Schlagwort-Archive: Zement

Südafrika führt CO2-Steuer ein

Nach 9 Jahren Debatte: Wirtschaft soll Emissionen wegen drohendem Klimawandel drosseln

(2010sdafrika-Redaktion)

Als erstes afrikanisches Land hat Südafrika zum 1. Juni 2019 eine sogenannte CO2-Steuer eingeführt, die die eigene Wirtschaft zur Senkung der CO2-Emissionen verpflichtet, um keine Abgaben leisten zu müssen. Zuvor haben Unternehmen und Verbände diese staatliche Regulierung rund 9 Jahre verhindern können. Während Umweltschützer das neue Gesetz loben, befürchten Ökonomen nachteilige Effekte für Verbraucher und Firmen.

© Südafrika hat die CO2-Steuer eingeführt. Unternehmen haben ihre Emissionen zu drosseln, um keine Abgaben leisten zu müssen. Energieintensive Branchen wie die Stahl- und Zement-Industrie sowie der Bergbau sind betroffen. (flickr/ Tambako T. Jaguar)

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Forbes-Liste der 40 reichsten Afrikaner

Die zwölf reichsten Südafrikaner sind männlich, Akademiker, meist über 60, weiß und leben in Kapstadt

(Autor: Ghassan Abid)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das renommierte New Yorker Wirtschaftsmagazin Forbes eine aktualisierte Liste der 40 reichsten Afrikanern. Diese stammen mehrheitlich aus Südafrika, Nigeria und Ägypten. Insgesamt zwölf Unternehmer vom Kap schafften es gemessen am eigenen Geldvermögen ins Ranking. Die Summen sind an Werte bis zum Stand November 2012 angelehnt.

© Nicky Oppenheimer ist der reichste Südafrikaner und schaffte es mit einem Eigenkapitalvermögen von 6,4 Milliarden US-Dollar auf Platz 2 der Forbes-Liste zu den 40 reichsten Afrikanern. Der in Johannesburg lebende Oppenheimer verdient sein Geld mit dem Handel von Diamanten. (Quelle: flickr/ AWDC Pr and Com)

© Nicky Oppenheimer ist der reichste Südafrikaner und schaffte es mit einem Eigenkapitalvermögen von 6,4 Milliarden US-Dollar auf Platz 2 der Forbes-Liste der 40 reichsten Afrikaner. Der in Johannesburg lebende Oppenheimer verdient sein Geld mit dem Handel von Diamanten. (Quelle: flickr/ AWDC Pr and Com)

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Projekt Earthship am Ostkap

In Südafrika aufgehalten, um die Idee von Sozialunternehmen zu unterstützen. Ein Gastbeitrag.

(Autorin: Melanie Akerboom)

Seitdem ich 2009 für ein Auslandssemester und ein anschließendes Praktikum in der Gemeindeentwicklung in Südafrika war, zieht es mich immer wieder zurück. Diesmal hatte ich beschlossen meine Masterarbeit über Südafrika und sogenannten „Sozialunternehmen“ zu schreiben und verschiedene Unternehmen persönlich zu besuchen. Die meiste Zeit habe ich in Port Alfred verbracht, einem kleinen Küstenort am Ostkap, in dem ich damals studiert und mein Praktikum absolviert habe. Das Foto ist im Nelson Mandela Township (Nemato) entstanden, bei dem ich zwei meiner Freunde mit ihrem Uni-Projekt unterstützt habe.

© Melanie Akerboom absolvierte 2009 ein Auslandssemester und ein Praktikum am Ostkap. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Sozialunternehmen in Südafrika, worüber ihre Masterarbeit handelt. Im Nelson Mandela Township (Nemato) kam es zum Foto mit den Kindern.

© Melanie Akerboom absolvierte 2009 ein Auslandssemester und ein Praktikum am Ostkap. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Sozialunternehmen in Südafrika, worüber ihre Masterarbeit handelt. Im Nelson Mandela Township (Nemato) kam es zum Foto mit den Kindern.

