Schlagwort-Archive: Wut

Unüberhörbare Wut auf Weltfußballverband FIFA

Bevölkerung Brasiliens läuft Sturm. Viele Südafrikaner zeigen im Netz ihre Solidarität mit WM-Nachfolger

(Autoren: 2010sdafrika-Redaktion, Ghassan Abid)

Als die Welt vor rund vier Jahren noch zu Gast in Südafrika war, legte sich ein dunkler Schleier über das Ausrichterland der Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Straßenhändler durften nicht in der Nähe der Stadien Essen und Souvenirs verkaufen, Dienstleistungen verteuerten sich drastisch und der Staat verbuchte im Enddefekt ein fiskalisches Minusgeschäft. Anders als zur Situation am Kap machen die Brasilianer ihren Unmut Luft. Die FIFA befindet sich in der größten Glaubwürdigkeitskrise seit ihrem Bestehen vor 110 Jahren.

Paulo Ito

© Von Südafrika nach Brasilien, dem Ausrichter der Fußball-WM 2014: Während vor vier Jahren der Protest am Kap eher verbal ausgetragen wurde, entlädt sich in Lateinamerika die Wut gegen die Regierung in physische Gewalt. Große Teile beider Bevölkerungen fühlen sich von der FIFA verarscht. (Quelle: Paulo Ito)

Weiterlesen

Apartheidsflagge auf australischem Rathaus

Versehen oder bewusste politische Provokation? Bürgermeister Dean Lynch zeigt sich stur – ein Eklat

(Autor: Ghassan Abid)

Dean Lynch ist der Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire, in welchem rund 10.000 Menschen leben. Sein Rathaus befindet sich in der Stadt Cooma, einem beliebten Ort für Wintertouristen. International kennt man Cooma nicht; zumindest bislang noch nicht. Denn ein politischer Eklat katapultierte die 10.000 Seelen-Gebietskörperschaft direkt ins politische Südafrika. Das Außenministerium kocht vor Wut und die südafrikanische Botschaft in Canberra übt Druck aus – bisher ohne Erfolg.

© Koleka Mqulwana, Botschafterin Südafrikas in Australien [links im Bild], versucht seit Tagen Dean Lynch, Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire [rechts im Bild], zur Entfernung der Apartheidsflagge auf dessen Rathaus zu bewegen. Doch dieser zeigt sich stur und weigert sich. (Quelle: South African Embassy Canberra + Cooma-Monaro Shire/ collage 2010sdafrika-Redaktion)

© Koleka Mqulwana, Botschafterin Südafrikas in Australien [links im Bild], versucht seit Tagen Dean Lynch, Bürgermeister des australischen Verwaltungsgebietes Cooma-Monaro Shire [rechts im Bild], zur Entfernung der Apartheidsflagge auf dessen Rathaus zu bewegen. Doch dieser zeigt sich stur und weigert sich. (Quelle: South African Embassy Canberra + Cooma-Monaro Shire/ collage 2010sdafrika-Redaktion)

Weiterlesen

Kap-Kolumne: „Alive and kicking“

Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – trotz der Vielzahl an Fehlentwicklungen.

(Autor: Detlev Reichel ist der Kap-Kolumnist des Südafrika-Portals. Als Missionskind, Sozialist und einstiger West-Berliner Anti-Apartheids-Aktivist berichtet er aus und zu Südafrika.)

Neulich ruft mich ein besorgter Freund aus Deutschland an. Was ist los bei euch? Wir lesen und hören von Unruhen in Südafrika. Seid ihr in Gefahr? Es sei um Südafrikas junge Demokratie schlecht bestellt, so geht die Rede. Die Medien sind voll von Berichten über wilde Streiks, schwache politische Führung, vom Verschwenden und Verschwinden öffentlicher Mittel, von Kämpfen und Krämpfen im allzu mächtigen ANC.

Ich kann ihn beruhigen. Der Alltag zeigt: Südafrikas junge Demokratie lebt und strampelt – „alive and kicking“ wie man hier sagt.

    © Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung "Public Protector" und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

© Wilde Streiks, eine schwache politische Führung, Verschwenden & Verschwinden öffentlicher Mittel und ANC-Machtkämpfe dominieren das mediale Bild Südafrikas. Doch die junge Demokratie weiß sich gegen Fehlentwicklungen zu wehren. Die Einrichtung „Public Protector“ und die südafrikanische Zivilgesellschaft werden immer dann aktiv, wenn wesentliche Grundsätze der Verfassung und gesetzmäßigen Ordnung verstoßen werden. (Quelle: flickr/ Darryn van der Walt)

Weiterlesen

Massakervorwurf: 34 getötete Minenarbeiter

Wut auf Polizei erreicht Rekordhoch. Politik verurteilt  „sinnlose Gewalt“. Julius Malema plant Comeback

