Schlagwort-Archive: Winzer

Weinland Südafrika

Winelands am Westkap – wichtiger wirtschaftlicher und sozialer Motor mit 340.000 Beschäftigten

(Ein Gastbeitrag von Daniel Villbrandt)

Seit dem Ende der Apartheid entwickelt sich die südafrikanische Weinlandschaft stetig weiter und ist heute ein wichtiger Faktor für den Tourismus, Export und damit für den Arbeitsmarkt. Insgesamt produzieren über 400 Weingüter zusammen um die 870 Millionen Liter Wein am Western Cape. Schätzungen zufolge sind rund 340.000 südafrikanische Arbeiter im Weinanbau beschäftigt. Zu den bekanntesten Anbauregionen gehören Stellenbosch, Constantia, Paarl und Franschhoek.

© Mittlerweile sind über 340.000 Personen im südafrikanischen Weinbau beschäftigt, einem wichtigen Wirtschaftszweig am Kap. Insgesamt produzieren über 400 Weingüter zusammen um die 870 Millionen Liter Wein am Western Cape. (Quelle: Vineyards)

© Mittlerweile sind über 340.000 Personen im südafrikanischen Weinanbau beschäftigt, einem wichtigen Wirtschaftszweig am Kap. Insgesamt produzieren über 400 Weingüter zusammen um die 870 Millionen Liter Wein am Western Cape. (Quelle: Vineyards)

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Linksradikal, antikapitalistisch, anti-imperialistisch

Südafrikaner im Wahlfieber: Malema-Partei „Economic Freedom Fighters“ fordert ANC heraus

(2010sdafrika-Redaktion)

Julius Malema ist einer der umstrittensten Politiker Südafrikas. Als ehemaliger Präsident der ANC-Jugendliga schaffte er es – mit Unterstützung seines damaligen Mentors Jacob Zuma – ganz nach oben aufzusteigen. Nach seinem Rausschmiss aus dem ANC entschloss sich Malema für die Gründung einer eigenen Partei. Mit Spannung wird auf das morgige Wahlergebnis gewartet.

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© Julius Malema ist umstritten und beliebt zugleich. Die Jugend jubelt dem ehemaligen Präsidenten der ANC-Jugendliga in großen Teilen zu. Kritiker werfen ihm vor, als „Brandstifter“, „Populist“ und „Krimineller“ kein Interesse daran zu haben, den Bedürftigen und Armen Südafrikas helfen zu wollen. Als Gründer und Führer der „Economic Freedom Fighters“ will er zurück in die Politik. (Quelle: EFF)

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Versagen südafrikanischer Behörden bei administrativen Grundfunktionen

(Autor: Ghassan Abid)

Idee besprochen, Text verfasst, E-Mail versandt und schließlich keine Reaktion. Nach zwei Tagen, einer Woche oder vier Wochen – südafrikanische Behörden und Staatsbetriebe zeigen bei der externen Kommunikation mit Bürgern, Pressevertretern und Unternehmen größtenteils erhebliche Defizite. Entwicklungshelfer und Journalisten bestätigen diese Perzeption gegenüber der 2010sdafrika-Redaktion. Ein namentlich nicht genannter Winzer  aus der Region Stellenbosch beklagt das ´´arrogante Verhalten südafrikanischer Staatsdiener´´.

© Behörden Südafrikas zeigen große Defizite in den Verwaltungs- und Finanzabläufen. Die externe Kommunikation dient als Indikator für interne Organisationsstrukturen. Die Bürger sind die Leidtragenden dieses staatlichen Trauerspiels. (Quelle: Khanyi Magubane/ MediaClubSouthAfrica.com)

Vor allem das Department of Home Affairs (vergleichbar mit: Innenministerium), die Polizei SAPS, das Department of Defence (vergleichbar mit: Verteidigungsministerium) und der Energieversorger Eskom zeichnen sich durch teilweise ungültige E-Mail-Adressen aus. Andere oberste nationale Behörden, etwa die Presidency (vergleichbar mit: Bundeskanzleramt), antworten, doch ist es verwunderlich, dass allgemeine Floskeln der Anrede oder Verabschiedung schlichtweg fehlen. Der Empfänger erhält auf diesem Wege einen negativ behafteten Eindruck vom Gegenüber; ein Desinteresse.

Sind die Damen und Herren in diesen einflussreichen Institutionen faul, überfordert oder haben diese so viel wichtigeres um die Ohren, sodass die Korrespondenz kürzer gehalten werden muss? Diese Fragen sind gerechtfertigt. Die Klärung von Hintergrundinformationen, Urheberrechten oder Vorwürfen wird dadurch (bewusst) erschwert.

Besonders traurig ist die Tatsache, dass die sogenannten Communication Officers (vergleichbar mit: Pressevertreter) in vielen Fällen ebenfalls nicht reagieren. In anderen Situationen schiebt man sich gegenseitig die Verantwortung zu – so geschehen zwischen Presidency und dem Department of International Relations and Cooperation (vergleichbar mit: Außenministerium) im Hinblick auf das südafrikanisch-chinesische Regierungstreffen.

Doch die ständige Gelassenheit der Staatsbediensteten bei der Beantwortung von externer Post sprengt – unter Ausschöpfung sämtlicher subjektiver Geduldsgrenzen und eines Verständnisses für die Arbeitsbelastung staatlicher Behörden –  jegliches Fundament eines professionellen Verhältnisses zwischen Staat und Bürger.

© Public Administration Leadership and Management Academy (Palama) in Pretoria - Ausbildungsstätte der Regierung zur Verbesserung der Fähigkeiten seiner Bediensteten. Eine Evaluierung zur Wirksamkeit dieser Behörde ist längst hinfällig, zumal deutsche Steuergelder im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit im Spiel sind.

Wie soll eine Regierung gesellschaftspolitische Probleme wie HIV/ AIDS, die Kriminalität oder Arbeitslosigkeit angehen, wenn diese nach wie vor vom Missmanagement geprägt ist. Mehrere Presseberichte und Studien belegten die Inkompetenzmisere in den staatlichen Organen. Das Innenministerium konnte sich in dieser Debatte zum obersten Negativbeispiel katapultieren – Menschen wurden für tot erklärt, die Ausstellung von Genehmigungen/ Visas ist vergessen worden und Verträge sind nicht eingehalten worden. Der leidtragende ist der Bürger, der fristgerecht seinen Verpflichtungen nachgekommen ist. Die Public Service Commission unter der Leitung von Ben Mthembu, eine staatliche und unabhängige Organisation zur Kontrolle staatlicher Finanzaktivitäten im Sinne von Good Governance, kommt im „Overview on Financial Misconduct for the 2008/2009 Financial Year“ von 2010 zum Ergebnis, dass auf der nationalen Ebene das  Department of Justice and Constitutional Development (vergleichbar mit: Justizministerium) und Innenministerium am stärksten vom Missmanagement betroffen sind. Von 260 Fällen entfielen 121 auf das Ressort Justiz und 22 andere auf die Innenverwaltung. Auf der provinziellen Ebene, im Bundesländer-Vergleich, belegen Kwazulu-Natal (258) und Limpopo (255) die schlechtesten Plätze. An dritter Stelle folgt die von der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) regierte Provinz Westkap mit 132 Fällen.

Transparenz, Bürgernähe und wirksame Politikmechanismen wurden immer wieder versprochen. Deren Umsetzungen lassen sich jedoch – zumindest auf den ersten Blick – nicht erkennen. Die Glaubwürdigkeit in den südafrikanischen Staat kann zurecht solange in Frage gestellt werden, bis die Regierung diesen Grundaufgaben nachkommt.