Rande von FOCAC abgehalten wurden. Eine Antwort hierzu lässt sich nicht finden.

Ungeachtet dessen hat gestern Präsident Hu Jintao den afrikanischen Staaten für die nächsten drei Jahre ein Darlehen in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar in Ausschicht gestellt. Die südafrikanische Regierung hat zu diesem Angebot bislang keine Stellung bezogen. Der chinesischen Industrie- und Handelsbank ICBC kommt in diesem Zusammenhang eine Schlüsselrolle zu. Sie soll bereits 7 Milliarden US-Dollar in mehrere Projekte in allen Teilen Afrikas hinein gepumpt haben. Hingegen erweist sich diese Summe bei der Höhe des afrikanisch-chinesischen Handelsvolumens von 166,3 Milliarden US-Dollar allein für 2011 als überschaubare Finanzspritze. Mit der Wahl der südafrikanischen Innenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma zur Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union erhoffen sich die Chinesen nun weitere Impulse.

Chinas Drang nach Fortschritt in Wirtschaft, Wissenschaft, Handel, Rüstung und politischem Einfluss auf die internationalen & regionalen Machtverhältnisse ist gewaltig. Insbesondere die Armee des Landes erweist sich als ganzer Stolz der Volksrepublik. Südafrika dient als Sprungbrett.

Wie „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aus einer internen Quelle aus der Botschaft Südafrikas in Berlin erfahren konnte, wird das südafrikanisch-chinesische Verhältnis mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Die in Berlin tätigen Diplomaten verfolgen die Aktivitäten Chinas mit großer Hoffnung, zumal in der diplomatischen Vertretung die Auffassung vertreten wird, dass China und Südafrika gemeinsame Werte verkörpern. Denn beide Staaten haben niemals eine andere Nation kolonialisiert, heißt es. Diesen historisch begründeten Vertrauensbonus kann die Bundesregierung und der Westen nicht erfüllen

Sollte die Deutsche Botschaft Pretoria und das Auswärtige Amt in Berlin nicht rechtzeitig gegenhalten, indem sie gewisse Zugeständnisse an Südafrika unterbreiten, so wird Deutschland mittelfristig seinen Partner am Kap verlieren. Eine Aufarbeitung der deutschen Partizipation am Verbrechen der Apartheid wäre ein symbolträchtiger und erwünschter Schritt in Pretoria, der den Roten Drachen in Zugzwang bringen würde. Der deutsche Aphoristiker Werner Mitsch definierte die Diplomatie als Krieg mit friedlichen Mitteln. China könnte diesen bereits begonnenen Krieg gegen Deutschland in wenigen Jahren gewinnen, sofern die deutsche Außenpolitik ihre Chance verschläft. Der Countdown läuft.

Binationale Kommission: Das Außenpolitik-Dilemma

Südafrika und Deutschland zeigen außenpolitische Visionen auf, doch bleiben diese reine Illusionen

(Autor: Ghassan Abid)

Die 7. Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission vom 7. und 8. Mai 2012 in Berlin verlief äußerst erfolgreich und harmonisch. Die strategische Partnerschaft, die von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) und dem südafrikanischen Vizepräsidenten Kgalema Motlanthe (ANC) mehrfach betont worden ist, fußt auf eine Verbundenheit der Gleichartigkeit. „Gemeinsame Verantwortung“, „gemeinsame Werte“ und eine „gemeinsame Erfahrung“ – so der Tenor aus dem Auswärtigen Amt – charakterisieren die deutsch-südafrikanischen Beziehungen.