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Es kriselt in Südafrika heftig. Jederzeit könnte ein Flächenbrand das ganze Land erfassen. Wie „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ aus einer internen ANC-Quelle erfahren konnte, wird der verbannte Ex-ANC-Jugendliga-Präsident Julius Malema am morgigen Tage in Rustenburg auftreten und die Masse zu instrumentalisieren versuchen. Die Polizeibehörde SAPS mit ihren 157.295 Mitarbeitern steht de facto auf dem Präsentierteller, nachdem mehrere Politiker den Einsatz der Beamten gegen die streikenden Kumpels scharf kritisiert haben. Es scheint, als wolle die Regierungspartei ANC die Polizei nun alleine im Regen stehen lassen.

© 3000 Minenarbeiter in Rustenburg demonstrieren, teilweise unter Gewaltanwendung, für mehr Geld. Zwei Gewerkschaften stritten sich um die Mitglieder. Das britische Bergbauunternehmen Lonmin droht nun mit Entlassungen und die Polizei wird zum Hassobjekt des demokratischen Südafrikas. Die Lage droht weiter zu eskalieren. Der verbannte Ex-ANC-Jugendliga-Präsident Julius Malema wird, so eine vertrauliche Quelle, morgen in Rustenburg die Minenarbeiter unterstützen. (flickr/ Pan-African News Wire)

© 3000 Minenarbeiter in Rustenburg demonstrieren, teilweise unter Gewaltanwendung, für mehr Geld. Zwei Gewerkschaften stritten sich um die Mitglieder. Das britische Bergbauunternehmen Lonmin droht nun mit Entlassungen und die Polizei wird zum Hassobjekt des demokratischen Südafrikas. Die Lage droht weiter zu eskalieren. Der verbannte Ex-ANC-Jugendliga-Präsident Julius Malema wird, so eine vertrauliche Quelle, morgen in Rustenburg die Minenarbeiter unterstützen. (flickr/ Pan-African News Wire)

Was ist passiert. Am gestrigen Tage sind nach offizieller Information der Regierung 34 Minenarbeiter unweit einer Lonmin-Platinmine in der Provinz North West getötet worden. Dies meldete heute das Polizeiministerium. Gestern war noch die Rede von 18 Toten. Ein aufgetauchtes Video des südafrikanischen Reuters-Kameramanns Siphiwe Sibeko erhitzt die Gemüter der Südafrikaner auf die Polizei. Von „Massaker“, „Hinrichtung“ oder „Apartheidstaat“ ist die Rede. Der gestrige Vorfall zählt zum brutalsten Polizeieinsatz im demokratischen Südafrika. Bereits am Montag starben 10 Personen bei der Platinmine Marikana. Erste Untersuchungen wurden nun in Gang gesetzt.

Die Polizei versucht bisweilen ihren Einsatz zu rechtfertigen. Die Beamten  befanden sich in einer Extremsituation, nachdem mehrere Streikende mit Macheten, Messern und anderen Waffen ausgestattet waren. Es heißt von der SAPS, dass die Behörde zuerst Wasserwerfer einsetzte, dann zu Tränengas überging und als ultima ratio letztendlich von Schusswaffen Gebrauch machen musste. Insgesamt waren 3.000 Minenarbeiter an den Protesten beteiligt.

© Nach aktuellster staatlicher Meldung sollen in Rustenburg rund 34 Minenarbeiter durch Polizisten erschossen worden sein. (flickr/ Pan-African News Wire)

© Nach aktuellster staatlicher Meldung sollen in Rustenburg rund 34 Minenarbeiter durch Polizisten erschossen worden sein. (flickr/ Pan-African News Wire)

Kritiker sehen Ähnlichkeiten zu den Polizeieinsätzen des Apartheidregimes der 1960/70er-Jahre. Andere Kommentatoren untermauern die Gefahrenlage der Beamten, nachdem bereits am Montag zwei Polizisten durch Minenarbeiter ermordet und entwaffnet worden sind.

Präsident Jacob Zuma, der eine Teilnahme am SADC-Gipfel in Mosambik früher als erwartet beendet hat, zeigte sich über die hohe Anzahl der Toten und die „sinnlose Gewalt“ entsetzt. Er geht sogar weiter und kritisiert die Polizei, indem er festhält, dass in der demokratischen Ordnung Südafrikas weitere Handlungsmöglichkeiten des Dialogs bestehen, um nicht bestehendes Recht zu brechen oder Gewalt anwenden zu müssen. Ebenso zeigten sich andere ANC-Politiker und Gewerkschaftsführer schockiert.