Das „Earthship“ ist ein Haus das hauptsächlich aus recyceltem Material gebaut wird; im Prinzip aus alten Reifen, Flaschen und Zement. Meine Freunde hatten die Aufgabe bekommen ein Gebäude eines Kinderhorts im Township wieder aufzubauen, nachdem es zusammengefallen ist. Sie sind durch Internetrecherchen auf die Idee mit dem „Earthship“ gekommen und haben es zusammen mit der lokalen Bevölkerung gebaut. Somit haben diese neue Kenntnisse gelernt und sich aktiv in der Entwicklung des Townships beteiligt. Das Gute an der Bauweise ist, es ist nicht nur preisgünstig, sondern auch stabil gegen Wind und Wetter. Immer wieder kamen neugierige Leute auf die Baustelle, haben meine Freunde mit Fragen gelöchert und sie für die gute Idee und Tat gelobt. Ich bin gespannt, ob es in ein paar Jahren noch mehr von diesen „Earthships“ in Port Alfred gibt.

Die Kinder auf dem Foto haben mir geholfen Flaschen, die wir von einer Cocktailbar und der Uni gesammelt haben, zu reinigen. Die Kinder lieben es wenn sie helfen können, Aufmerksamkeit bekommen und etwas Spannendes erleben. Sie lieben es auch für Fotos zu Posen und können kaum genug davon bekommen.

Was ich bisher über Südafrika gelernt habe ist, dass es das Beste ist den Leuten vor Ort was beizubringen. Das kann von einfachen Computerfähigkeiten, Nachhilfe in Mathematik oder Wissenschaftslehre bis zum Fördern vom kritischen Denken reichen. Eigenschaften, die sie für ihre Zukunft gebrauchen können und tausend Mal mehr wert sind als gespendete Klamotten und Gelder. Heutzutage wird immer mehr von Hilfe zur Selbsthilfe gesprochen.

    © Das „Earthship“ in Port Alfred ist ein Haus, das hauptsächlich aus recyceltem Material gebaut wird - im Prinzip aus alten Reifen, Flaschen und Zement. Dieses Projekt des Sozialunternehmens Entrepreneurship-Center soll sozial oder umweltfreundlich zum Wohle der Gemeinde eingesetzt werden.

© Das „Earthship“ in Port Alfred ist ein Haus, das hauptsächlich aus recyceltem Material gebaut wird – im Prinzip aus alten Reifen, Flaschen und Zement. Dieses Projekt des Sozialunternehmens Entrepreneurship-Center soll sozial oder umweltfreundlich zum Wohle der Gemeinde eingesetzt werden.

Von daher unterstütze ich vollkommen die Idee von einem Sozialunternehmen. Ein Sozialunternehmen ist ein Unternehmen das zum primären Ziel hat, sich sozial oder umweltfreundlich einzusetzen. In der Regel wird überschüssiges Einkommen wieder in das Unternehmen reinvestiert oder aber in andere Projekte gesteckt. Es gibt sehr verschiedene Auffassungen und es bedarf momentan noch an einer einstimmigen Definition. Es kann ein Unternehmen sein, das ein Produkt oder eine Leistung für einen Preis anbietet, den sich die lokale Bevölkerung leisten kann. Dies passiert zum Beispiel im Entrepreneurship-Center in Nemato. Dort werden unter anderem Computerkurse angeboten die den Teilnehmern bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt verhelfen und dabei in ihrem Budget liegen. Das gesamte Einkommen wird wieder in das Unternehmen gesteckt, damit es sich selbst tragen kann – es ist also für einen gemeinnützigen Zweck.  

Was ich jedem der sich für Land und Leute in Südafrika interessiert empfehlen kann, ist sich auch mal die kleinen Orte anzuschauen. Es ist wie bei uns doch noch was Anderes als ein Stadtleben und zudem trifft man an diesen Orten eher auf die einheimische Bevölkerung. Interessant ist, dass Touristen doch öfters neugieriger sind, das Leben in den Townships kennenzulernen als es ein Großteil der weißen Bevölkerung ist. Auch sehr empfehlenswert sind sogenannte „game drives“, besser bekannt als Safaris. Ich liebe sie.