Schlagwort-Archive: Zebra

Stromdraht und Busch-Babys

Ein Südafrika-Bericht eines Hamburger Touristen über Land, Tiere und Leute – Große Bilderserie

(Autor: Vincent Lexau)

Das Ende der Apartheid im Jahr 1994 ist ein wenig jünger als der Fall der Mauer in Deutschland 1989 und sehr viel jünger als das Ende der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten 1948. Wenn man nun sieht, wie krass in Deutschland noch der Unterschied zwischen Ost und West ist, so kann man sich vorstellen, dass in Südafrika die Folgen der Apartheid noch deutlich zu spüren sind. Schwarze sind zu Fuß unterwegs, Weiße in Autos. Schwarze üben eher die einfacheren Jobs aus, Weiße eher die anspruchsvolleren. Es wird dauern, bis sich beide Gruppen mehr durchmischen, denn die Vorraussetzung hierfür ist gute Bildung, und diese ist eher den Wohlhabenden vorbehalten.

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© Im Sommer 2015 reiste der Hamburger Vincent Lexau zum ersten Mal nach Südafrika. Er verliebte sich schnell in das Land. Seine Eindrücke hielt er für „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ mit diesem Artikel inklusive großer Bilderserie fest. (Quelle: Vincent Lexau)

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Wildkatzen-Kolumne

Katzenarten aus Südafrika: Leopard

(Autorin: Andrea C. Schäfer berichtet in ihrer Kolumne über gefährdete Katzenarten in Südafrika. Die Tierpsychologin arbeitet als freiwillige Mitarbeiterin auf der Katzenauffang- und -zuchtstation Wild Cats World, auf welcher sich Gäste über die wilden Katzen hautnah informieren lassen können.)

Der Leopard (Panthera pardus) ist für mich der effektivste Jäger unter den großen Katzen, denn er hat mehrere Möglichkeiten, sein Überleben zu sichern. Er jagt hauptsächlich nachts und hat nur in Löwen- oder Hyänenrudeln direkte Konkurrenz. Als strikter Einzelgänger kann er jede Form von Beute, auch kleine Tiere wie zum Beispiel Hasen, nutzen.

Leopard

© In dieser Ausgabe der Wildkatzen-Kolumne behandelt Autorin Andrea C. Schäfer den Leoparden.

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Kendall Jones provoziert wieder und heftiger

US-amerikanische Tierjägerin reaktiviert Facebook-Account und sucht die Konfrontation mit Usern

(2010sdafrika-Redaktion)

Am 23. Juni berichtete die Redaktion von „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ über die nicht einmal 20-jährige US-Amerikanerin Kendall Jones, die seit mehr als fünf Wochen im südlichen Afrika auf Jagd nach vom Aussterben bedrohter Tiere geht. Eine Petition sollte ihre Aktivitäten im Internet eindämmen. Einen Tag nach der eigenen Artikelveröffentlichung erfolgte die Deaktivierung ihrer Social Media-Kanäle. Doch die Freude währte nicht lange. Denn Jones ist wieder online und provoziert auf Facebook stärker denn je.

Kendall Jones

© Kendall Jones kann es nicht lassen. Sie reaktiviert ihr Facebook-Account und veröffentlicht neue Bilder getöteter Tiere in Simbabwe. Zudem wird ihr nun vereinzelt Rassismus vorgeworfen. Ein junger Schwarzer wisse nicht, was eine Kamera ist. Und andere Afrikaner seien ihr dankbar, Elefantenfleisch essen zu können. (Quelle: Facebook)

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US-Amerikanerin im afrikanischen Ballerspaß

Kendall Jones auf Abenteuerreise im südlichen Afrika: Tiere töten macht der jungen Blondine großen Spaß

(Autor: Ghassan Abid)

Von der Presse bislang weitgehend unbeachtet geblieben, befindet sich seit dem 23. Mai eine nicht einmal 20 Jahre junge, blonde und lieb aussehende Texanerin im südlichen Afrika. Nach ihrer Ankunft in Südafrika setzte sie ihre Reise nach Simbabwe fort. „I’m in AFRICA y´all“, untermauerte sie ihre Freude in den sozialen Medien. Wenig später erschienen auf ihrem Facebook- und Twitter-Account die ersten Bilder vom Aussterben bedrohter Tiere – sie waren tot.

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© Seit dem 23. Mai befindet sich die nicht einmal 20 Jahre junge Kendall Jones im südlichen Afrika, um ihrer Jagdlust nachgehen zu können. Die US-Jagdszene handelt die Texanerin bereits als Nachfolgerin von Melissa Bachman. (Quelle: Facebook)

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Glück im Unglück in den Flitterwochen

Safari-Erlebnis unter Gefahr: 24-jährige Südafrikanerin überlebt Nashornangriff

(2010sdafrika-Redaktion)

© Das junge Johannesburger Ehepaar Chantal Beyer und Zven Fouché hatten Glück im Unglück. Beim Fotografieren mit Nashörnern ist die Frau von einem Nashorn schwerverletzt worden. Nur durch das Eingreifen ihres Mannes konnte Schlimmeres verhindert werden. Das Aloe Ridge Hotel & Game Reserve schweigt zum Vorfall. (Quelle: Privatbestand)