© Protestierende Minenarbeiter wollen mehr Geld und Werschätzung. Sie verharren weiterhin in Blockadehaltung. Die Polizei fürchtet eine weitere Eskalation. Im Kapland kriselt es gewaltig. (flickr/ Pan-African News Wire)

© Protestierende Minenarbeiter wollen mehr Geld und Werschätzung. Sie verharren weiterhin in Blockadehaltung. Die Polizei fürchtet eine weitere Eskalation. Im Kapland kriselt es gewaltig. (flickr/ Pan-African News Wire)

Die Streitigkeiten zwischen den Minengewerkschaften NUM und AMCU konnten weiterhin nicht beigelegt werden. Auch die Verhandlungen zwischen den Kumpels und dem britischen Minenkonzern Lonmin gelten als gescheitert. Die Minenarbeiter fordern unter anderem Lohnerhöhungen von rund 200 Prozent. Das in London ansässige Unternehmen hat die Platinproduktion im ganzen Land einstellen müssen. Südafrika beherbergt rund 80 Prozent des weltweiten Platinvorkommens.

Human Rights Day – Südafrikanische Feiertage

In Gedenken an die getöteten Demonstranten von Sharpeville, Vanderbiljpark und kwaLanga

(Autorin: Anne Schroeter)

© In Gedenken an die Opfer der Apartheid. Präsident Jacob Zuma wird am heutigen Tage eine Rede in Soweto halten. Die Presidency hält fest, dass das Feuer auf Demonstranten am 21. März 1960 auch inVanderbiljpark und kwaLanga in Kapstadt eröffnet wurde. (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

© In Gedenken an die Opfer der Apartheid. Präsident Jacob Zuma wird am heutigen Tage eine Rede in Soweto halten. Die Presidency hält fest, dass das Feuer auf Demonstranten am 21. März 1960 auch im Vanderbiljpark und in kwaLanga in Kapstadt eröffnet wurde. (Quelle: Graeme Williams/ MediaClubSouthAfrica.com)

An diesem Tag wird dem Sharpeville-Massacre gedacht. Dort fanden 1960 Demonstrationen gegen das Apartheid-Regime, insbesondere deren Pass- und Ausweisregelungen statt.

Mehrere Tausend Demonstranten versammelten sich vor der Polizeistation in Sharpeville, und forderten ihre Verhaftung, weil sie nicht die korrekten Papiere bei sich trugen. Während des Tages erhöhte sich die Anzahl der Demonstranten auf fast 20.000. Versuche die Menge aufzulösen schlugen fehl und die Anfangs friedliche Stimmung schlug in Wut um. Es kam zu Schüssen, als Demonstranten versuchten die Polizeistation zu betreten.

Offiziellen Angaben zufolge wurden 69 Personen getötet, viele in den Rücken geschossen, als sie versuchten zu fliehen. Über die Hintergründe zur Eröffnung des Feuers gibt es verschiedene Angaben, Polizeiberichte von damals und Aussagen bei der Wahrheits- und Versöhnungskommission widersprechen sich.

Das Massaker hatte die zunehmende Isolierung Südafrikas zur Folge, sowie das Verbot von ANC und PAC (Pan-Africanist Congress). Das Verbot zwang die Organisationen zur Arbeit im Untergrund und führte zu einer Änderung ihrer Strategien, von passivem zum bewaffneten Widerstand gegen das Apartheid-Regime.

Al Jazeera Channel-Videobeitrag zum Sharpeville-Massaker (in Englisch)

Seit Ende der Apartheid wird der 21. März in Südafrika als Human Rights Day gefeiert, anders als im Rest der Welt, wo dieser Tag am 10. Dezember begangen wird.

DA gewinnt Kontrolle über 133 ANC-Kommunen

Jacob Zuma bleibt der große Sieger, verliert jedoch Stammwählerschaft – eine Wahlanalyse

(Autor: Ghassan Abid)

Redaktionelle Richtigstellung: Die DA hat die Macht in der NMA-Nelson Mandela Bay Municipality entgegen unserer ersten Meldung vom ANC nicht übernehmen, sondern deutlich ausbauen können. Der Artikel ist bereits korrigiert worden. Einen Dank an den User Johannes für den Hinweis an die 2010sdafrika-Redaktion!

Nun ist es offiziell: Der African National Congress (ANC) bringt knapp 61 Prozent aller Stimmen auf sich, während die größte Oppositionspartei Democratic Alliance (DA) rund 23,80 Prozent an Wählerstimmen gewinnen kann. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass von den 13.353.987 Wählern rund 8,143 Mio. Südafrikaner dem ANC ihr Vertrauen aussprachen. Im Vergleich hierzu wählten 3,177 Mio. Bürger die DA von Helen Zille. Auf diesem Wege wird die DA die bisherige ANC-Repräsentation in 133 Kommunen absetzen, während die Regierungspartei die Macht über 5 DA-Gemeinden übernimmt.

