Schlagwort-Archive: Zeugen

„Neco” erhebt Anspruch auf das Main-Gebiet

Machtkampf zwischen türkischen Hells Angels und deutschen Altrockern in Frankfurt am Main

(2010sdafrika-Redaktion)

– Hells Angels-Spezial –

Das Japan Center am Taunustor ist aufgrund seiner fernöstlichen Architektur eines der prägendsten Bauwerke in Frankfurt am Main. Die rote Granitfassade sticht beim Anblick des Hochhauses hervor. Doch rot war in der Nacht vom 3. zum 4. Juli auch der Gehweg vor dem Gebäude. Eine Schießerei zwischen den Hells Angels hat die hessischen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Für diese Bluttat soll der türkische Rockerboss Necati Arabaci alias „Neco” verantwortlich sein, heißt es wiederholt innerhalb der Rockerszene.

silberne.surfer

© In der Nacht vom 3. zum 4. Juli ereignete sich die bislang brutalste Auseinandersetzung zwischen türkischen und deuschen Hells Angels. Für die Schießerei am Frankfurter Taunustor [im Bild] ist der türkische Nomads-Präsident Necati Arabaci alias „Neco” verantwortlich, heißt es im Rockermilieu. Die Tat sollte seinen Machtanspruch demonstrieren und gleichzeitig eine Vergeltungsaktion darstellen. (Quelle: flickr/ silberne.surfer)

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Die Abschiebung von Necati Arabaci war richtig

Exklusiv: Im Interview mit Uwe Jacob, Direktor des LKA Nordrhein-Westfalen zur Rockerkriminalität

(Autor: Ghassan Abid)

– Hells Angels-Spezial –

Uwe Jacob (2)

© Seit dem 2. Dezember 2013 leitet Uwe Jacob das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen. Seine Behörde hat sich zum Ziel gesetzt, einen hohen Kontrolldruck auf die Rocker auszuüben. Der Kripo-Leiter bestätigt, dass die Hells Angels mittlerweile zerstritten sind. Langjährige Mitglieder des HAMC stehen in Konflikt mit Rockern mit meist türkischem Migrationshintergrund. (Quelle: LKA NRW)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamtes (LKA) Nordrhein-Westfalen. In NRW befindet sich die Rockerszene gegenwärtig in Aufruhr. Neben Clubauflösungen stehen auch ernste Rivalitäten zwischen den Hells Angels und Bandidos auf der Agenda. Welche Entwicklungen bereiten Ihnen große Sorgen?

Antwort: Die Rockerlage in NRW ist geprägt von schweren Gewaltstraftaten und Auseinandersetzungen. In NRW haben die verfeindeten Banden mehrfach versucht, Tötungsdelikte zu begehen, in zwei Fällen ist ihnen dies auch gelungen. Dabei wurden auch Schusswaffen eingesetzt. Die hohe Gewaltbereitschaft und die Verfügbarkeit von Waffen bereiten mir große Sorgen.

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Für die BILD-Zeitung aus Südafrika berichten

Im Interview mit Kai Feldhaus, BILD-Chefreporter: „Ich habe mich so sehr in das Land verliebt“

(Autor: Ghassan Abid)

© Kai Feldhaus ist Chefreporter im Nachrichten-Ressort der BILD-Zeitung. Für die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung hielt sich der Reporter mehrfach in Afrika und in Südafrika auf.

© Kai Feldhaus ist Chefreporter im Nachrichten-Ressort der BILD-Zeitung. Für die auflagenstärkste deutsche Tageszeitung hielt sich der Reporter mehrfach in Afrika und in Südafrika auf.

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ Herrn Kai Feldhaus, Chefreporter im Nachrichten-Ressort der BILD-Zeitung. Sie studierten Englisch und Sport in Essen und in Kapstadt. Wie kam es dazu, dass es Sie nach Südafrika verschlagen hatte?

Antwort: Ich habe den Jahreswechsel 1999/2000 in Südafrika verbracht und mich bei dieser Gelegenheit so sehr in das Land verliebt, dass ich 2000 zurück nach Kapstadt kam, um an der „University of the Western Cape (UWC)“ Englisch, Linguistik und Conflict Studies zu studieren. Es waren aufregende Zeiten,
UWC eine aufstrebende Uni, an der damals Studenten aus ganz Afrika, dafür kaum Weiße studierten. Die Zeit an der Uni hat mein Interesse an Afrika so sehr geprägt, dass ich seitdem – vor allem beruflich – den halben Kontinent bereist habe. Und immer wieder hat es mich nach Südafrika verschlagen, sowohl beruflich, als auch privat.