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe und Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonen die deutsch-südafrikanischen Gemeinsamkeiten, untergraben jedoch die unzähligen Unterschiede zwischen beiden Nationen. Eine bilaterale Abstimmung in der Außen- und Sicherheitspolitik kann nicht funktionieren. Die Realpolitik belegt das Dilemma. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

© Vizepräsident Kgalema Motlanthe und Bundesaußenminister Guido Westerwelle betonen die deutsch-südafrikanischen Gemeinsamkeiten, untergraben jedoch die unzähligen Unterschiede zwischen beiden Nationen. Eine bilaterale Abstimmung in der Außen- und Sicherheitspolitik kann nicht funktionieren. Die Realpolitik belegt das Dilemma. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Südafrika ist Deutschlands wichtigster Partner in Subsahara-Afrika„, hielt Westerwelle in seiner Eröffnungsansprache fest. Die Etablierung einer neuen Fachkommission für Außen- und Sicherheitspolitik ist demnach das Resultat eines neuen Verständnisses, die außenpolitischen Ziele beider Nationen aufeinander abzustimmen, wenn nicht sogar im Idealfall miteinander zu harmonisieren. Und dennoch kann diese Zielvorstellung nach gemeinsamer Verantwortung für globale Themen schlichtweg nicht funktionieren.

Südafrika verfolgt im Vergleich zu Deutschland weitgehend konträre Standpunkte, die sich aus dem Führungsanspruch der Südafrikaner als Vertreter afrikanischer Entwicklungsländer ergeben. Frieden und Sicherheit, Entwicklungszusammenarbeit und regionale Integration sind auch im Interesse und im Afrika-Konzept der Bundesregierung von 2011 niedergeschrieben. Dies wird keiner der Diplomaten bezweifeln. Doch ist die Umsetzung dessen umso komplizierter. An drei Fallbeispielen soll dieses angesprochene Dilemma erläutert werden.

Libyen: Südafrika gegen den NATO-Einsatz; Deutschland dafür

Allein die Libyen-Krise verdeutlichte die unterschiedlichen Positionen. Pretoria wollte einen Dialog zwischen dem Gaddafi-Regime und den Rebellen und darüber hinaus ein Ende des NATO-Militäreinsatzes, während Berlin den Rücktritt des libyschen Revolutionsführers auch unter der Anwendung von militärischen Mitteln befürwortete. Es ist schnell ersichtlich geworden, dass die von Präsident Jacob Zuma angestrebte Umsetzung der Roadmap der Afrikanischen Union für Libyen keineswegs im Einklang mit der Agenda des Auswärtigen Amtes stehen kann.

Iran: Südafrika importiert iranisches Erdöl; Deutschland setzt Sanktionen um

Dieser Nord-Süd-Antagonismus setzt sich auch in der aktuellen Iran-Krise fort. Die USA, die EU und Deutschland schenken der Islamischen Republik bei ihrem zivilen Atomprogramm wenig Vertrauen und werfen dem Mullah-Regime militärische Ambitionen vor, während Südafrika den Freunden in Teheran seine grundsätzliche Unterstützung angeboten hat. Zudem hält Südafrika wenig von politischen und wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran. Dementsprechend wird das Kap weiterhin mit iranischem Erdöl beliefert. Auch die Partnerin Motlanthes, die Geschäftsfrau Gugu Sibiya, soll in einem Waffendeal mit dem Iran involviert sein. Diese Debatte verdeutlicht die engen Beziehungen von Schwellen- bzw. Entwicklungsländern zueinander, die sich nach wie vor als Opfer des europäischen (Neo-)Kolonialismus sehen.

BRICS-Bündnis: Aufbau eigener Süd-Süd-Institutionen; Deutschland ist in erster Linie auf die EU fixiert

Am 29. März 2012 trafen die Regierungschefs der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) zum 4. Gipfeltreffen im indischen Neu-Delhi zusammen. Alle fünf Staaten haben bereits im Vorfeld dieses Events zum Ausdruck gebracht, noch unabhängiger vom Westen auftreten und auf globaler Ebene mit einer gemeinsamen Stimme sprechen zu wollen. Die Vertiefung der Süd-Süd-Kooperation spielt in diesem Kontext eine entscheidende Rolle. Die Gründung einer BRICS-Entwicklungsbank ist nur eine der Vorschläge, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

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© „Südafrika und Deutschland werden in den Zukunftsbereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien sowie Bildung und Ausbildung zukünftig ihre Kooperation ausbauen.“, so Bundesaußenminister Guido Westerwelle. (Quelle: flickr/ The Presidency of the Republic South Africa)