Die Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen 2011 von 57,6 Prozent fällt höher aus, als bei den Wahlperioden zuvor mit jeweils rund 48 Prozent. Für den Congress of the People (Cope) unter dem Parteichef Mosiuoa Lekota, eine Splitterpartei des ANC, war es die erste Kommunal- und Regionalwahl, welche ernüchternd ausfiel. Auch für die National Freedom Party (NFP), welche sich in diesem Jahr von der Inkatha Freedom Party (IFP) abgespalten hatte, ist es die erste große Prüfung gewesen.

Kommunalwahlen 2000 Kommunalwahlen 2006 Kommunalwahlen 2011
WahlergebnissePartei Ergebnis in absolute Wählerzahlen Ergebnis in Prozent Ergebnis in absolute Wählerzahlen Ergebnis in Prozent Ergebnis in absolute Wählerzahlen Ergebnis in Prozent
African National Congress (ANC) 8,868 Mio. 61,76% 6,315 Mio. 64,07% 8,143 Mio. 60,98%
Democratic Alliance (DA) 2,812 Mio. 19,59% 1,595 Mio. 16,19% 3,177 Mio. 23,80%
Inkatha Freedom Party (IFP) 1,458 Mio. 10,15% 740135 7,51% 478400 3,58%
Congress of the People (Cope)

274074 2,05%

Quelle: Eigene Grafik, basierend auf Zahlen der IEP

Nach Angaben der DA wird davon ausgegangen, dass der Anteil an schwarzen Wählern von einem Prozent auf rund 5 Prozent ausgebaut werden konnte. Dies sind ungefähr eine halbe Million Bürger.

Größter Erfolg für die DA dürfte der Machtausbau in der Nelson Mandela Bay Municipality (Zusammenschluss der Kommunen Port Elizabeth, Uitenhage und Despatch) in der Provinz Eastern Cape sein. Die Nelson Mandela Bay Municipality gilt als eine der wichtigsten Hochburgen des ANC und konnte durch diese knapp gehalten werden. Konstant bleibt die starke ANC-Sympathie insbesondere in den ländlichen Gebieten des Landes, welches die hohen Wählerstimmen begründet. Der Besuch von Präsident Jacob Zuma beim Nationalhelden Nelson Mandela am 17. Mai 2011, also einem Tag vor dem Wahltermin, konnte die Verbundenheit mit der schwarzen Mehrheitsgesellschaft weiterhin festigen. Nach Erkenntnissen von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ verlor der ANC ebenfalls in den Townships an messbarer Sympathie. Die Korrespondenz bestätigt, dass die ausbleibende Lösungsbereitschaft der Regierung – etwa im Hinblick auf den Wasser- sowie Stromzugang und auf die fortwährende Perspektivlosigkeit – bei den Menschen weiterhin für viel Unmut sorgt.

© Wahlerfolge für den ANC werden zunehmend schwieriger

Die politischen Analysten Südafrikas kommen zu weiteren interessanten Erhebungen. Tinyiko Sam Maluleke von der renommierten University of South Africa (UNISA) erkennt bei der DA in gewisser Weise einen Paradigmenwechsel. Die DA hat sich unter anderem im Armenviertel von Mamelodi bei Pretoria sehr intensiv mit den Problemen der schwarzen Südafrikanern auseinandergesetzt. Diese „leidenschaftliche“ Wähleranwerbung ist durch rhetorische Tricks der DA-Führung optimal ergänzt worden, beispielsweise durch die bewusste Einbindung lokal-afrikanischer Wörter in Interviews mit Helen Zille. Der Journalist und Kolumnist Sandile Memela bewertet die derzeitige Wahl dahingehend, dass jeder der den ANC zu hassen beginnt, im Anschluss die DA wählt. Dieser Wählerschwund ist den Statistiken deutlich zu entnehmen (siehe oben dargestellte Tabelle). Demnach verlor der ANC bei den Kommunalwahlen 2011 im Vergleich zu 2006 rund 3 Prozentpunkte, während die DA ihren Stimmenanteil um rund 8 Prozentpunkte ausbauen konnte.

Die Independent Electoral Commission (IEP), die unabhängige Wahlkommission Südafrikas unter der Führung von Dr. Brigalia Bam, bescheinigt hingegen freie und faire Wahlen. Diese nach Section 190 der südafrikanischen Verfassung zuständigen Institution obliegt es, die Wahlen auf nationaler, provinzieller und lokaler Ebene zu organisieren. Südafrikas junge Demokratie entwickelt sich in eine positive Richtung, so die abschließende Stellungnahme der IEP.