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Pistorius-Mordprozess im März 2014

Oscar Pistorius bricht im Gerichtssaal in Tränen aus. Bei Verurteilung droht lebenslange Haft

(2010sdafrika-Redaktion)

Südafrikas bekanntester Sportler Oscar Pistorius musste sich heute in einem Gericht in Pretoria einfinden, um zu erfahren, dass im März 2014 das offizielle Strafverfahren (Hauptverfahren) gegen den „Blade Runner“ beginnen wird. Die Anklage lautet auf Mord. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung die lebenslange Haft.

© Im März 2014 beginnt das Strafverfahren (Hauptverfahren) gegen den südafrikanischen Sportler Oscar Pistorius wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp. (Quelle: flickr/ Global Sports Forum)

© Im März 2014 beginnt das Strafverfahren (Hauptverfahren) gegen den südafrikanischen Sportler Oscar Pistorius wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp. (Quelle: flickr/ Global Sports Forum)

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Als Pistorius-Prozessbeobachter hautnah dabei

Benjamin Dürr, Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika, im Interview

(Autor: Ghassan Abid)

© Benjamin Dürr ist der gegenwärtige Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika. Er beobachtet das Strafverfahren gegen den Sportler Oscar Pistorius vor Ort. (Quelle: Privatfoto)

© Benjamin Dürr ist der gegenwärtige Korrespondent für SPIEGEL ONLINE in Südafrika. Er beobachtet das Strafverfahren gegen den Sportler Oscar Pistorius vor Ort. (Quelle: Privatfoto)

2010sdafrika-Redaktion: Wir begrüßen auf „SÜDAFRIKA – Land der Kontraste“ den Journalisten Benjamin Dürr. Erstmal vielen Dank für dieses kurzfristige Interview. Seit rund vier Wochen halten Sie sich in Südafrika auf. Welche ersten Eindrücke konnten Sie von Land und Leuten sammeln?

Antwort: Meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Ich hatte bisher vor allem mit sehr hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen zu tun. Das macht es einfacher, sich einzuleben – und erleichtert einem die Arbeit, wenn Leute offen sind und gern erzählen.

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Polizei-Desaster in Südafrika

Fremdenhass, Korruption und Killerkommandos – eine Behörde im absoluten Totalversagen

(Autor: Ghassan Abid)

Wer in Not ist oder die Unterstützung von Polizeibeamten braucht, der ruft in Deutschland die 110 an. In Südafrika wählt man hingegen die übliche Rufnummer 10111. Doch wer von dieser Hilfe Gebrauch macht, den erwarten nicht selten große Enttäuschungen. Die Geschehnisse um die getöteten 34 Minenarbeiter in Rustenburg durch Polizeibeamte bekräftigen eine Reform dieser Sicherheitsbehörde.

© Kollaps der südafrikanischen Polizei: Zwei Polizeichefs mussten infolge von Korruptionsvorfällen bereits gehen. Neben dem Fremdenhass, stellt auch die ausbleibende Verhältnismäßigkeit der Polizisten bei der Anwendung von physischer Gewalt ein gewaltiges Problem dar. Das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung in diese Bundesbehörde nimmt zunehmend ab. Doch das zuständige Polizeiministerium verzichtet auf eine Reform. Die Bürger haben das Nachsehen. (Quelle: Bongani Nkosi/ MediaClubSouthAfrica.com)

© Kollaps der südafrikanischen Polizei: Zwei Polizeichefs mussten infolge von Korruptionsvorfällen bereits gehen. Neben dem Fremdenhass, stellt auch die ausbleibende Verhältnismäßigkeit der Polizisten bei der Anwendung von physischer Gewalt ein gewaltiges Problem dar. Das Vertrauen der südafrikanischen Bevölkerung in diese Bundesbehörde nimmt zunehmend ab. Doch das zuständige Polizeiministerium verzichtet auf eine Reform. Die Bürger haben das Nachsehen. (Quelle: Bongani Nkosi/ MediaClubSouthAfrica.com)

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Richter Eben Jordaan zerlegt Boeremag-Terrorzelle

Südafrikas Justiz zeigt Härte gegen burische Rechtsextreme: „Document 12“ als Hauptbeweismittel.