Südafrika und Deutschland werden in den Zukunftsbereichen Klimaschutz, erneuerbare Energien sowie Bildung und Ausbildung zukünftig ihre Kooperation ausbauen.„, hob Westerwelle gegenüber der südafrikanischen Delegation hervor. Doch bei der Harmonisierung der außenpolitischen Agenden zwischen Pretoria und Berlin sind der Kooperation enge Grenzen gesetzt. Die Bundesregierung sollte sich auf seine bisherigen Schwerpunkte konzentrieren und die außen- bzw. sicherheitspolitische Karte besser liegen lassen. Denn Deutschland und Südafrika haben nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern weiterhin  noch zu viele Unterschiede, um diese Etappe der strategischen Partnerschaft einleiten zu können.

From styling to singing

Lindiwe Suttle – singer, songwriter and model – in interview

(Autor/ Editor: Ghassan Abid)

Deutsche Interview-Zusammenfassung:

© Lindiwe Suttle, model and singer

Lindiwe Suttle ist eine US-amerikanische und südafrikanische Bürgerin, die einen äußerst bunten Werdegang vorzeigen kann. Die  Stylistin arbeitete anfänglich mit mehreren Superstars wie Beyoncé and Ciara zusammen. Ihre Arbeit war durchaus herausfordernd – sagt sie – da nicht viele VIPs ihre Person in punkto Make-up und Haare verändern woll(t)en. Denn Styling kann letztendlich als Kritik zum eigenen Stil aufgefasst werden. Und dennoch verspürte die Tochter einer südafrikanischen Mutter den Drang nach  kreativer Selbstverwirklichung. Sie arbeitete einige Jahre im US-Modemarketing, kündigte ihren Job und wanderte nach Kapstadt aus, wo sie den Modeeinkauf ausübte. Im Anschluss lebte sie im Rahmen einer Beziehung in Hamburg, welche zerbrach. Diesen Schmerz verarbeitete sie in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Benni Dernhoff auf künstlerischer Weise – beginnend als Leadsängerin der Jazz-Hip-Hop-Band „The Collective Imagination“, dann mit Unterstützung des Düsseldorfer Rockmusikers Marius Müller-Westernhagen als Solokünstlerin.

Mittlerweile konnte sich Lindiwe Suttle – eine Powerfrau mit afrikanischen Werten und amerikanischer Prägung – als Sängerin, Songwriterin, Artistin und Model etablieren. Vor allem die Musik, welche sie seit 2007 professionell betreibt, bedeutet ihr sehr viel. Diese bezeichnet sie als „Kern für alles“. In bekannten Magazinen wie Elle, Vogue, Cosmopolitan oder GQ wurde Suttle abgebildet. Genauso warb sie für die Marke Frazer Parfum, worüber sie sehr glücklich ist. Lindiwe Suttle betont, dass sie eine große Bindung zu ihrer südafrikanischen Heimat hat. Dementsprechend kooperiert sie bewusst mit südafrikanischen Designern wie Lara Klawikowski, Kutloano Molokomme und Cleo Droomer. Auf diesem Wege trägt sie zur Internationalisierung der südafrikanischen Fashionszene bei. Auf die Frage hin, wie man die gesellschaftspolitischen Probleme Südafrikas angehen sollte, beantwortet die Sängerin diese mit einem Angebot an guter Bildung. Für 2012 steckt sich Lindiwe Suttle große Ziele, nämlich die weltweite Aufführung von mindestens 40 Shows zu ihrem Debütalbum Kamikaze Art.

Lindiwe Suttle’s „MAN MADE MOON“ (debut single)

2010sdafrika-editorial staff: We welcome on „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ – the German Gateway to South Africa – Ms. Lindiwe Suttle, model and singer. May you please inform the readers where you come from and where you are based at the moment?

Answer: I was born and raised in USA to a South African Mother and an American Father. I was raised with traditional African values in a very American surrounding. I lived a very different lifestyle than my American friends. My mother taught me the values she learned from her grandparents.