Berlinale 2011: Der Südafrika-Veranstaltungsbericht

„SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ bewertet Filmfestival

(Autoren: Annalisa Wellhäuser, Doreen S., Ghassan Abid)

© Logo Berlinale (Quelle: Wikimedia)

Die Berlinale 2011 war auch in diesem Jahr eine interessante deutsche „Have To See-Veranstaltung“  in punkto Kultur aus Südafrika. Mit freundlicher Unterstützung der Berlinale-Sektion Generation, durfte die 2010sdafrika-Redaktion ausgewählte Veranstaltungen besuchen und hierüber einen Bericht ablegen. Mit „History Uncut: Manenberg“ und „History Uncut: Crossroads“ wurde Südafrika während der Apartheid dokumentarisch unter die Lupe genommen, während im Spielfilm „State of Violence“ das Augenmerk auf das Südafrika von heute gerichtet wurde, auf die Probleme und Herausforderungen dieser jungen Demokratie.

Afravision (Brian Tilley, Laurence Dworkin)

History Uncut(von Annalisa Wellhäuser)

Kokuratiert von Darryl Els und Claus Löser

Sonntag, 13.02.2010, Kino Arsenal am Potsdamer Platz in Berlin

Episode 1: Crossroads

Licht aus, Film ab und Augen auf: Wie durch eine Zeitmaschine in die Vergangenheit katapultiert bin ich auf einmal im Mai/ Juni 1986 im ehemaligen Apartheid-Staat Südafrika. Ort des Geschehens: „Crossroads“, eine informelle Siedlung Kapstadts für schwarze Südafrikaner, Hochburg von Widerstandsbewegungen; eigentlich „Notfall camp„ und somit immun gegen die Massenräumung von Townships- ganz zum Missfallen der Regierung…..

Hier bin ich also….mittendrin in einer brutalen Schlacht zwischen- ja man weiß gar nicht wer zu wem gehört, es ist ein Durcheinander…Menschen ,vor allem Jungs im jugendlichen Alter rennen in Massen hin und her… sie jagen sich gegenseitig….Schüsse fallen…Geschrei… wohin ich auch blicke, ich sehe zerstörte, brennende Wellblechhäuser….Es ist die Gruppe mit den weißen Stoffbändern, die greifen uns an… das sind die ,,Witdoeks„, unsere Bürgerwehr……Warum tun sie das? Sie gehören doch zu uns !Woher haben sie die Waffen? Wir müssen uns wehren…selbstgebastelte Waffen aus Holz, Steinen; Schießpulver in Plastikflaschen, die geworfen werden…..auf der Straße: zwei Männer auf dem Boden…voller Blut…sie sind tot…ich sehe Frauen mit Babies, die mit dem Hab und Gut, was sie noch retten konnten, am Straßenrand sitzen, auf Hilfe warten, …..

Cut- Szenenwechsel

Frauen stehen mit ihren Kindern am Parlamentseingang in Kapstadt. Sie sind verzweifelt und suchen Hilfe. ,,Wir wissen von nichts, wir können nichts machen„, wird ihnen auf Afrikaans von einem Politiker entgegnet. Aus Protest simulieren die Frauen ein Weinen und legen ihre schreienden Babies vor dem Parlament nieder.

Laut TRC, der Truth Reconciliation Commission Südafrikas, wurden während der Apartheid Gruppen von ,,schwarzen„ Bürgern wie die ,,Witdoeks„, einer bereits bestehende Bürgerwehr in Crossroads, von der südafrikanischen Polizei mit Waffen unterstützt und somit ,,benutzt„ , um Widerstandsbewegungen in Townships zu bekämpfen. So erreichte die Regierung ihr Ziel , ohne dabei selbst ins schlechte Licht zu rücken. Es wurden 60.000 Menschen obdachlos und 60 Menschen kamen zu Tode.

Episode 2: Manenberg

Es ist September 1989, der Tag der Wahlen des Dreikammer Parlaments in Südafrika. Wahlberechtigte sind ,, weiße „ und begrenzt auch ,,farbige„ (,,coloured„)und ,,indische„ Südafrikaner. Die,, schwarze„ Bevölkerung ist ausgeschlossen. In ,,Manenberg„, einem Township für ,,farbige„ ( „coloured„ ) Südafrikaner, kommt es zum Protest .Und ich sehe, nein ich erlebe hautnah mit, was sich an diesem Tag auf Manenberg`s Straßen abspielt: Ich bin in einem Haus und blicke aus einem Fensterspalt auf die Straße. Was ich dort sehe ist ein Schauspiel zwischen Polizei und den Bewohnern der Siedlung. Die Polizei ,welche aus heiterem Himmel aufgetaucht ist, schießt wahllos mit Gummipatronen in die Menschenmassen. Ja, es scheint gar als täten sie dies, weil es ihnen Spaß macht, andere Leute leiden zu sehen. Die Polizisten bewerfen die Township-Bewohner mit Steinen, verwenden Tränengas und jagen diese mit Peitschen in ihre Häuser. Die Leute, vor allem Jugendliche, reagieren darauf, indem sie mit Steinen zurück werfen und Straßenbarrikaden aus Autoreifen, Müll, Möbelstücken und Steinen errichten und diese dann anzünden. Es ist ein Hin und Her. Immer wieder kommt die Polizei und es kommt zur Auseinandersetzung: Schießerei, Geschrei,…. Ich befürchte die gesamte Zeit über, dass sie mich entdecken, doch ich habe Glück. Sie sehen mich nicht.