© Das junge Johannesburger Ehepaar Chantal Beyer und Zven Fouché hatten Glück im Unglück. Beim Fotografieren mit Nashörnern ist die Frau von einem Nashorn schwer verletzt worden. Nur durch das Eingreifen ihres Mannes konnte Schlimmeres verhindert werden. Das Aloe Ridge Hotel & Game Reserve schweigt zum Vorfall. (Quelle: Privatbestand)

Am 28. März 2011 sind Chantal Beyer und Zven Fouché aus Johannesburg offiziell als Liebespaar zusammengekommen. Am 30. Oktober 2011 folgte die Verlobung und am 1. Dezember 2012 der große Tag in ihrem Leben – die Hochzeit. In diesem Monat, so eine Information aus dem unmittelbaren Freundeskreis der Beiden, verbrachte das junge Ehepaar ihre Flitterwochen am Pool und mit Tieren.

Vor wenigen Tagen hielten sich Chantal und Zven im Aloe Ridge Hotel & Game Reserve auf. Sie wollten ihre Flitterwochen mit einem klassischen Safari-Erlebnis abschließen, heißt es. Nach einem Artikel der Afrikaans-Zeitung „Beeld“[zu Deutsch: Bild] soll der Reserve-Eigentümer Alex Richter die in unmittelbarer Umgebung befindlichen Nashörner mit Futter angelockt haben.

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Buchautorin Barbara Brühwiler im Interview

Johannesburg ist „unser neues Zuhause“

(Autor: Ghassan Abid)

© Buchautorin Barbara Brühwiler

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen bei „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ die Schweizer Buchautorin Barbara Brühwiler. Frau Brühwiler, sie lebten in der Schweiz und wanderten schließlich 2006 aus beruflichen Gründen mit Ihrem Mann nach Johannesburg aus. Welchen Eindruck hatten Sie von Südafrika und speziell zu Johannesburg vor der Ausreise?

Antwort: Vor unserer Auswanderung kannten mein Mann und ich Südafrika von Reisen und von Besuchen bei Freunden. Deshalb hatten wir auch schon einen Eindruck davon, wie es sich in diesem Land lebt. Johannesburg aber, unser heutiges Zuhause, kannten wir überhaupt nicht. Wir sind zwar jeweils über den dortigen Flughafen eingereist, haben dann aber gleich einen Mietwagen geholt und sind schnurstracks zu unserer Wunschdestination gefahren, zum Beispiel Sun City oder zum Krüger Park. Johannesburg hatte eigentlich keine Attraktion, die wir unbedingt besuchen wollten, und schien uns auch sehr gefährlich – nach all’ den Geschichten, die man so hörte…

2010sdafrika-Redaktion: Inwieweit konnte sich dieser Eindruck während Ihres Aufenthaltes in Johannesburg verändern?

Antwort: Nachdem Johannesburg seit einigen Jahren mein Zuhause ist, kenne ich es natürlich besser. Die Stadt bietet dem Einwohner extrem viel, finde ich. Wir wohnen wunderschön im Grünen, aber auch sehr ländlich, mein Mann sieht auf seinem Arbeitsweg regelmässig Zebras, Gnus und Giraffen (durch den Zaun vom Lion Park, einem Wildreservat – aber das Klischee ist doch schön, nicht?), und Konzerte von Weltstars wie Elton John, Céline Dion, aber auch Theateraufführungen sind nur 15-20 Autominuten von uns entfernt. Dazu kommt der südafrikanische Lebensstil, beim dem man viel im Freien ist, mit viel Sport und Essen und Kochen auf der Terrasse und immer wieder einmal einem Sprung in den Pool. Johannesburg rühmt sich, eins der besten Klimas auf der Welt zu haben, und da ist wohl was dran. Durchschnittlich scheint hier die Sonne mehr als 8 Stunden pro Tag, und während 8 Monaten im Jahr können wir mit kurzen Ärmeln durch den Tag gehen.

Als Touristendestination finde ich Johannesburg aber immer noch nicht erstklassig. Obwohl ich die Stadt liebe, finde ich, dass es in Südafrika lohnendere Ziele gibt für ausländische Besucher. Vor der Kriminalität in Johannesburg habe ich immer noch Respekt, denn Freunde von mir haben schon bewaffnete Einbrüche, Überfälle im Auto und ähnliches erlebt. Ich selber und meine Familie, wir waren nie in irgendeiner Art bedroht. Wir schützen uns, indem wir in einem gesicherten Dorf wohnen (man nennt das hier „Estate“, ich habe es in meinem Buch ausführlicher beschrieben), das Auto von innen verschliessen, Handtaschen nicht sichtbar im Auto mitführen, und ähnliche Massnahmen befolgen. Die meisten Südafrikaner sind sehr nett, aber man weiss halt nie, welches die schwarzen Schafe sind.