I have lived in Cape Town in South Africa for the past nine years. Cape Town is an important city to me and I consider it my home. It is dear to my heart because this is where I launched my music career, which is significant in my life.

2010sdafrika-editorial staff: You worked in the fashion industry with superstars like Beyoncé and Ciara. Which moment has changed your mind to switch over into self-expression? 

Answer: Being a stylist is a hard job. At the time many films were coming to Atlanta, my hometown. I was lucky singer Beyonce was the first big star I worked with, she was kind and humble to me even with all my beginner mistakes. I worked with other celebrities after her that were a little less forgiving.

The job of a stylist is challenging because everyone thinks they have great style. A makeup artist or hair stylist is seen to have a professional skill but style goes deeper it touches ones character. Not many people are open to changing their personal style like they would a hairstyle or wearing a different shade of lipstick.  Style suggestions are more personal, almost like a criticism to their character. In the end, I realized I excelled best at expressing my own personal style. I use fashion on stage in my theatrical shows, elaborately styled music videos and photo shoots. I love playing with fashion, it’s an expression of all my characters. The music is the core of everything and everything else is just extra to make it more visual.

2010sdafrika-editorial staff: You are known as model, especially in South Africa. Magazines like Elle, Vogue, Cosmopolitan or GQ have reported about you. What does the South African fashion style represent?

Answer: I have been lucky to model for brands like face of Frazer Parfum and I was the face of the Woolworths beauty campaign. I never took the job as a model serious till I was in front of the camera. I give respect to models, it’s a tough job knowing the right angels for your face.

There is an abundance of talent in South Africa. The challenge now is getting the designers international exposure. I have been a big supporter of local talent since I have lived here. I credit them for getting my into Vogue Italy and helping me win style awards like Glamour Magazine’s Women of the Year – Style Icon and the 2010 SA Style Award. I have a great relationship with many South African designers, Lara Klawikowski, Kutloano Molokomme, Cleo Droomer all create costumes for my shows.

© Lindiwe Suttle as part of the Frazer Parfum campaign „Ambassador for Nature“

2010sdafrika-editorial staff: Additionally to your model job, you are performing as singer. Isn´t it an unusually combination? How could you combine both professions?

Answer: I have been a singer, songwriter and performance artist since I began my music career in 2007. I started out in business and after my MBA I worked in the fashion industry in fashion marketing, merchandising and eventually styling celebrities. I moved out of the entertainment business and moved to SA wanting to focus on my own goals. I worked in fashion buying in Cape Town for a couple of years and I learned a lot about the retail but felt too restricted in the corporate environment. I quit my job and that was when I found music again.

2010sdafrika-editorial staff: We took notice, that are you in contact with Germans in artistic matters. Which impression do you have of Germany?

Answer: After I quit my corporate job I moved to Hamburg Germany for a relationship that eventually went bad. This relationship was a catalyst for me to starting writing lyrics all inspired by this love gone wrong. I worked in studio for the first time with Hamburg producer Benni Dernhoff. We created me first demo that I took to SA.  I auditioned as lead singer of The Collective Imagination, a jazz-hip-hop band and performed for one and half year with them. I launched my solo career end of 2009. I was discovered by German legend, Marius Mueller-Westernhagen and his wife Romney. They have been my big support in my music career. One year later, Marius connected me with Tim Renner and Motor Music, my management company. Motor Music introduced me to producer, Ivan Georgiev. Ivan and I worked on my debut album, Kamikaze Art all of 2011.

Lindiwe Suttle and the jazz-hip-hop band „The Collective Imagination“

2010sdafrika-editorial staff: South Africa is in German media mostly in context with negative headlines. Which are the biggest problems of this young democracy and what should politics and society do?

Answer: I think it is important to redesigning the current educational system to better prepare our youth for a prosperous future in the global market. I would love to  build a free skills training school in each community for all ages. There would be a variety of free classes offered like leadership classes for adults, arts for children, cooking, and sports. I think a good education is the first step to a better South Africa.