© Szene aus „History Uncut: Manenberg“ (Quelle: Berlinale)

Cut- Szenenwechsel

Ein Junge liegt leicht bekleidet in einem Bett, sein Körper ist übersät mit Einschüssen, verursacht durch die Gummipatronen der Polizei. Ein anderer Junge hat den Kopf verbunden und die Nase ist mit Pflastern überdeckt….Eine Frau richtet klar und deutlich einen Appell an die südafrikanische Regierung, sie fordert ein demokratisches, NICHT-rassendiskriminierendes Wahlsystem. Diese Szenen wurden nie im südafrikanischen Fernsehen ausgestrahlt; sie gehören zu dem Archivmaterial der Videokollektive Afravision, welches die größte Videodokumentation der Widerstandsgeschichte darstellt. Gegründet wurde Afravision von Brian Tilley, Laurence Dworkin und Mokoenyana Moletse ,um die zahlreichen Kämpfe der 1980er Jahre in Südafrika zu dokumentieren.

Ein außergewöhnlicher und faszinierender Beitrag zur Berlinale 2010. Ungeschnitten und unverfälscht zeigt dieser Film schlicht und einfach die Realität und Wahrheit, wie sie sich tragischerweise im damaligen Südafrika zugetragen hat. Man erlebt Geschichte hautnah; man fühlt sich, als wenn man selbst dabei gewesen wäre. Es ist unglaublich, denn plötzlich ist es ist keine ,,Geschichte„ mehr, von der man mal im ,,Geschichtsbuch„ gelesen hat und die einem irreal und weit weg vorkommt. Es ist auf einmal auch meine eigene Realität. Ich bin dabei. Nach dem Film geht mir dann nur noch ein Gedanke durch den Kopf: Während ich in meine sichere Wirklichkeit des heutigen Deutschlands zurückkehren kann, ist dieser ,,Film„ für die Menschen in Südafrika damals weitergelaufen. Diese Menschen, denen man gerade begegnet ist, konnten im Gegensatz zu mir, die den Film ausschaltet, nicht fliehen. Für sie war es ein Albtraum, von dem sie nicht wussten, ob er jemals enden würde. Das ist einfach schrecklich.

Datenblatt zur Doku „History Uncut: Manenberg“:

http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20110388.pdf

AfricanHistory.com zu Crossroads-Geschehnissen:

http://africanhistory.about.com/od/apartheid/p/crossroads.htm

————————————————–

Pyramide International (Khalo Matabane)

State of Violence(von Doreen S. und Ghassan Abid)

Sonntag, 20.02.2010, Kino CineStar am Potsdamer Platz in Berlin

„State of Violence“ ist ein beeindruckender Film aus französisch-südafrikanischer Produktion von 2010. Er thematisiert die gegenwärtige wohl größte Herausforderung Südafrikas nach der Apartheid, nämlich die brutale Gewalt und immense Perspektivlosigkeit im Lande. Bobedi, gespielt von Fana Mokoena, ist ein erfolgreicher CEO eines Bergbauunternehmens, der den Wohlstand mit seiner liebevollen Frau Joy (Darstellerin: Lindi Matshikiza) sichtlich genießt. Beide sind im neuen Südafrika angekommen; im Gegensatz zur überwiegend armen Bevölkerungsmehrheit. Vor allem Bobedi stammte ursprünglich aus einem Armenviertel, dem Johannesburger Stadtteil Alexandra. Tolle Kleider für die Frau, eine große Villa und ein Mercedes Benz machten den Alltag dieses erfolgreichen sowie berühmten „Black Diamond“ aus.

© Szene mit Boy-Boy aus „State of Violence“ (Quelle: Berlinale)

Eines Tages jedoch erlebt Bobedi die knallharten Schattenseiten Südafrikas. Im eigenen Haus attackiert ein maskierter Einbrecher Joy und bringt sie, vor den Augen ihres Ehemannes, nach unzähligen Schlägen anschließend mit einer Schusswaffe um. Der Fremde wollte aber kein Geld, sondern Bobedi großen Leid und tiefsten Schmerz zufügen. Innerhalb von wenigen Minuten ist dessen schönes Leben in ein Scherbenhaufen zerschlagen worden.