2010sdafrika-Redaktion: Die Fußball-WM 2010 ist nun einige Monate her. Wie bewerten Sie abschließend das größte interkulturelle Spektakel im Hinblick auf die Verständigung von weißhäutigen und dunkelhäutigen Südafrikanern? Konnte mit der WM dem Nation-Building Rechnung getragen werden und falls ja, wie lange wird dieser Effekt Ihrer Meinung nach anhalten?

Antwort: Für das Land die Gastgeberrolle bei der Fussball-WM ein grossartiges „Projekt“, das vom grössten Teil der Bevölkerung unterstützt und getragen wurde. Das fühlten die ausländischen Gäste auch, von denen ich nur begeisterte Stimmen hörte.
Im Kleinen, das heisst zwischen den einzelnen Menschen, ist es etwas anders. Vor und während der Fussball-WM fieberten die Südafrikaner im allgemeinen mit. Menschen aller Farben trugen das südafrikanische National-Trikot, schwenkten Fahnen und bliesen die Vuvuzela. Man lächelte sich zu oder wechselte auch einmal einen Satz, aber einen tieferen Kontakt ermöglichte diese besondere Situation meiner Erfahrung nicht. Die Trennung der verschiedenen Rassen ist weiterhin deutlich sichtbar, scheint mir. Sehe ich in einer Mall zum Beispiel Freundinnen beim Bummeln oder im Café, so sind sie fast immer derselben Hautfarbe.

© Cover des Buches ´Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika´

2010sdafrika-Redaktion: 2009 veröffentlichten Sie das Buch „Boerewors und Chardonnay – Ein Jahr in Südafrika“, eine interessante Lektüre, die das Auswandern nach Südafrika thematisiert. Als Protagonisten im Buch beschreiben Sie das Paar Sandra und Lukas, die mit ihren beiden Kindern Tim und Max das Lebensglück in Johannesburg suchen. Warum wählten Sie Johannesburg, einer Stadt mit mehr Ermordeten als Verkehrstoten, und nicht das populäre Kapstadt, Durban oder Pretoria?

Antwort: Johannesburg ist ein faszinierender Ort zum Wohnen, es ist viel “afrikanischer“ als die anderen von Ihnen genannten Städte. Mit meinem Buch wollte ich auch ein paar Vorurteile abbauen, von wegen man kann sich hier nur im gepanzerten Fahrzeug bewegen und so. Ausserdem wohne ich selber in Johannesburg, da fiel es mir natürlich leicht, die Geschichte dort anzusiedeln.

2010sdafrika-Redaktion: Eine nicht unerhebliche Zahl von weißhäutigen Südafrikanern sucht seit Jahren den Weg ins Ausland und gleichzeitig die Flucht vor der labilen Sicherheitslage im Lande. Auch ist die gegenwärtige Presse- und Meinungsfreiheit mehr als fragil. Halten Sie es für grundsätzlich möglich, dass sich Sandra und Lukas in eventuell 10 Jahren ebenfalls diesem Abwanderungsprozess – dem „brain drain“ – anschließen könnten?

Antwort: Sandra und Lukas sind typische „expatriotes“, die für eine Firma in ein Land geschickt werden und dort eine gewisse Zeit leben. Das Ziel ist nicht, sich dort für immer anzusiedeln. Es wird sich aber zeigen, ob sie eventuell bereit sind, für immer zu bleiben – es gefällt ihnen ja durchaus sehr gut! Während es der südafrikanischen Wirtschaft sehr gut geht, stimmen die Entwicklungen in der regierungsbildenden Partei Südafrikas, dem ANC, ein bisschen nachdenklich. Viele Leute hier versuchen, einen zweiten Pass zu bekommen, damit sie das Land im Notfall verlassen können. Aber viele kommen auch zurück, weil es für sie doch das schönste Land der Welt ist. Und viele Ausländer leisten sich in Südafrika ein (Zweit-)Haus, weil das Land so wunderschön ist und der Lebensstil so viel Spass macht.

2010sdafrika-Redaktion: Welche persönlichen Träume möchten Sie gerne noch verwirklichen? Planen Sie ein weiteres Buch?

Antwort: Ich habe einen Vertrag für ein weiteres Buch; doch im Moment arbeite ich an ein paar anderen Projekten. Ich möchte sicher noch gerne mehr in Afrika reisen: Botswana, Namibia und vielleicht Sambia stehen auf meiner Wunschliste für die nächsten Jahre. Safari macht süchtig!

2010sdafrika-Redaktion: Wenn Sie einem Auswanderer das Land Südafrika in drei Schlagwörter beschreiben müssten, welche wären das dann?

Antwort: Tut mir leid, mit der Antwort auf diese Frage tue ich mich schwer. Es fällt mir zu viel ein…

2010sdafrika-Redaktion: Barbara Brühwiler, eine in Südafrika lebende Schweizer Buchautorin, vielen Dank für das Interview!

Gastbeitrag von Barbara Brühwiler für das Südafrika-Portal – „Leben in der “Stadt des Goldes”:

https://2010sdafrika.wordpress.com/2010/05/24/leben-in-der-stadt-des-goldes/

Website von Barbara Brühwiler:

www.ein-jahr-in-suedafrika.com