© Lindiwe Suttle: „My music comes from the heart and I feel it is the most open and honest I have been about the experiences in my life.“

2010sdafrika-editorial staff: Which dreams in private and professional view would you like to realize?

Answer: My biggest goal in my life is to stay healthy and happy without these two things nothing else can happen in your life. In music, I want to perform worldwide and tour my debut album, Kamikaze Art. My goal is perform at least 40 shows in 2012. I want  to take Kamikaze Art to audiences around the world and have them experience my live shows with me. My music comes from the heart and I feel it is the most open and honest I have been about the experiences in my life.

2010sdafrika-editorial staff: Lindiwe Suttle, model and singer, thank you very much for this interview.

Kulturmagazin berichtet übers Südafrika-Portal

Deutsche und südafrikanische Kultur treffen im Portal aufeinander

Wer sich über Südafrika umfassend informieren wollte, dem stand das Angebot von wenigen Presseinstitutionen zur Verfügung. Jedoch ist zu bemängeln, dass zahlreiche Artikel wenig Hintergrund anboten und meist oberflächlich aktuelle Geschehnisse in Südafrika ansprachen, unter Ausschluss südafrikanischer Soziokultur.

Dementsprechend ist am 30. Januar 2010 das Portal „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ vom deutschen Politikwissenschaftler und Buchautor Ghassan Abid ins Leben gerufen worden.

Es handelt sich hierbei um eine Internetpräsenz, die sich mit der Republik Südafrika befasst und über dieses aus einem deutschen Blickwinkel her beobachtet, berichtet und analysiert. Die 2010sdafrika-Redaktion trägt Hintergründe, Fakten und Meinungen zu fünf Ressorts zusammen: Business, Kultur und Gesellschaft, Literatur und Wissenschaft, Politik und WM 2010.

© Screenshot: Südafrika-Portal im Kulturmagazin

Innerhalb kürzester Zeit konnte sich das Südafrika-Portal einen guten Namen machen und das Interesse der Leserschaft, von Institutionen der öffentlichen Verwaltung, der Wirtschaft, der Presse und der Zivilgesellschaft auf sich ziehen, sodass sich einige Kooperationen etablieren konnten. Die 2010sdafrika-Redaktion bietet verstärkt für Presseorgane umfangreiche Hintergrundanalysen zu Südafrika an, die in diesem Jahr eindeutig von der Fußball-Weltmeisterschaft dominiert werden.

Als zum Beispiel der südafrikanische Präsident, Jacob Zuma, beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos mit seiner Vorliebe für die Polygamie von sich Reden machen konnte, stieß er mit dieser Aussage auf nicht viel Gegenliebe. Das Südafrika-Portal beleuchtete hierbei kulturelle Aspekte und kam zu dem Schluss, dass Jacob Zuma als Zulu, einer traditionsbewussten Ethnie im Osten des Landes, die „Vielweiberei“ als Identität seiner sozialen Zugehörigkeit wahrnimmt. Dementsprechend ist es in Südafrika nicht verwunderlich, dass der aktuelle Präsident gegenwärtig 3 First Ladies an seiner Seite präsentiert und mit einer weiteren Frau verlobt ist. Die politisch-administrative Ebene hat sich hierauf bereits eingestellt und auf gewohnheitsrechtlicher Basis praxisgerechte Lösungen entwickelt. Da der deutsche Blickwinkel einen besonderen Stellenwert einnimmt, mündete dieses Politikum in die „Umfrage des Monats“ des Südafrika-Portals ein, wonach 55 Prozent der User kein Verständnis für eine praktizierte Mehrehe des südafrikanischen Staatspräsidenten aufzeigen konnten.

Mit medialen, interaktiven und informativen Angeboten wird das Südafrika-Portal auch weitere Gäste, insbesondere aus dem kulturellen Bereich, von sich überzeugen können.

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Artikel beim Kulturmagazin veröffentlicht:

http://www.kultur-szene.de/internet/suedafrika_land_der_kontraste-2243.html