Erschüttert durch dieses schreckliche Erlebnis und mit voller Wut sowie Trauer im Herzen, begibt sich Bobedi auf die Suche nach dem Mörder in sein Heimatort Alexandra. Die Erinnerung an die große Blutlache im Badezimmer und die weinenden Schreie seiner Frau verfolgen ihn als posttraumatisches Erlebnis. Er begibt sich auf eine Reise in das eigene Ich; eine Reise in die eigene dunkle Vergangenheit.

Bobedi stammt selber aus dem Township und musste, wohl als Mutprobe im Rahmen einer Gang, einen Mann am lebendigen Leibe verbrennen. Es handelte sich hierbei um den Vater seines eigenen Cousins OJ (Darsteller: Neo Ntlatleng), der sich als Mörder von Joy herausstellte und mit der Tat seinen Vater auf diesem Wege rächen wollte. Nur der Bruder von Bobedi, Boy-Boy (gespielt von Presley Chweneyagae), steht ihm bei der Verfolgung des Täters anfänglich bei, doch nach und nach versucht er ihm ins Gewissen zu reden und dessen Verlangen nach Rache abzuwenden. Bei dem Versuch, dass weder Bruder noch Cousin ebenfalls sterben müssen, erliegt Boy-Boy durch einen versehentlich ausgelösten Schuss an seinen Verletzungen. Erneut stirbt ein Familienangehöriger, bedingt durch den Durst auf Rache, und Bobedi hat erneut ein Menschenleben auf den Gewissen.

In „State of Violence“ packt eine Vendetta der besonderen Art den Zuschauer. Es stellen sich im Verlauf des Films die Fragen, ob es eine Rache auf die Rache geben kann, wo Moral anfängt bzw. diese endet und ob die Selbstjustiz überhaupt einen adäquaten Ersatz zur staatlichen Strafverfolgung darstellen kann. Dieser Film, welcher vom Regisseur Khalo Matabane betreut wurde, ähnelt von der Aufmachung und Story her dem erfolgreichen Film „Tsotsi“ von Gavin Hood. Matabane gilt als Experte für die Regieführung südafrikanischer Dokumentationen (Young Lions (2000), Love in the Time of Sickness (2002), Story of a Beautiful Country (2004) u.a.). Mit „State of Violence“ ist ihm der erste Spielfilm überhaupt in punkto Story, Szenenaufbau, soziokritischem Bewusstsein und technischer Umsetzung durchaus geglückt und absolut sehenswert. Neben dem Film „Tsotsi“ verfügt Südafrika über ein weiteres Highlight auf dem kinematografischen Bereich.

Datenblatt zum Film „State of Violence“:

http://www.berlinale.de/external/de/filmarchiv/doku_pdf/20110011.pdf

2010sdafrika-Artikel zum Südafrika-Filmangebot der Berlinale 2011:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2011/02/10/berlinale-2011-kinematografie-sudafrikas-wieder-dabei/

Afravision (Brian Tilley, Laurence Dworkin)

History Uncut

Kokuratiert von Darryl Els und Claus Löser

Sonntag, 13.02.2010, Kino Arsenal am Potsdamerplatz

Episode 1: Crossroads

Licht aus, Film ab und Augen auf: Wie durch eine Zeitmaschine in die Vergangenheit katapultiert bin ich auf einmal im Mai/ Juni 1986 im ehemaligen Apartheid-Staat Südafrika. Ort des Geschehens: ,,Crossroads„ , eine informelle Siedlung Kapstadts für ,,schwarze„ Südafrikaner, Hochburg von Widerstandsbewegungen; eigentlich „Notfall camp„ und somit immun gegen die Massenräumung von Townships- ganz zum Missfallen der Regierung…..

Hier bin ich also….mittendrin in einer brutalen Schlacht zwischen- ja man weiß gar nicht wer zu wem gehört, es ist ein Durcheinander…Menschen ,vor allem Jungs im jugendlichen Alter rennen in Massen hin und her… sie jagen sich gegenseitig….Schüsse fallen…Geschrei… wohin ich auch blicke, ich sehe zerstörte, brennende Wellblechhäuser….Es ist die Gruppe mit den weißen Stoffbändern, die greifen uns an… das sind die ,,Witdoeks„, unsere Bürgerwehr……Warum tun sie das? Sie gehören doch zu uns !Woher haben sie die Waffen? Wir müssen uns wehren…selbstgebastelte Waffen aus Holz, Steinen; Schießpulver in Plastikflaschen, die geworfen werden…..auf der Straße: zwei Männer auf dem Boden…voller Blut…sie sind tot…ich sehe Frauen mit Babies, die mit dem Hab und Gut, was sie noch retten konnten, am Straßenrand sitzen, auf Hilfe warten, …..