(Autoren: Ghassan Abid, 2010sdafrika-Redaktion)

Eine Anklageschrift, bestehend aus 5.000 Seiten, reichten dem North Gauteng High Court in Pretoria für eine Verurteilung von Mike du Toit aus. Das Gericht sah es nach rund 10-jähriger Verhandlungsdauer am 26. Juli 2012 als erwiesen an, dass sich der Hauptbeschuldigte wegen Hochverrats schuldig gemacht hat. Seine maßgebliche und federführende Beteiligung an der Koordination und Planung eines Staatsstreiches ist ausführlich im Sitzungssaal thematisiert worden. Unterdessen sind Tom Vorster, Magiel Burger, Adriaan van Wyk und Rooikoos du Plessis als weitere Mitangeklagte ebenfalls für schuldig befunden worden. Andre du Toit, der Bruder des Hauptangeklagten, wurde genauso verurteilt, hieß es vergangenen Freitag. Über die genaue Höhe des Strafmaßes äußerte sich die Justiz bislang nicht.

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

© Das North Gauteng High Court im Justizpalast in Pretoria steht zurzeit unter höchster Sicherheitsstufe. Der Vorsitzende Strafrichter Eben Jordaan statuiert ein deutliches Exempel gegen Rechtsextreme in Südafrika. Die Boeremag-Terrorzelle erinnert an die aktuellen NSU-Entwicklungen in Deutschland. (Quelle: Wikimedia)

Das Gericht zog als Beweise die Aussagen von mehreren Zeugen und eine Liste von Beteiligten am Staatsstreich heran, welche 2001 bei der Beschlagnahmung des Computers von Mike du Toit sichergestellt wurde. Das „Document 12“, in der Presse auch als „Kriegsplan“ umschrieben, nimmt in der aktuellen Rechtssprechung eine zentrale Bedeutung ein, da die Namen aller Angeklagten auf dieser vorzufinden sind.

Die gezielte Liquidierung von Schwarzen, der Abschuss eines Boeing-Passagierflugzeuges über dem drittgrößten Township Khayelitsha und die Nutzung von Massenvernichtungswaffen gegen die Mehrheitsbevölkerung standen laut Auffassung des Vorsitzenden Richters Eben Jordaan als Pläne des Komplotts auf der Agenda. Desweiteren wurde die Ermordung von Nelson Mandela und die Kappung der Energieversorgung vorbereitet. Ein Zeuge hielt fest, dass du Toit ihm mitgeteilt hätte, dass mehrere Mitarbeiter des staatlichen Energiekonzerns Eskom in den Plan eingewiesen wurden. Ein anderer Zeuge habe jene Informationen zu Protokoll gegeben, wonach du Toit Coloureds und Inder zuerst gegen die Schwarzen als Verbündete nutzen, sie jedoch bei einem erfolgreichen Machtwechsel auch erschießen wollte.

Insgesamt wurden 20 Männer verhaftet, die der burischen Bewegung „Boeremag“ (zu Deutsch: Burenmacht) angehört haben sollen. Ihr oberstes Ziel war der Sturz der ANC-Regierung und damit verbunden die Verhinderung der weiteren Machtausübung durch die schwarze Mehrheitsbevölkerung. Ihnen wird Mord, versuchter Mord, Hochverrat, Sabotage, Terrorismus und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen. Die Bombenserie von 2002 mit einer Toten in Soweto steht im direkten Zusammenhang mit dieser rechtsextremen Bewegung.

SABC-TV-Beitrag zur Verurteilung von Mike du Toit

Das letzte Urteil zu einem Hochverratsprozess wurde laut dem Rundfunksender SABC am 21. Oktober 1982 gegen Barbara Hogan ausgesprochen. Die spätere Ministerin für Gesundheit und Staatsunternehmen musste 8 von 10 Jahren absitzen, da sie für den verbotenen ANC arbeitete. 2009 ließ sie Präsident Jacob Zuma aus dem Kabinett entfernen, nachdem sie sich mehrfach sehr kritisch – auch gegenüber Zuma bezüglich seiner HIV-Wegdusch-Philosophie – geäußert hatte.