Cut- Szenenwechsel:

Frauen stehen mit ihren Kindern am Parlamentseingang in Kapstadt. Sie sind verzweifelt und suchen Hilfe. ,,Wir wissen von nichts, wir können nichts machen„, wird ihnen auf Afrikaans von einem Politiker entgegnet. Aus Protest simulieren die Frauen ein Weinen und legen ihre schreienden Babies vor dem Parlament nieder.

Laut TRC, der Truth Reconciliation Commission Südafrikas, wurden während der Apartheid Gruppen von ,,schwarzen„ Bürgern wie die ,,Witdoeks„, einer bereits bestehende Bürgerwehr in Crossroads, von der südafrikanischen Polizei mit Waffen unterstützt und somit ,,benutzt„ , um Widerstandsbewegungen in Townships zu bekämpfen. So erreichte die Regierung ihr Ziel , ohne dabei selbst ins schlechte Licht zu rücken. Es wurden 60.000 Menschen obdachlos und 60 Menschen kamen zu Tode.

Episode 2:Manenberg

Es ist September 1989, der Tag der Wahlen des Dreikammer Parlaments in Südafrika. Wahlberechtigte sind ,, weiße „ und begrenzt auch ,,farbige„ (,,coloured„)und ,,indische„ Südafrikaner. Die,, schwarze„ Bevölkerung ist ausgeschlossen. In ,,Manenberg„, einem Township für ,,farbige„ ( „coloured„ ) Südafrikaner, kommt es zum Protest .Und ich sehe, nein ich erlebe hautnah mit, was sich an diesem Tag auf Manenberg`s Straßen abspielt: Ich bin in einem Haus und blicke aus einem Fensterspalt auf die Straße. Was ich dort sehe ist ein Schauspiel zwischen Polizei und den Bewohnern der Siedlung. Die Polizei ,welche aus heiterem Himmel aufgetaucht ist, schießt wahllos mit Gummipatronen in die Menschenmassen. Ja, es scheint gar als täten sie dies, weil es ihnen Spaß macht, andere Leute leiden zu sehen. Die Polizisten bewerfen die Township-Bewohner mit Steinen, verwenden Tränengas und jagen diese mit Peitschen in ihre Häuser. Die Leute, vor allem Jugendliche, reagieren darauf, indem sie mit Steinen zurück werfen und Straßenbarrikaden aus Autoreifen, Müll, Möbelstücken und Steinen errichten und diese dann anzünden. Es ist ein Hin und Her. Immer wieder kommt die Polizei und es kommt zur Auseinandersetzung: Schießerei, Geschrei,…. Ich befürchte die gesamte Zeit über, dass sie mich entdecken, doch ich habe Glück. Sie sehen mich nicht.

Cut- Szenenwechsel:

Ein Junge liegt leicht bekleidet in einem Bett, sein Körper ist übersät mit Einschüssen, verursacht durch die Gummipatronen der Polizei. Ein anderer Junge hat den Kopf verbunden und die Nase ist mit Pflastern überbedeckt….Eine Frau richtet klar und deutlich einen Appell an die südafrikanische Regierung, sie fordert ein demokratisches, NICHT-rassendiskriminierendes Wahlsystem .

Diese Szenen wurden nie im südafrikanischen Fernsehen ausgestrahlt; sie gehören zu dem Archivmaterial der Videokollektive Afravision, welches die größte Videodokumentation der Widerstandsgeschichte darstellt. Gegründet wurde Afravision von Brian Tilley, Laurence Dworkin und Mokoenyana Moletse ,um die zahlreichen Kämpfe der 1980er Jahre in Südafrika zu dokumentieren.

Ein außergewöhnlicher und faszinierender Beitrag zur Berlinale 2010. Un-geschnitten und unverfälscht zeigt dieser Film schlicht und einfach die Realität und Wahrheit, wie sie sich tragischer weise im damaligen Südafrika zugetragen hat. Man erlebt Geschichte hautnah; man fühlt sich, als wenn man selbst dabei gewesen wäre. Es ist unglaublich, denn plötzlich ist es ist keine ,,Geschichte„ mehr, von der man mal im ,,Geschichtsbuch„ gelesen hat und die einem irreal und weit weg vorkommt. Es ist auf einmal auch meine eigene Realität. Ich bin dabei. Nach dem Film geht mir dann nur noch ein Gedanke durch den Kopf: Während ich in meine sichere Wirklichkeit des heutigen Deutschlands zurückkehren kann, ist dieser ,,Film„ für die Menschen in Südafrika damals weitergelaufen. Diese Menschen, denen man gerade begegnet ist, konnten im Gegensatz zu mir, die den Film ausschaltet, nicht fliehen. Für sie war es ein Albtraum, von dem sie nicht wussten, ob er jemals enden würde. Das ist einfach schrecklich.

Quellen:http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20110388

http://africanhistory.about.com/od/apartheid/p/crossroads.htm